Unwetter in Athen

Unwetter in Athen
Mit Griechenland werden in der Regel Gedanken an sonnige und schöne Ferientage verbunden. Aber wie überall gibt es natürlich auch in Griechenland Schattenseiten – Waldbrände, Erdbeben, Sturmfluten, Starkregen.

Erst am vergangenen Wochenende mussten wir das wieder zur Kenntnis nehmen. Der Tiefausläufer „Gonzalo“ tobte sich speziell in der Region Attika/Athen aus.

Schwere Überschwemmungen durch den Hurrikan „Gonzalo“ verwüsteten Wohnungen, Büros und trieben Autos durch die Straßen. In Tatoi, der ehemaligen Sommerresidenz des griechischen Königshauses (s. eBook “Faszination Griechenland”), fielen 64 Liter Regen pro Km²! Es ist erschreckend zu erleben, was eine solche Wetterfront anrichten kann.

Während meines Lebens in Griechenland wurde ich mehrfach damit konfrontiert.

So kam es im Dezember 1977 zu einer ähnlichen Wettersituation. In Kifisia, einem nördlichen Vorort von Athen, wandelten sich Strassen in reißende Bäche. Die extremen Ereignisse wurden noch dadurch begünstigt, daß große Flächen der Wälder des angrenzenden Berglandes abgeholzt waren und somit kein Mutterboden das Wasser aufnehmen konnte, ehemalige Bach- bzw. Flussläufe hatte man verlegt bzw. in zu klein dimensionierte Kanäle gezwungen. Die Folge – das Wasser suchte sich einen oberirdischen Weg mit fatalen Folgen. Abgesehen von den materiellen Schäden kamen viele Menschen ums Leben, vor allem die Bewohner von Souterrainwohnungen.

Diesem Unwetter folgte dann vom 6. bis 11. Januar 1978 eine extreme Kältewelle, die auch Athen einschneite. Auch 1986 waren außergewöhnlich starke Schneefälle besonders in Nord- und Mittelgriechenland, aber auch in Athen, zu verzeichnen. Zwei Meter hoher Schnee isolierte in Thessalien Bergdörfer.

Damals wie heute blieb das natürlich nicht ohne Auswirkungen auf den Schiffsverkehr, der in der Ägäis und im Ionischen Meer zeitweise eingestellt werden musste.

Ithaka und Homer

In den Prospekten der großen Reiseveranstalter findet man die Ionische Insel Ithaka nicht.
Nach der 2011 durchgeführten Volkszählung des Statistischen Amtes Griechenland (EL.STAT) lebten auf der Insel gerade einmal 3000 Einwohner.

Als der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann (s.auch eBook „Faszination Griechenland“)
1868 die Insel besuchte, waren es noch über 12000 Einwohner.

Der wichtigste Ort und gleichzeitig Hafen ist Vathy. Erreichbar ist die Insel mit Fährschiffen von Patras und Kefalonia. Berühmtheit erlangte die kleine Insel durch Homer, den berühmtesten Dichter der Antike. Ob Ithaka allerdings der Geburtsort von Homer ist, ist umstritten. Aber hier soll nach Homer der mythologische Held Odysseus gelebt haben. Er verließ Ithaka mit zwölf Schiffen und tausend Ithakern.

Schliemann glaubte, bei seinem o.e. Besuch auch die Reste des Palastes von Odysseus entdeckt zu haben – aber auch das ist umstritten.
Wenn man Patras als Ausgangspunkt für die Überfahrt nach Ithaka wählt, ist es empfehlenswert, in Patras einen Zwischenaufenthalt einzuplanen und Olympia, den Ort der antiken olympischen Wettspiele, zu besuchen.

Volos als Reiseziel

Volos, Kirche "Agios Konstantinos" Wenn die wichtigsten Städte Griechenlands erwähnt werden, muss man auch über Volos sprechen.

Mit etwa 85000 Einwohnern gehört die Stadt nicht zu den zehn größten Städten des Landes, ist aber trotzdem wirtschaftlich bedeutungsvoll.

Volos liegt am Pagasäischen Golf, auch als Golf von Volos bezeichnet und gleichzeitig auch am Fuß des Pilion-Gebirges (s. Blogartikel vom 3. April 2014 “Reiseziele im Pilion-Gebirge”).

In der mythologischen Geschichte Griechenlands sollen in diesem Gebirge die Zentauren, eine Mischung aus Pferd mit Menschenkopf, gelebt haben.

