Die unbekannten Inseln der Dodekanes (III/III)

Das Brauchtum hat in Griechenland seit Jahrhunderten eine besondere Bedeutung

(s. auch eBook „Faszination Griechenland“).

Mehr als 95% der griechischen Bevölkerung gehören der griechisch-orthodoxen Religion an. Diese Konfession widerspiegelt sich auch in der griechischen Verfassung.
Es ist deshalb also nicht verwunderlich, dass die religiösen Festtage im Leben der Griechen eine große Rolle spielen.
Die Feierichkeiten sind in der Regel auch immer damit verbunden, die jeweils lokal unterschiedlichen Trachten zu tragen.
An solchen Feierlichkeiten teilzunehmen ist für die Touristen ein besonderes Erlebnis.

Die bedeutendste Feierlichkeit in Griechenland ist das Osterfest mit dem lukullischen Höhepunkt des auf Holzkohle gegrillten Osterlamms.

Besonderer Wert auf Tradition wird in dem Dorf Olimbos auf der Dodekanes-Insel Karpathos gelegt. Hier ist es üblich, dass die Frauen auch im Alltag ihre Trachtenkleidung tragen.

Das Osterfest in Olimbos zu erleben, bleibt unvergesslich.

Aber auch altes Handwerk ist interessant.

Olimbos ist ein kleiner Ort mit gerade einmal knapp 600 Einwohnern, der an einen Berghang gebaut wurde.
Malerisch sind die engen und verwinkelten Gassen sowie die an Mykonos erinnernden Windmühlen. Hier kann man übrigens eine der letzten noch betriebenen Windmühlen besichtigen (was in Mykonos nicht der Fall ist).
Sehenswert in Olimbos ist die im 15. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche.

Die unbekannten Inseln der Dodekanes (II/III)

Wie auch bei den in Teil I angeführten Inseln, gehören zu den folgenden mehrere kleine unbewohnte inseln, die in ihrer Gesamtheit dann eine Gemeinde bilden.

Halki

Nur etwa 500 Einwohner leben auf der Insel. Sie ist karg, bergig und dem Verfall heimgegeben. Es gibt nur einen Ort mit vielen leerstehenden Häusern, den Hafenort Emborios. Die einzige Einnahmequelle ist der Tourismus durch die von Rhodos kommenden Tagesausflügler.

Nissyros

Der Hauptort dieser Insel ist Mandraki mit vielen verwinkelten Gassen. Interessant ist bei Nissyros, dass es eine vulkanisch gebildetet Insel ist, in deren Zentrum sich ein Krater mit fast 4 km Durchmesser befindet. Vom Kraterrand kann man in den Vulkan hinabsteigen.
Mandraki ist eine wasserarme Insel, deshalb verfügen viele Haushalte über Zisternen zur eigenen Wasserversorgung. Inzwischen verfügt die Insel aber auch über eine Meerwasserentsalzungsanlage.
Erreichbar ist die Insel über Fähren von Piräus (Sommer zweimal pro Woche, Winter einmal pro Woche), Rhodos und Kos.
Interessant zu besichtigen ist im Dorf Nikia das Vulkanologische Museum.

Leros

Das imposante an Leros ist eine Festung aus dem 14. Jahrhundert, die über der Stadt thront, die Burg von Leros.
Weiterhin findet man sehenswerte Kirchen, Klöster und die Ruinen eines antiken Tempels auf dem Meeresgrund.
Die Liebhaber des Badevergnügens finden schöne naturstrände in Agia Marina und der Bucht von Gourna.
Leros ist sehr günstig über einen Flughafen und tägliche Fährverbindungen mit Piräus und anderen Inseln wie Kos und Rhodos zu erreichen.

Die unbekannten Inseln der Dodekanes (I/III)

Rathaus von Rhodos
    
Die Inselgruppe der Dodekanes liegt in der östlichen Ägäis vor der Küste der Türkei.

Diese Inseln sind Touristenmagnete und über Flughafen und regelmäßige Fährverbindungen günstig zu erreichen.

Wer kennt z. B. nicht Rhodos (s. Blogartikel „Urlaub auf der Insel Rhodos“
vom 13. Oktober 2011), die größte Insel dieser Gruppe. Seine mittelalterliche Altstadt, Kreuzritterburg, byzantinische Kirchen, aber auch Massentourismus.

Darüberhinaus gibt es aber noch eine Reihe kleinerer, zum Teil weitgehend unbekannter Inseln, die zu den Dodekanes gehören und hier einmal kurz vorgestellt werden sollen.

