Archiv für April 2012

Syros – Vergangenheit und Gegenwart einer Kykladeninsel (2/2)

Syros und seine Gegenwart
In den 1980er Jahren entwickelte sich langsam der Tourismus. Der internationale Tourismus spielt jedoch kaum eine Rolle.
Die Insel lebt vom Anbau von Getreide, Gemüse, Oliven und von der wiedererstandenen modernen Werft „NEORION Syros Shipyards“.
Viele alte Villen aus der Zeit des Klassizismus wurden rekonstruiert, das Apollon-Theater ist originalgetreu restauriert. Sehenswert ist das archäologische Museum sowie die Kirche Agios Nikolaos.
Die Insel ist mehrmals am Tag per Fähre ab Piräus sowie auch von Nachbarinseln zu erreichen. Auch die Unterkunft ist kein Problem. Es gibt Pensionen und Hotels. Ein sehr schönes Hotel ist ein ehemaliges Reederhaus, das Ipatia Guest House

Syros – Vergangenheit und Gegenwart einer Kykladeninsel (1/2)

Kanal von Corinth

Syros und seine Vergangenheit
Städte wie Athen, Thessaloniki und Volos bringt man heute selbstverständlich in Verbindung mit pulsierendem Leben, Wirtschaft, Handel und Kultur – aber Inseln wie z.B. Syros?
Syros ist eine Kykladeninsel mitten in der Ägäis – 84 Km² und ca.25000 Einwohner.
Hauptort ist die Stadt Ermoupoli (s.auch Artikel vom 20.Mai 2011 Tinos-Insel der nördlichen Kykladen, ein Reisetipp)

Die Insel wurde im 8. Jahrhundert v. Chr. durch die Phönizier besetzt.
Die bedeutungsvolle Entwicklung von Syros begann Angang des 19.Jahrhunderts. Mehr als 100 Unternehmen entwickelten sich – Getreidemühlen, Glasbrennereien, Webereien und Schiffswerften wie die 1861 gegründete NEORION-Werft. Diese Werft war eine der größten im damaligen Griechenland. Die Insel hatte bedeutende Handelsverbindungen, so mit Russland (Getreide), England (Eisen) , Deutschland (Stoffe). Mitte des 19. Jahrhunderts wurden etwa 70% des gesamten griechischen Geldverkehrs durch Ermoupoli abgewickelt. In Ermoupoli gab es Griechenlands erste Volksschule und auch das erste Telegrafenamt sowie viele Zeitungen.
Als der Wittelsbacher Prinz Otto von Bayern erster griechischer König wurde, kamen viele Baumeister mit nach Griechenland, die nicht nur das architektonische Bild von Athen sondern auch von Ermopouli prägten.
So z. B. Ernst Ziller, er baute das Rathaus von Ermopouli oder Johann Erlacher, der verschiedene Villen und die Molenanlage im Hafen baute.
Ende des 19. Jahrhunderts begann dann der Niedergang. Durch die Inbetriebnahme des Kanals von Korinth 1893 entwickelte sich Piräus zum Zentrum der Schifffahrt. Die reichen Familien verließen Syros, die Insel verfiel in die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutungslosigkeit.

