Archiv für Oktober 2012

Die griechische Autobahn A 2 – ihre Geschichte (1/2)

Während in Deutschland die weltweit erste Autobahn, die AVUS im Berliner Grunewald – 1921 in Betrieb genommen wurde, setzte der Bau von Autobahnen in Griechenland erst Ende des 20. Jahrhunderts ein.

Das hatte verschiedene Gründe.

Während in Deutschland, England, Frankreich die sich entwickelnde Industrialisierung, die zunehmenden arbeitsteiligen Beziehungen und engeren Verflechtungen der Industriebetriebe geradezu eine Modernisierung des Transportwesens auf Schiene und Straße erforderten, befand sich Griechenland noch im Stadium eines landwirtschaftlich geprägten Wirtschaftssystems. Es gab also keine industriell bedingten Verflechtungen. Hinzu kam, dass Griechenland auch nicht so ein bedeutendes Transitland war, durch welches internationale Warenströme flossen. Der an der Westküste liegende Hafen Igoumenitsa ermöglichte nur das Einlaufen kleinerer Schiffe. Ein natürliches Hindernis für den Autobahnbau bildet darüberhinaus auch der 80%ige Anteil von Gebirgen an der Landesfläche Griechenlands.

Übergeordnete Fernstraßen

waren in Griechenland die Nationalstraßen. Die Straßen hatten eine Fahrbahnbreite von 14m und in jede Fahrtrichtung nur eine Spur. Mit Beginn der 1960er Jahre wurden diese Straßen ausgebaut.
Die Nationalstraße 1, heute Autobahn A 1, verläuft über 550Km von Evzoni im Norden nach dem Hafen Piräus im Süden. Sie führt durch die thessalische Tiefebene und verbindet die beiden größten Städte Griechenlands, Thessaloniki und Athen.
Die West-Ost-Verbindung wurde durch die Nationalstraße 6 ab Igoumenitsa erreicht.
Beginnend Ende des 20. Jahrhunderts wurden mit Hilfe von EU-Mitteln die Nationalstraßen in Autobahnen umgebaut und auch gleichzeitig neue Autobahnen gebaut. So z. B. die A 6 im Ballungsraum Athen und die mit 670 Km längste Autobahn Griechenlands, die A 2. In der griechischen Bezeichnung trägt sie den Namen „Egnatia Odos“. Sie wurde 2009 fertiggestellt.
Das heutige Autobahnnetz Griechenlands umfasst etwa 3300 Km.

Mit dem Schiff nach Griechenland

Ein so vom Wasser dominiertes Land wie Griechenland mit über 3.000 Inseln, die rund 20% der Landfläche ausmachen, lädt ja wohl geradezu ein zu einer Anreise per Schiff, denn Griechenland ist auch ein Land der Häfen. Die typischen griechischen Kreuzfahrt-Destinationen Kreta, Rhodos und Zypern, aber auch Korfu und die Landeshauptstadt Athen mit Piräus sind viel gefragte Häfen auf Schiffsreisen nach Südosteuropa.
Wir lieben es, Griechenland von Italien aus zu erobern – und zwar auf der Fährschiff-Route von Venedig nach Patras. Denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass man mit den Fähren der Minoan Lines sehr angenehm reist, wenn auch nicht auf die modernste Weise, sondern eher ein wenig altmodisch. So gilt es, das Pkw-Deck schnell zu füllen, damit der Zeitplan eingehalten werden kann. Nicht selten haben wir unser Auto zwischen riesigen Lkw unterbringen müssen, die Obst und Gemüse transportieren.

Sobald wird uns auf dem Personendeck befinden, schalten wir um von Italienisch auf Griechisch. Der „griechische Blues“, wie der typische Rembetiko heißt, beschallt das Schiff aus sämtlichen verfügbaren Lautsprechern. Stimmungsvoller kann man den prachtvollen Anblick Venedigs kaum hinter sich lassen. Es lohnt sich der Weg auf eines der Oberdecks, um noch einmal auf die venezianischen Gassen und Kanäle zu schauen. Bald aber ist das offene Meer erreicht, und wir haben allen Grund, uns auf den Lockruf der Küche zu freuen, der besagt, dass das Restaurant endlich geöffnet ist und uns köstliche griechische Spezialitäten wie Fischgerichte oder Moussaka erwarten. Nach dem durchweg deftigen Essen kann ein Ouzo nicht schaden, er räumt den Magen auf.