Karpathos

mit über 6000 Einwohnern die zweitgrößte Insel der Dodekanes.

Diese Insel war Jahrhunderte vom Osmanischen Reich, aber auch von Italien besetzt. Erst 1948 wurde sie mit Griechenland vereinigt.

Vom Norden bis zur Inselmitte durchzieht ein Gebirge bis über 1200 m Höhe das Land.

Ein Flughafen und ein Fährhafen sind Garanten einer guten Erreichbarkeit ab Athen/Piräus und anderen Orten.
Dadurch ist die Insel auch ein beliebtes Pauschalreiseziel.
Der Süden bietet gute Bademöglichkeiten und besonders ideale Möglichkeiten für Windsurfing. Hier weht der Meltemi im Sommer oft wochenlang ohne Pause.

Interessant ist, dass in dem traditionsreichen Dorf Olimbos die Frauen die alten Trachten nicht nur an Feiertagen sondern auch im Alltag tragen.

Kássos

Es ist die südlichste der Inseln, 7 Km südwestlich von Karpathos.
Die Insel ist karg, verfügt aber über ausgedehnte grüne Terrassenfelder.
Die Strände sind nicht nennenswert. Da über Landwirtschaft und Fischfang nicht mehr genügend Ertrag erwirtschftat werden kann, wird verstärkt auf Individualtourismus gesetzt.
Viele der Häuser wurden deshalb im traditionellen Baustil restauriert.

Agathonissi

Agathonissi ist die nördlichste Insel bewohnte Insel der Dodekanes.
Es ist eine noch ursprüngliche Insel mit einer Fläche von lediglich 13Km².
Nur knapp 200 Einwohner bevölkern die Insel.
Auch hier werden Landwirtschaft und Fischfang immer mehr durch den sich entwickelnden Individualtourismus verdrängt.
Die Insel ist durch Fährverbindungen von der nur 20 Km entfernten Insel Samos zu erreichen.

Das Kloster Mega Spileon

Kloster Mega Spileon
Es gibt in Griechenland hunderte Klöster
(s. eBook „Faszination Griechenland“).

Viele davon mit spektakulären Standorten, wie z.B. die Meteora-Klöster in Thessalien oder die Felsenklöster Prodromou und Philosophou in Arkadien (s. den Blogartikel vom 23. März 2012 „Dimitsana – ein Bergdorf in Arkadien“).

Eines der berühmtesten Klöster Griechenlands befindet sich im Hochland der Region Achaia auf dem Peloponnes.
Es ist das Kloster Mega Spileon, was soviel wie große Höhle bedeutet.

Das Kloster wurde 362 von Mönchen in eine Felshöhle und an eine Felswand des über 2300 m hohen Felsmassivs Aroania gebaut – ein faszinierender Anblick!
Das Hauptgebäude besteht aus acht Stockwerken.
Die Klosterkirche mit schönen Bodenmosaiken und Wandmalereien stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im Museum findet man jahrhundertealte handgeschnitzte Kruzifixe und Handschriften.

Um das Kloster zu erreichen, gibt es zwei Möglichkeiten – zum Einen mit dem Auto (vor dem Kloster ist ausreichende Parkmöglichkeit vorhanden) und zum Anderen mit der Zahnradbahn ab Diakofto.

Die Fahrt mit dieser Schmalspurbahn ist spektakulär, führt sie doch ständig ansteigend von
10 m ü.NN auf 712 m ü.NN.

Die Bahnstrecke wurde 1896 in Betrieb genommen, mehrfach saniert und wurde 2009 nach einer zweijährigen Außerbetriebsetzung wieder eröffnet.
Endstation in 750 m Höhe ist die Kleinstadt Kalavryta.

Hier begann 1821 der Griechische Unabhängigkeitskrieg gegen die Herrschaft der Osmanen.

Christoph Maria Herbst – großes Kino auf der Insel Tinos

Highway to Hellas
Die griechischen Inseln sind immer wieder beliebte Urlaubsziele.

Tausende Urlauber besuchen sie jährlich und genießen das besondere Flair dieser Inselwelten.
Enge Gassen, weiße kubische Häuschen, sonnige Strände, urige Tavernen und zu allem die Untermalung durch die Musik der Bouzouki.

Um sich in diese Atmosphäre zu versetzen ist es nicht unbedingt erforderlich, gleich eine Reise nach Griechenland,
z. B. auf die Insel Tinos, zu buchen.

Man sollte sich den Film „Highway to Hellas“ ansehen, der ab 26.November in unseren Kinos läuft und auf der Insel Tinos gedreht wurde.
Im Film trägt die Insel allerdings den fiktiven Namen „Paladiki“.