Einige Gedanken zu den antiken Olympischen Spielen in Griechenland

Olympia, Eingang zum Stadion

Im westlichen Peloponnes liegt eines der wichtigsten Heiligtümer des antiken Griechenland – Olympia. Hier fanden aller vier Jahre die Olympischen Spiele statt. Das Zentrum wird vom Zeus-Tempel gebildet, der von verschiedenen Bauten für die Durchführung der sportlichen Veranstaltungen und für den Aufenthalt und die Vorbereitungen der Sportler auf die Wettkämpfe umgeben ist.
Es ist überliefert, dass z.B. die Spiele 728 B.C. nur einen Tag dauerten. Im Mittelpunkt standen die Läufer, die nackt eine Strecke von 600 Fuß liefen (heutige Umrechnung ca. 183m). Diese Entfernung war ein antikes griechisches Längenmaß, auch bezeichnet als „Stade“. Daraus abgeleitet entstand die heutige Bezeichnung für eine Sportstätte mit dem Begriff „Stadion“. Die damals erbrachten sportlichen Leistungen sind nicht bekannt – entscheidend für den Sieg war, welcher Läufer als erster die Ziellinie überquerte.
Das Olympia-Stadion hatte Platz für 45000 Zuschauer.
Interessant ist auch, dass an diesen Spielen nur Männer teilnehmen durften. Neben vielen anderen Sportarten, die zum olympischen Programm hinzukamen, war als einer der ältesten Wettkämpfe auch das Boxen. Bei den Ausgrabungen in Akrotiri auf der Kykladeninsel Santorini wurde eine Wandmalerei mit zwei boxenden Kindern freigelegt (zu Akrotiri s. auch den Blog-Artikel vom 11.4.2012 Archäologische Stätte von Akrotiri wieder geöffnet).
Für die Frauen war das Pendant zur Olympiade das Frauensportfest zu Ehren der Göttin Hera. Diese Veranstaltung, genannt „Heraia“, fand aller vier Jahre vor der Olympiade in Olympia statt. Neben dem Schleudern von Wurfspießen war der Höhepunkt ein Lauf über 160m. Im Gegensatz zu den Männern trugen die jungen Mädchen eine kurze Tunika.
Weitere Einzelheiten zu Olympia und der Olympiade sind auch dem eBook Faszination Griechenland zu entnehmen.

Europa-Nostra-Preise für Griechenland

Europa Nostra ist ein Verbund von internationalen Denkmalschutzorganisationen, der für herausragende Leistungen im Bereich der Erhaltung von Kulturerbestätten Preise vergibt. Die Preise werden von der Europäischen Kommission und dem Dachverband Europa Nostra seit 1978 vergeben.
Griechenland erhielt bisher folgende Preise:
– 1987 Athen, Erechtheion-Tempel auf der Akropolis
– 2008 bronzezeitliche Siedlung von Skarkos auf der Kykladeninsel Ios
2012 wurden insgesamt 4 Preise an Griechenland vergeben:
Kategorie „Konservierung“:
. Athen, Averof-Gebäude der Technischen Universität
. Patmos (südliche Sporaden), Windmühlen
. Sifnos (westliche Kykladen), Alte Zitadelle von Aghios Andreas
Kategorie „Engagierter Einsatz“:
. Kulturstiftung der Piraeus-Bankengruppe (s. auch Blogartikel vom 18.1.2012 Ausstellung im Olivenmuseum in Sparta/Peloponnes)

Die Preisverleihung erfolgt am 1.6.2012 im Jerónimos-Kloster in Lissabon.

AEGEAN-Airlines fliegt Insel Skyros an

Ein von Touristen vielbesuchtes Reiseziel ist die Ägäis-Insel Skyros, die zu der Inselgruppe der nördlichen Sporaden gehört. Sehr malerisch ist der Hauptort der Insel, der ebenfalls den Namen Skyros trägt – enge und verwinkelte Gassen mit Bauwerken im Kykladenstil. Ab Mai 2012 fliegt AEGEAN-Airlines die Insel ab Athen an. Die getroffene Vereinbarung gilt für 4 Jahre. Für alle Touristen ein großer Vorteil, denn die Flugdauer ab Athen beträgt nur 35 Minuten, der Flugpreis variiert je nach Wochentag für ein One-Way-Ticket von ca. 30,- bis 49,- Euro.

Griechenland und das UNESCO – Weltkulturerbe

Korfu,Kirche des Hl. Spyridon

 

Zum Schutz einmaliger und geschichtlich wertvoller Baudenkmäler wurde 1972 die World Heritage Convention unterzeichnet. Im Jahr 2012, also 40 Jahre später, haben 189 Staaten diese Convention unterzeichnet.
Griechenland ist dem Übereinkommen 1981 beigetreten. Weltweit wurden 936 Stätten aufgenommen, 17 davon befinden sich in Griechenland. Wer heute als Tourist das Land bereist, hat die Möglichkeit, sich diese herausragenden archäologischen Stätten in verschiedenen Teilen des Landes anzusehen. Die erste griechische Aufnahme in die Welterbeliste erfolgte 1986 mit dem Apollontempel bei Bassae auf dem Peloponnes. Als derzeit letztes Objekt wurde 2007 die Altstadt von Korfu aufgenommen – in den dazwischenliegenden Jahren solche bedeutenden Stätten wie die Akropolis in Athen, Delphi, Olympia, die Meteora-Klöster, die Schliemann-Ausgrabungen in Mykene, die Kykladeninsel Delos, die Altstadt von Rhodos.