Einen Tag und noch mal neun Stunden braucht man für die Überfahrt von Venedig nach Patras, die regelrechte Lebenslust will nicht aufkommen, ehe ich nicht den knallblauen griechischen Sommerhimmel über Patras sehe. Die drittgrößte Stadt in Griechenland ist auch gleichzeitig die Karnevalshochburg der Hellenen.

Der Ochi-Tag in Griechenland am 28. Oktober 2012

Geschichte und Bedeutung dieses Tages waren ja bereits Gegenstand des Blogartikels Ochi-Tag in Griechenland vom 25. September 2011. Es sollte aber auch in diesem Jahr an den zweitwichtigsten griechischen Feiertag und seine Bedeutung für die Griechen erinnert werden. Das vielleicht umsomehr, als die griechische Bevölkerung auch heute „Ochi“ sagt, wenn auch mit einem anderen politischen Hintergrund.
Ein Ochi zu einem radikalen Sparpaket, welches für viele Griechen erhebliche Einschnitte in ihrem persönlichen Leben bedeutet. Ein Ochi auch zu einem von aussen aufgezwungenen politischem und wirtschaftlichem Diktat.
Ob wie früher in Athen, Thessaloniki und anderen Orten auf dem Festland bzw. auf den Inseln Rhodos, Korfu, Kreta oder anderswo friedliche Umzüge oder machtvolle Demonstrationen stattfinden, bleibt abzuwarten.
Auf jeden Fall haben Supermärkte, Geschäfte und ggf. auch Museen und Tavernen geschlossen.

Griechenland und der medizinische Tourismus

Den alternativen Tourismus zu fördern ist Griechenland ja schon seit längerer Zeit bemüht. Bereits im Jahr 2011 hatte der Stellvertretende Minister für Kultur und Tourismus, Georgios Nikitiadis, den Thementourismus in den Vordergrund gestellt – Religionstourismus (s. Blogartikel vom 23. Juni 2011 Religionstourismus in Griechenland), Tauchtourismus, Wandertourismus und eben auch Kur- und Wellnessurlaub (s. auch hierzu die Blogartikel vom 19. und 22. Juli 2011 Wellness-Urlaub in Griechenland).
Die weltweit eingeschätzte positive Entwicklung des Tourismus bietet auch Griechenland viele Chancen, seine natürlichen Ressourcen und Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Die 1935 gegründete Hellenic Chamber of Hotels, der alle griechischen Hotels angehören, hat jetzt eine entsprechende Studie vorgelegt. Sowohl das Ministerium für Tourismus als auch das Ministerium für Gesundheit sind sich einig in dem Bestreben, den medizinischen Tourismus weiterzuentwickeln. Das brachte Mrs. Olga Kefalogiannidon, Ministerin für Tourismus, auf einer unlängst durchgeführten Konferenz in Athen zum Medizinischen Tourismus zum Ausdruck.
Wie aus den o.a. Blogartikeln ersichtlich, verfügt Griechenland über die entsprechenden Voraussetzungen, u.a. über etwa 700 heiße Quellen.
Bis Ende 2012 soll ein Gesetzentwurf vorgelegt werden. Dabei soll auch die Harmonisierung mit dem EU-Recht im grenzüberschreitenden Gesundheitswesen erreicht werden.
Der große Vorteil des medizinischen Tourismus besteht darin, den Urlaubsaufenthalt mit Wellness- oder medizinischen Anwendungen zu verbringen und trotzdem Badespaß zu haben oder antike Stätten zu besuchen. Griechenland verfügt sowohl über viele Hotels, die moderne Spa-Bereiche haben als auch über private Kliniken.
Derartige Einrichtungen sind inzwischen über das ganze Land verstreut – z.B. in Hotels in Kos, Rhodos, Santorini, Athen oder auf dem Peloponnes um nur einige Beispiele zu nennen. Aber auch Kurorte mit sehr guten Angeboten sind vorhanden – auf der Insel Euböa der Kurort Loutra Aidipsos oder der Kurort Kamena Vourla mit seinen heißen Quellen bei den Thermopylen.