Worum geht es in „Highway to Hellas“?

Ein deutscher Finanzmanager, Jörg Geissner, verkörpert von Christoph Maria Herbst, soll auf Paladiki die Bonität alter Kreditnehmer seiner Bank prüfen.
Doch als die Inselbewohner mitbekommen, welchen Auftrag Geissner zu erfüllen hat, kommt es unausweichlich zu Streit und Spannungen.
Seine Reise in ein vermeintliches Paradies entwickelt sich symbolisch zu einem „Highway to Hell (as)“.

Doch – Ende gut, alles gut, so unterschiedlich sind sich die Streithähne dann doch nicht!
Ein zu empfehlendes Filmspektakel.

Peloponnes – die Rio-Andirrio-Brücke

Peloponnes, Brücke Rio-Andirrio
In verschiedenen Blogartikeln, z. B.„Peloponnes – Landschaft und Sehenswürdigkeiten“ wie auch in dem eBook „Faszination Griechenland“, wurde der Peloponnes als herausragendes Reiseziel dargestellt.

Es ist eine Halbinsel, die am besten auf einer Autorundreise zu erkunden ist.

Vom italienischen Hafen Ancona sollte man mit der Fähre bis zum griechischen Hafen Igoumenitsa fahren. Ab da auf der E 55 bis Andirrio.
Es ist eine schöne Strecke, die größtenteils an der Küste verläuft.

Nach etwa 260 km erreicht man Andirrio.
Ab hier verbindet eine fast 2900 m lange Schrägseilbrücke das griechische Festland mit der Halbinsel Peloponnes.

Erste Ideen zum Bau einer Brückenverbindung zwischen dem Peloponnes und dem griechischen Festland gab es bereits 1880. Sie waren damals jedoch aus technischen Gründen nicht umsetzbar.

Erst 1998 wurde dann mit dem Bau der Brücke begonnen.

Es entstand eine beeindruckende Konstruktion. Nach einer Bauzeit von fünf Jahren wurde die Brücke 2004 von Otto Rehagel, deutscher Trainer der griechischen Fußballnationalmannschaft, für den Verkehr freigegeben.
Es ist die längste Brücke dieser Bauart in Europa.

Der Bau der Brücke stellte an die Konstruteure und Baufirmen große Anforderungen – Wassertiefe bis 65 m, nicht tragfähiger Boden, Erdbebengebiet, jährliche tektonische Verschiebungen des Peloponnes vom Festland. Aber das Meisterwerk ist gelungen.

Die bisherige Verbindung des Peloponnes mit dem Festland mittels Schiffen wurde nunmehr durch diese Brücke ersetzt. Fährüberfahrten sind aber trotzdem noch möglich.
Die Fahrt über die Brücke (Mautpflichtig) ist ein Erlebnis. Nach Überfahren der Brücke erreicht man Rio, östlicher Vorort von Patras.

So ist der Peloponnes heute an zwei Orten mit dem griechischen Festland verbunden – in Patras und in Korinth.
Ab Patras kann man dann den Peloponnes erkunden.
Über die E 65/E 94 überquert man den Kanal von Korinth und erreicht nach etwas mehr als 200 Km Athen.

Griechenland – mein Reiseziel!

Athen, Akropolis
Schon 2011 hatte der stellvertretende Minister für Kultur und Tourismus Griechenlands, Georgios Nikitiadis, den Thementourismus in den Vordergrund gestellt.
Und damit hatte er ein Kernproblem des griechischen Tourismus angesprochen.

Schon von seiner geographischen Lage, der Topographie des Landes und auch der unendlichen Vielfalt der jahrtausendealten Geschichte her bietet sich Griechenland als Urlaubsziel unabhängig von jeder Jahreszeit an.

Die „Hellenic Association of Travel and Tourist Agencies“, kurz auch bezeichnet als „HATTA“, hat sich als Ziel gesetzt, die Tourismusperiode in Griechenland auf 12 Monate zu verlängern.

Es ist ein Pilotprogramm und läuft in Griechenland unter dem Namen „Dódeka“, also „Zwölf“.

Zunächst liegt der Fokus auf den beiden Großstädten Athen und Thessaloniki, denn diese Städte mit ihrem unmittelbaren Umfeld bieten die besten Möglichkeiten für einen ganzjährigen Tourismus.
Aber natürlich auch Inseln, wie z. B. Kreta, sind zu jeder Jahreszeit interessant.
Viele auf den Tourismus fokussierte Geschäfte und Tavernen haben allerdings dann geschlossen. Aber die Ruhe und das normale Leben der Inselbewohner mitzuerleben, ist auch einen beschaulichen Aufenthalt wert.