Verglichen mit anderen griechischen Städten gibt es in Volos leider keine historische Altstadt. Sie wurde bei einem Erdbeben 1955 zerstört. Heute findet man an dieser Stelle moderne Gebäude. Besonders deutlich wird das, wenn man die lange Uferpromenade entlang spaziert, an der sich ein Restaurant an das andere reiht. Hier genießt man zum frischen Fisch den bekannten Schnaps „Tsipouro“, der aus den Pressrückständen von Weintrauben gewonnen wird.

Dem Touristen bieten sich Möglichkeiten zur Besichtigung bzw. zum Besuch von Sehenswürdigkeiten
» Kirche Agios Konstantinos
» Türme und Mauerreste des Schlosses
» verschieden Museen
» der große direkt am Pagasäischen Golf gelegene Park
» der alte Bahnhof von Volos
» der Hafen (nur geeignet für Schiffe bis zu etwa 150m Länge).
» Pilionbahn (verkehrt nur im Sommer)

Der Tourist, der sich Volos als Reiseziel wählt, kann die Stadt sowohl per Bahn, Flug, Schiff oder Auto (Entfernung von Athen ca. 320 Km) erreichen. Das Interessante an diesem Reiseziel ist aber die Vielfalt der Erlebnismöglichkeiten. Neben der unmittelbaren Stadt findet man sowohl Strände als auch das Pilion-Gebirge mit seinen malerischen Dörfern und dem Skicenter. Das Gebiet ist vom Pauschaltourismus bisher verschont geblieben. Das liegt sicher auch daran, dass man, außer in Volos, keine größeren Hotels findet. Empfehlenswert ist es, eine Unterkunft in einem der wunderschön restaurierten malerischen Herrenhäuser (Archontiko) zu buchen.

Angistri – eine Insel im Saronischen Golf

Die Lage der Inseln im Saronischen Golf bietet für die Touristen viele Vorteile. Zum Einen die Nähe zu Athen und Attikas archäologischen Stätten und zum Anderen die geringen Entfernungen der Inseln im Golf zueinander. Auf einer Tageskreuzfahrt kann man z. B. problemlos drei Inseln besuchen. Ab Athen/Piräus bestehen oft mehrmals am Tag Verbindungen per Katamaran, Fähren oder Tragflügelbooten zu den Inseln. Jede Insel hat ihre Besonderheiten und geschichtlichen Hintergründe – Salamis, bekannt durch die Seeschlacht mit den Persern 480 v. Chr., Ägina hat Europas größtes Anbaugebiet für Pistazien, Hydra ist eine autofreie Insel, die Prominente und Künstler aus aller Welt anlockt. Natürlich hat die wachsende Beliebtheit gerade der beiden letztgenannten Inseln auch ihre Schattenseiten – in der Saison werden sie von Touristenströmen heimgesucht. Wer es etwas beschaulicher liebt, dem sei die Insel Angistri empfohlen. Es ist eine kleine Nachbarinsel von Ägina, und von dort aus auch per Boot nach 6 Kilometern erreichbar. Auf der Insel leben etwa 1000 Einwohner, auch hier wächst allerdings ständig in den Sommermonaten die Zahl der Touristen. Von einem Pauschaltourismus kann aber noch nicht die Rede sein. Die Insel ist bewaldet und leicht hügelig. Es gibt ein Netz von Wanderwegen, sodass Wanderfreunde auf ihre Kosten kommen und dabei die herrliche Landschaft genießen können. Die Flora von Angristi ist beeindruckend – Pinienwälder, Kamille, Rosmarin Oregano und Kapern prägen das Bild. Und auch jetzt noch im Oktober kann man in dem glasklaren Wasser interessante Tauchgänge durchführen. Die Tagestemperaturen liegen zwischen 14°C und 24°C, die Wassertemperaturen bei 22°C.

Die Markthallen von Athen

Fleischstand in der Markthalle Athen
Im Zentrum Athens treffen auf engem Raum zwei Welten aufeinander – der Okzident am Syntagma-Platz (Platz der Verfassung) und der Orient am Omonia-Platz (Platz der Einheit). Geht man vom Omonia westlich die Odon Athinas hinunter, erreicht man die Markthallen. Im antiken Athen war das Zentrum des öffentlichen Lebens die Agora, es war Versammlungsort, aber auch Marktplatz. Letzterem Zweck dienen auch diese uns heute bekannten Markthallen. Sie wurden 1886 in Betrieb genommen. In den großen mehrschiffigen Hallen werden Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst angeboten. Da sich im Athener Stadtzentrum keine Supermärkte wie bei uns befinden, dienen die Hallen der Versorgung der unmittelbar im Zentrum lebenden Bevölkerung. Bei einem Athen-Besuch ist ein Bummel durch diese Hallen auf jeden Fall zu empfehlen – ein besonderes Flair erwartet die Besucher. In den 1970er Jahren gab es noch in jeder Halle einen Stand mit einem Marktpolizisten. Hier konnten Beschwerden vorgebracht werden.
Das Leben in den Hallen erlischt jedoch nicht, wenn die Marktstände geschlossen werden. Drei Tavernen haben rund um die Uhr geöffnet. So kann man sich also auch nach Mitternacht nach einem Bummel durch die abendliche Plaka griechische Speisen, die man nicht überall bekommt, schmecken lassen. So z. B. die berühmte Patsá. Es ist eine mit Essig versetzte Kuttelsuppe, hergestellt aus den Innereien von Schaf und Rind. Gekocht wird die Suppe in großen Kesseln.
Weitere interessante Informationen zu Athen findet man in diesem eBook zu Griechenland
“Faszination Griechenland”
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Die Höhlen von Matala