Ein Herbsturlaub in Galaxidi

Täglich etwa sieben Stunden Sonnenschein bei 20°C Tagestemperatur – so zumindest die Mittelwerte – sind ideale Voraussetzungen, auch im Monat Oktober entspannte und erholsame Urlaubstage in der kleinen Hafenstadt Galaxidi zu verbringen.
Über Galaxidi
Galaxidi liegt in einer Bucht des Golfs von Korinth und gehört zur Präfektur Fokida. Wenn man die interessantesten Städte Griechenlands nennt, gehört Galaxidi einfach dazu.
Galaxidi war im 18./19. Jahrhundert eine der bedeutendsten Hafenstädte im Mittelmeerraum. Zeugen dieser Glanzzeit sind noch heute die schönen Kapitänshäuser, die liebevoll restauriert oft als Pensionen dienen. In gediegener Atmosphäre kann man sich hier wohlfühlen.
Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten findet der Besucher genug – die Kirche von Agios Nikolaos, das Museum für Volkskunst, das Schifffahrtsmuseum.
Enge Gassen, viele Tavernen, der Hafen mit seiner Promenade laden zum Bummeln und Verweilen ein.
Wie auch für viele andere Orte Griechenlands zutreffend, bietet die Umgebung zahlreiche interessante Sehenswürdigkeiten und Möglichkeiten der aktiven Erholung.
Der Weg nach Galaxidi
Bei Anreise mit dem Fahrzeug von Athen hat man bis Galaxidi etwa 200 Km zurückzulegen. An der Strecke liegt das Bergdorf Arachova, bekannt durch seine traditionellen Feiern aus Anlass des Osterfestes und gleichzeitig Ausgangspunkt zum Parnassos-Skizentrum.
Weiter führt der Weg vorbei an Delfi, dem berühmten Orakel der Antike, welches am Fuss des Parnassos-Gebirges liegt. Dieses Gebirgsmassiv ist ein interessantes Ziel der Kletterer und Bergsteiger.
Bevor man Galaxidi erreicht, kommt man nach Itea, Hafen und Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe. Während der Liegezeit der Schiffe besteht die Möglichkeit, sich Delfi und seine Ausgrabungen anzusehen. Der antike Hafen von Delfi war übrigens Kirra, heute zu Itea gehörend und nur wenige Minuten vom heutigen Hafen entfernt. In der Nähe von Itea befindet sich die größte Anbaufläche von Oliven, es sollen 500000 Bäume sein.
Die letzten etwa 16 Km der Strecke ab Itea bis Galaxidi führen an der Küste des Golfs entlang.
Fazit – eine Reise, viele Sehenswürdigkeiten!

28. Internationale Tourismus-Ausstellung in Thessaloniki

Thessaloniki kann man nicht unbedingt als touristischen Glanzpunkt bezeichnen. Trotzdem bietet auch diese Stadt eine Reihe interessanter Sehenswürdigkeiten. Sie ist die zweitgrößte Stadt Griechenlands und liegt am Thermaischen Golf. Wie bei Grabungen erwiesen, geht ihre Geschichte bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. zurück (s. Blogartikel vom 17. Juli 2012 Archäologische Funde beim U-Bahn-Bau in Thessaloniki).
Bekannt ist die Stadt als Industrie-, Universitäts- und Messestadt. Jährlich finden hier internationale und diverse Branchenmessen statt. Mit einer Fläche von 180000 m² ist das Thessaloniki International Exhibition Centre das größte Messegelände Griechenlands. Das Messegelände liegt im Stadtzentrum und ist sehr gut erreichbar.
Vom 22. 25. November 2012 findet hier die 28. Internationale Tourismus-Ausstellung statt – die Philoxenia. Die diesjährige Messe ist fokussiert auf neue Tourismusmärkte im Balkan sowie den südosteuropäischen Ländern. Die Besucher können sich umfassend bei den zahlreich vertretenen Reiseveranstaltern zu Angeboten der kommenden Saison informieren.
Organisator ist HELEXPO.
Mehr als 100 Vertreter des internationalen Tourismusmarkts werden teilnehmen – u.a. aus Russland, China, Türkei, Deutschland, Frankreich und USA.
Spezielle Veranstaltungen ergänzen das Messeangebot, so z.B. ein Kongress, der sich mit dem Religionstourismus befasst und die Frage stellt „Pilger oder Tourist?“.
Für den Messebesucher, der etwas Zeit mitbringt, bietet sich die Möglichkeit des Besuchs einiger Sehenswürdigkeiten – der Weiße Turm, Wahrzeichen der Stadt, die Ruinen des Römischen Palastes, Basilika des Heiligen Dimitrios, das Archäologische Museum, um nur einige Highlights zu nennen. Lohnenswert ist auch ein Besuch der Oberstadt mit ihren engen und verwinkelten Gassen und wenn die Zeit es zulässt ein Tagesausflug zur Mönchsrepublik auf der Halbinsel Chalkidiki.