Auch das eBook „Faszination Griechenland“ gibt wertvolle Hinweise auf eine interessante Urlaubsgestaltung!

Die Hauptinhalte des Programms „Dódeka“ konzentrieren sich auf
– religiösen Tourismus
– Besichtigungstourismus
– therapeutischen und Wellnistourismus
– Agrotourismus
– Kulturtourismus
– Bergsteigen und Wandern
Also, nicht die Jahreszeit entscheidet, sondern das Ziel – und davon gibt es in Griechenland eine große Auswahlmöglichkeit.

Anafiotika – das „Insel“ – Stadtviertel Athens

Anafiotika-das "Insel"-Stadtviertel Athens
Als Prinz Otto von Bayern mit 16 Jahren zum König von Griechenland ernannt wurde, residierte er in der damaligen Hauptstadt Griechenlands Nafplion (s. eBook „Faszination Griechenland“).
1832 aber wurde Athen als neue Hauptstadt festgelegt. Die Stadt hatte damals etwa 4000 Einwohner und war auf die Funktion als Hauptstadt auch in städtebaulicher Hinsicht nicht vorbereitet.
Die Folge war eine einsetzende rege Bautätigkeit.

Der Syntagma-Platz mit dem Schloß, die Gebäude der Universität (1842) und Akademie (1891) und das Zappeion (1888, Multifunktionsgebäude für Tagungen und Kongresse) entstanden im klassizistischen Stil.

Zwei Baumeister und weitere Zuwanderer von der Kykladeninsel Anafi, die erst 1830 Griechenland angeschlossen wurde, waren mit den Bauarbeiten beschäftigt.
In aller Eile errichteten sie ihre eigenen Häuser am Nordhang der Akropolis. Gebaut wurde im Würfelstil der Kykladenarchitektur. Deshalb für dieses Stadtviertel der abgeleitete Name Anafiotika.
Es wird gesagt, dass die Eile beim Bau der kleinen Häuschen daher rührte, dass nach einer damaligen Bestimmung der neuen Hauptstadt ein fertiges Gebäude nicht abgerissen werden durfte.

So ist uns bis heute ein einmaliges Stadtviertel vergangener Jahrhunderte erhalten geblieben.
Kleine weiße kubische Häuser mit farbigen Haustüren in engen Gassen, viel Blumen und teilweise Gärten. Auch drei kleine im Kykladenstil erbaute Kirchen schmücken die Siedlung.

Leider sind viele Häuser in einem schlechten Zustand und nur noch wenige bewohnt. Das Leben hier ist sicher auch nicht einfach – die Häuser sind nicht per Auto erreichbar, und der Bedarf für das tägliche Leben muss mühsam aus der Stadt nach oben getragen werden. Hinzu kommt, dass moderner Wohnkomfort nicht zu erwarten ist.

Trotzdem ist es ein besonderes Erlebnis durch Anafiotika zu bummeln und wird deshalb jedem Touristen empfohlen.

Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass ein ruhiger sonniger Sonntagmorgen dazu die beste Gelegenheit bietet.

Ein Streifzug durch Delphi (II/II)

Delphi, Tempelsäule mit Kapitell

Empfehlenswert ist es, sich vor dem Besuch von Delphi mit der Geschichte und Bedeutung des Heiligtums zu befassen, da es ansonsten schwer ist, die einzelnen Grabungsfunde zuzuordnen.
Es ist beeindruckend, die Vielfalt der Relikte vergangener Jahrhunderte vor sich zu erblicken.
Betritt man das Heiligtum durch das Haupttor, hat man einen Gesamtblick auf das Ausgrabungsgelände, was sich auf übereinanderliegenden Terrassen erstreckt.

Vom Haupteigang führt die Heilige Straße zum Apollontempel.

An der Heiligen Straße befanden sich zahlreiche Schatzhäuser. Das noch am besten erhaltene ist das „Schatzhaus der Athener“(s. Griechenland-Urlaub-Blog/Fotos). Dieses Schatzhaus wurde von Athen 1903-1906 wiederhergestellt.
Insgesamt gab es in Delphi 32 Schatzhäuser. Gebaut wurden sie von einzelnen Kommunen. So z. B. das Schatzhaus der Siphnier, welches von den Bürgern der Insel Sifnos errichtet wurde. Aufbewahrt wurden in diesen Gebäuden wertvolle Weihegeschenke.