Höhlen von Matala
Dass die Insel Kreta ein beliebtes und interessantes Reiseziel ist, ist ja allgemein bekannt.

Auch jetzt im September bis in den Oktober hinein, liegen sowohl die Luft- als auch Wassertemperatur noch über 20° C. Selbst im Winter ist die Insel eine Reise wert (s. Blogartikel vom 22.11.2011 „Winterreisetipp – die Insel Kreta“).

Man kann hier nicht nur die berühmten minoischen Paläste von Knossos und Festos besichtigen, sondern auch die zugegebenermaßen weniger spektakulären Wohnhöhlen von Matala.

Es ist trotzdem interessant, sich diese Höhlen einmal anzusehen.

An der Südküste Kretas liegt dieses kleine Dorf mit knapp 100 Einwohnern. Nach der griechischen Mythologie soll sich hier auch der olympische Gott Zeus aufgehalten haben. Wie auf dem Foto ersichtlich, wird die Bucht von einem Felsen umgeben. Das Gestein ist sehr weich und so wurden schon vor Jahrtausenden Wohnhöhlen in den Fels gegraben. Später wurden sie auch als Grabstätten genutzt. In den 1960er Jahren entstand in den USA die Jugendbewegung der Hippies. Es war eine Kultur, die sich für den Frieden einsetzte und gegen den damaligen Vietnamkrieg gewandt war. Hier in Matala bildeten die jungen Leute ein Kommune, die für ihren Aufenthalt die Felshöhlen ausgewählt hatte. Auch Bob Dylan und Cat Stevens sollen hier gelebt haben.

Athen und das Symbol der Eule

Schmuckstück mit dem Symbol der Eule
Die Eule ist ein Tier, welches die Menschen seit altersher fasziniert.
Sie ist nachtaktiv und unterscheidet sich in ihrem Äußeren grundsätzlich von anderen Vogelarten – große runde unbewegliche Augen, stark gekrümmter Schnabel, große Ohren. Um die Eule ranken sich viele Aberglauben – einerseits soll sie Unglücksbote, andererseits Glücksbringer sein. Und sie soll besonders klug sein, ein Vogel der Weisheit.
In der Antike war die Eule der griechischen Göttin Athena zugeordnet. Athena war die Göttin der Weisheit, der Kunst, und sie war die Schutzgöttin Athens, daher auch der Name der griechischen Hauptstadt. Die Athener bildeten die Eule auf ihren Münzen ab und gleichzeitig, wie auch auf dem Foto zu sehen, einen Olivenzweig. Denn auch der Olivenbaum war der Göttin Athene gewidmet. Nun war Athen in der Antike eine reiche Stadt, in der auch viele Wissenschaftler lebten. Warum also die Eule – in Form der Münzen – nach Athen tragen, wo es hier bereits Reichtum und Klugheit gab? Daher der Spruch „Eulen nach Athen tragen“?