30. Athens Classic Marathon 2012

Olympiastadion von Athen, 1896

Die Geschichte des Marathonlaufs reicht bis ins fünfte vorchristliche Jahrhundert, als die Perser den Versuch unternahmen, Griechenland ihrem Reich zuzuordnen. Doch die alles entscheidende Schlacht bei Marathon, einer kleinen Gemeinde nordöstlich von Athen, wurde von den Griechen gewonnen. Ein Soldat soll die Siegesbotschaft nach Athen gebracht haben und dort dann vor Erschöpfung tot umgefallen sein – geschichtlich belegt ist das Ereignis aber wohl nicht (s. eBook Faszination Griechenland).
Dieser Lauf war die Geburtsstunde des Marathonlaufs, der 1896 bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit zur Olympischen Disziplin gekürt wurde. Erster Sieger in dieser Disziplin war Spyridon Louis. Damals wie heute begann der Lauf in Marathon und führte über die Distanz von 42,195 Km nach Athen, wo sich das Ziel im Panathinaikos-Stadion befindet. Dieses Stadion wurde, nachdem es über Jahrhunderte völlig überwuchert war, wieder freigelegt, mit dem weißen Marmor aus den antiken Steinbrüchen des Penteli-Gebirges bei Athen aufgebaut und bei der ersten Olympiade der Neuzeit 1896 eingeweiht.
Seit 1982 ist der Lauf dem griechischen Sportler und Politiker Grigoris Lambrakis gewidmet. So ist das in diesem Jahr der 30. Athens Classic Marathon. Es wird mit etwa 10000 Läufern gerechnet. Gleichzeitig findet in Athen, im Zappeion, eine Marathon-Expo statt.
Hier werden auch die Startnummern vergeben. Das Zappeion ist übrigens das erste speziell für die Olympiade 1896 errichtete öffentliche Gebäude.
Die Marathon-Expo findet am 9. und 10. November statt, der Lauf dann am 11. November 2012. Zahlreiche Reiseunternehmen bieten spezielle Reisen zu den 30. Athens Classic Marathon an.

Kreta und die Russen

Kreter in Agios Nikolaos
Kreta, die größte Insel Griechenlands, ist ein herrliches Ferienparadies – Gebirge mit tiefen Schluchten und fruchtbaren Ebenen sowie sehenswerten Ausgrabungen wie die Paläste von Knossos und Phaistos und wird von Touristen aus aller Welt besucht. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen zwischen 15°C und 22°C, und selbst die Wintermonate sind noch eine angenehme Reisezeit ( s. Artikel vom 27.9.2012 Kreta-Sonniger Urlaub im Mittelmeer).
Es wundert deshalb nicht, dass Kreta diese günstigen Bedingungen in die Waagschale wirft, um den Tourismus anzukurbeln. Wie im Prinzip jede Region Griechenlands kämpft auch Kreta um wirtschaftlichen Aufschwung und stellt deshalb eine enge Verbindung zwischen Wirtschaft und Tourismus her. Auf dem diesjährigen Welttourismustag vom 27.9.2012 bis zum 29.9.2012 fanden in Iraklion und anderen Städten zahlreiche Veranstaltungen unter breiter Beteiligung von Bevölkerung, Künstlern, Tourismusorganisationen und Vertretern des Wirtschaftslebens statt (s. travelling news vom 2.10.2012). Gleichzeitig gab es erfolgreiche Gespräche und Verhandlungen zwischen kretischen und russischen Unternehmen, die am 1.10.2012 zu insgesamt vier über fünf Jahre laufenden Verträgen führten. Gegenstand ist die Lieferung kretischer Landesprodukte wie Honig, Olivenöl, Marmelade, Süßigkeiten. Auch der Tourismus von Russland nach Griechenland soll angekurbelt werden. Während sich die Einreise deutscher und britischer Touristen rückläufig entwickelt hat, sind die Zahlen russischer Touristen in den letzten Jahren rasant gestiegen. Waren es 2044 nur 140000 russische Touristen, erhöhte sich diese Zahl 2011 auf etwa 740000, und 2012 wird damit gerechnet, dass die Millionengrenze in Kreta überschritten wird.

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Kategorie: Reisen Griechenland