Geht man weiter bergauf, kommt man zu dem großen Tempel des Apollon. Apollon war der Sonnengott und gleichzeitig auch der Gott der Weissagung. In diesem Tempel befand sich auch das berühmte Orakel von Delphi.

Dem Weg weiter folgend erreicht man schließlich das einst etwa 5000 Zuschauer fassende Theater und das Stadion.
Kleine Details, die man schnell übersieht, findet man vielerorts. Z. B. im Stadion Vertiefungen, in denen die Läufer beim Start die Füße stützen konnten, Löcher für die Speere, Inschriften etc.

Vom ehemaligen Gymnasion, dem Ort sportlicher Wettkämpfe, sind nur noch einige Bruchstücke erhalten. Es war auf zwei Ebenen angelegt. Die obere diente den Laufwettkämpfen, die untere den Ringern.

Etwas unterhalb des o.e. Haupteingangs befindet sich ein weiteres Ausgrabungsfeld, nämlich das Heiligtum der Athena Pronaia, Göttin der Weisheit. Charakteristisch ist der marmorne Rundtempel (Tholos) mit den drei verbliebenen (rekonstruierten) Säulen aus dem 4. Jahrhundert v. Christi.

Viele Fundstücke kann man im Archäologischen Museum besichtigen.
Dieses Museum liegt unmittelbar am Ausstellungsgelände.
Der erste Bau von 1903 wurde ständig erweitert und verfügt jetzt über 14 Ausstellungsräume mit einer Fläche von etwa 2300 m².
Die bekanntesten Ausstellungsstücke sind die Bronzestatue des Wagenlenkers und die Sphinx der Naxier.

Ein Streifzug durch Delphi (I/II)

Delphi, Halle der Athener
Wem ist nicht Delphi – zumindest vom Namen her – bekannt?
Das Apollon-Heiligtum und die Orakelstätte liegen an den steilen Hängen des fast 2500 m hohen Parnass-Gebirgszuges in Mittelgriechenland.

Delphi ist eines der bedeutendsten Heiligtümer Griechenlands, sahen doch die Griechen in der Antike das Apollon-Heiligtum als Nabel der Welt.

Heute gehört es zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Tausende Touristen besuchen jährlich Delphi.

Das antike Delphi ist auf verschiedenen Wegen erreichbar:
– mit dem Auto von Athen, knapp 200 Km
– bei Nutzung der Fährverbindung Italien-Patras mit dem Auto von Patras über die Brücke    Rio-Antirrio, etwa 120 Km
– Kreuzfahrtschiffe legen im Hafen Itea an und befördern die Touristen von hier mit dem Bus nach    Delphi, etwa 20 Km

Westlich der Ausgrabungsstätte liegt die heutige Kleinstadt Delfi.

Für eine Übernachtung wird allerdings empfohlen, ein Hotel in dem malerischen Bergdorf Arachova zu buchen, die Entfernung zur Ausgrabungsstätte beträgt nur 10 Km.

Mit Delphi verbinden wir heute oftmals zuerst das berühmte Orakel (s. Blogartikel vom 6. Mai 2013
„Die Orakel Griechenlands“) und das Amphitheater (s. Blogartikel vom 16. Juli 2012
„Amphitheater von Delphi wird wiedereröffnet“).

Aber wie man auf einem Rundgang durch die Ausgrabungsstätte feststellen kann, bietet Delphi weitaus mehr.

Wie die 1892 begonnenen Ausgrabungen griechischer und französischer Archäologen zeigen, geht die Gründung von Delphi etwa auf das 14. bis 11. Jhdt. v. Chr. zurück.
Zunächst der Göttin Gaia, der Mutter aller Götter gewidmet, wurde es später dem Gott Apollon, dem Gott des Lichts und der Künste, gewidmet.

Delphi durchlebte turbulente Jahrhunderte – Brände 548 v. Chr., Erdbeben im Jahr 373 v. Chr., die den Apollontempel zerstörten, vier Heilige Kriege, Belagerungen durch die Gallier, Kaiser Nero entwandt 67 v. Chr. 500 Statuen aus dem Apollonheiligtum.

Die Ruinen des heutigen Delphi und die im Museum ausgestellten Fundstücke nötigen uns Achtung und Respekt vor den in der Antike erbrachten Leistungen ab.

Das Heiligtum ist am Abhang eines Felsens erbaut, und zu seiner Besichtigung sind etwa 300 m Höhe zu überwinden.
Von der heutigen Straße 48 Arachova – Delphi kann man durch das Haupttor das Heiligtum betreten.
Was kann man besichtigen?

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Kategorie: Reisen Griechenland