Archäologische Stätte von Akrotiri wieder geöffnet

Archäologische Stätte von Akrotiri, 1976

Eine der sehenswertesten Ausgrabungsstätten Griechenlands, nämlich Akrotiri, befindet sich auf der Kykladeninsel Santorini. 2005 wurde sie geschlossen, um Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen. Seit heute ist sie wieder für die Öffentlichkeit zugängig. Ein Vulkanausbruch verschüttete die Stadt etwa vor 3500 Jahren. Durch meterhohe Asche- und Bimssteinablagerungen ist alles sehr gut konserviert. Die Besichtigungstour führt duch die ehemaligen Straßen, vorbei an noch fast intakten Häuserwänden und zahllosen Grabungsfunden, wie z.B. mannigfaltigste Tongefäße (s.auch Text und Fotos in dem eBook Faszination Griechenland ab S. 69).
Besuchern der Insel Santorini ist die Besichtigung der im Süden gelegenen Ausgrabungsstätte unbedingt zu empfehlen!
(weitere Hinweise zu Santorini im Blog-Artikel vom 23.9.2011 Meeresforschung vor der Insel Kreta)

Sifnos – Insel der Kykladen

Es gibt sie noch – die Inseln, die nicht vom Massentourismus überschwemmt werden. Inseln wie z.B. Serifos und die nur wenige Seemeilen entfernte Insel Sifnos. In der Antike wurde auf Sifnos Gold- und Siberbergbau betrieben, heute dominiert Landwirtschaft mit Oliven- und Weinanbau. Überwiegend individuell anreisende Touristen besuchen die Insel. Nach Athen/Piräus bestehen regelmäßige Fährverbindungen. In einem Artikel der Zeitschrift Forbes The Best of Greece-But Should You Go? wird die Insel mit ihren dicht aneinander gedrängten Dörfern und engen Gassen als stilvolles und beschauliches Urlaubsziel mit sauberen Stränden und gehobener Gastronomie empfohlen.

Nach Mykonos – in der Saison?

Mykonos-Taverna Nikos, April 2009

Eine der architektonisch interessantesten Inseln der Kykladen im Ägäischen Meer ist zweifelsohne die Insel Mykonos. Sehenswert die engen Gassen und weiß getünchten Häuschen, ein beliebtes Ziel für den Massentourismus. Um aber auf die Frage der Überschrift zu kommen – ich würde antworten NEIN! In den Saisonmonaten Juni bis August bevölkern tausende Urlauber das kleine Eiland. Die Folge sind überfüllte Tavernen, genervtes Personal, Gedränge in den Gassen, laute Diskomusik. Von dem griechischen Charme der Insel ist nichts zu spüren. Natürlich bestimmt das Interesse des Urlaubers den Zeitpunkt des Besuchs, aber wer etwas Griechenland erleben will, dem sei die Vor- bzw. Nachsaison empfohlen – das Leben verläuft gemächlicher und in den Tavernen findet man ohne Probleme einen Platz.

Magiritsa, die griechische Ostersuppe

Am 15. April 2012 wird in Griechenland der >Ostersonntag gefeiert und damit das Ende der griechisch-orthodoxen Fastenzeit. Der Osterbraten – Lamm auf Holzkohle gegrillt – steht im Mittelpunkt der österlichen Völlerei. Eine Spezialität ist die Magiritsa, die traditionelle griechische Ostersuppe. Sie ist dicklich, schmeckt säuerlich und ist die erste Fleischspeise nach der Fastenzeit. Bestandteile der Suppe sind die Därme und Innereien des Lamms, wie Herz, Leber, Lunge sowie Gewürze und Fleischbrühe. Die Innereien werden sorgfältig gewaschen, einige Minuten in Essig eingelegt und zusammen mit den Kräutern gekocht. Nach dem mitternächtlichen Ostergottesdienst wird die Magiritsa am frühen Ostersonntag serviert. Obwohl die grundsätzlichen Bestandteile überall gleich sind, variiert die Zubereitung von Ort zu Ort. Aber gleich, ob man sie auf einer Insel, z.B. Kreta, in Athen oder in einem der Bergdörfer wie Arachova bei Delphi genießt – uns hat sie immer geschmeckt!

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Kategorie: Reisen Griechenland