Das Kloster des Heiligen Dionysios

Kloster des Heiligen Dionysios
Der höchste Berg Griechenlands, der Olymp, ist das Ziel vieler Bergsteiger und Wanderer. Im Blogartikel “Das Tempe-Tal in Thessalien” vom 26.8.2014 wurde die Autobahn A 1 als Hauptverkehrsweg zum Olymp-Massiv erwähnt. Nachdem man das Tempe-Tal durchquert hat, kann man in das Städtchen Litochoro abzweigen. Es ist eine Kleinstadt mit etwas über 7000 Einwohnern. In der Nähe, auf dem Weg zum Olymp, kreuzt der Europäische Fernwanderweg
E 4. Eine asphaltierte Straße führt ab Litochoro durch dichte Wälder zum Fuß des Olymp-Massivs. Am Ende dieser Straße befindet sich ein Parkplatz, ab dem dann der Aufstieg zum Olymp möglich ist. Bevor man diesen Parkplatz jedoch erreicht, bietet es sich an, die Ruinen des Klosters des Heiligen Dionysios zu besichtigen. Wie einer dort angebrachten Gedenktafel zu entnehmen ist, wurde das Kloster 1542 vom Heiligen Dionysios selbst errichtet. Während seiner langen Geschichte wurde das Kloster mehrfach geplündert und beschädigt. So wurde es 1821 von den Türken niedergebrannt. Die schlimmsten Zerstörungen wurden dem Kloster jedoch 1943 durch deutsche Truppen zugefügt. Die dann folgenden 60 Jahre war das Kloster eine Ruine, ein Zustand, der noch heute zu erkennen ist. Nunmehr hat man begonnen, mit ersten Maßnahmen das Kloster wieder zu rekonstruieren. Es wird wohl noch Jahre dauern, bis das Kloster wieder in alter Schönheit zum Leben erstanden ist.

Das Tempe-Tal in Thessalien

Tempe-Tal
Fährt man von Athen über Volos auf der Autobahn A1 in das Olymp-Massiv, wird das Tempe-Tal durchquert. Dieses Tal ist etwa 8 Km lang, beidseitig grün bewaldet und an der schmalsten Stelle nur ca. 40 m breit. Es wird von dem 65 Km langen Fluss Peneios durchflossen. Er mündet im Ionischen Meer.
Von einem Parkplatz auf der A1 erreicht man über eine Hängebrücke die Höhlenkirche Agias Paraskevi. Dieses Tal ist die wichtigste Verbindung von Athen, Thessalien nach Makedonien. Das betrifft sowohl die hier verlaufende Schienenverbindung zwischen Athen und Thessaloniki als auch die Straßenverbindung. Die Straße ist zwar in einwandfreiem Zustand, aber sehr schmal. Der gesamte nach Nordgriechenland führende Fahrzeugverkehr zwängt sich durch die Schlucht. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten.
Landschaftlich ist die Gegend sehr reizvoll. Um dieses Tal, wie übrigens auch um viele andere Orte in Griechenland, ranken sich Mythen um Apollon und Eurydike.
Ein Stopp im Tempe-Tal ist auf jeden Fall zu empfehlen!

City Break – Kavala

Bereits in dem Blogartikel „City Break – Athen“ vom 13. Juli 2013 wurde auf das wachsende Interesse an Städtereisen hingewiesen. Aus besonderem Anlass wird sich in Kürze für geschichtsinteressierte Touristen eine Städtereise nach Kavala/Amfipolis empfehlen.
Kavala ist eine Hafenstadt in Nordgriechenland, Ostmakedonien, mit etwa 70000 Einwohnern. Sie schmiegt sich an den 694 m hohen Mt. Symvolo, einen Gebirgszug, der zu den West-Rhodopen gehört und liegt am Golf von Thasos. Erreichbar ist Kavala per Schiff, Flugzeug und natürlich auch per Auto über die Nationalstraße 2 und die Europastraße 90. Die Geschichte Kavallas geht bis in das 7. Jahrhundert vor Christi zurück. Die Stadt besitzt viele touristische Sehenswürdigkeiten – das alte Türkenviertel, ein Kastell, ein römisches Äquadukt, das Tabakmuseum, den alten Leuchtturm. Ideal für einen City Break ist Kavala neben diesen Sehenswürdigkeiten auch deshalb, weil der Mt. Symvolo interessante Mountain Bike Routen bietet und die langen Sandstrände zwischen Kavala und Amfipolis zum Baden einladen – also sind vielfältige touristische Möglichkeiten vorhanden. Wie eingangs angedeutet, wird es aber in Kürze möglich sein, die touristischen Attraktionen zu erweitern.
Einem gestern in der Leipziger Volkszeitung veröffentlichten Pressebericht ist zu entnehmen, dass Archäologen in der Ortschaft Amfipolis einen außerordentlich bedeutsamen Grabungsfund gemacht haben – es wurde ein mazedonisches Königsgrab entdeckt. Fachleute glauben, dass es sich um eine Grabstätte für Mitglieder der Familie Alexander des Großen handelt. Vielleicht sogar um Alexander den Großen selbst oder um seine Frau Roxane. Die Bedeutsamkeit, die dem Fund zugemessen wird, kann man auch daraus ablesen, dass der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras seinen Unrlaub unterbrochen und der Grabungsstelle einen Besuch abgestattet hat. Die Archäologen wollen zunächst weiter in das Innere des Grabes vordringen und sich erst äußern, wenn endgültige Gewissheit besteht.

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Kategorie: Reisen Griechenland