Archiv für November 2012

Die griechischen Wintersportgebiete – ein Reiseziel

Makrinitsa, Winter 1986
Nachdem nun in Mitteleuropa ein vergleichsweise milder November seinem Ende entgegengeht und sich langsam winterliche Verhältnisse einstellen, kann man über einige Tage Wintersporturlaub nachdenken. Viele Urlauber richten dabei hauptsächlich ihre Blicke in die Alpenländer – Österreich, Schweiz, Frankreich. Aber warum einen Winterurlaub in herrlicher Bergwelt nicht mit der Möglichkeit verknüpfen, mit einem kleinen Abstecher antike Stätten, Ausgrabungen oder Klöster zu besichtigen?
Dafür bietet sich Griechenland an – Sonne, Strand und Badefreuden sind zwar die ersten Gedanken, wenn man von diesem Land spricht, aber Griechenland bietet mehr. Es bietet eben auch Möglichkeiten, einen interessanten Wintersporturlaub in einem von mehr als zwanzig Skigebieten zu verbringen. Die besten Voraussetzungen werden durch die Topographie des Landes geschaffen, denn etwa 80% der Landfläche sind Gebirge. Die Wintersportgebiete befinden sich in den Regionen Zentralgriechenland, Peloponnes, Thessalien, Epirus, Thrakien und Makedonien. Möglich sind sowohl Abfahrts-Ski als auch Langlauf. Die Gebiete liegen in Seehöhen zwischen 1170m (Pilion-Gebirge) und 2455m (Mount Parnassos). Das größte und bedeutendste Wintersportgebiet befindet sich auf dem Mount Parnassos (s. Blogartikel „Skigebiet Mount Parnassos“ vom 2. September 2011). Hier gibt es 13 Liftanlagen und 36 Km Pisten. Eine weitere große Anlage liegt in Zentralmakedonien auf dem Berg Vermio in der Präfektur Imathia mit 10 Liftanlagen und 15 km Pisten. Alle Wintersportgebiete haben zwar einen eigenen Webauftritt, allerdings nur in griechischer Sprache.
Informationen zu Wintersport- und Skigebieten sind auch erhältlich über diese website:
http://www.gtp.gr/TDirectoryDetails.asp?ID=585
über die man Anfragen an den Griechischen Ski-Verband „Hellenic Ski Federation“ senden kann.

Die Ausstellung „Mythos Olympia-Kult und Spiele in der Antike“

Begriff und Bedeutung des Wortes „Olympia“ sind wohl nicht nur Griechenland-Touristen bekannt. Spätestens aller vier Jahre nach Ablauf der Olympiade, also des Zeitraums der zwischen den olympischen Spielen liegt, fiebert die ganze Welt den olympischen Veranstaltungen entgegen. Es gibt wenige Ereignisse, die die Menschen auf der ganzen Welt seit der Antike so in ihren Bann ziehen wie diese Spiele. Nicht zu Unrecht spricht man deshalb vom „Mythos Olympia“ – wo befand sich das Heiligtum, wie fanden die Spiele statt, welche Sportarten gab es und welche Ausgrabungserfolge können wir heute besichtigen? Natürlich ist es am interessantesten, sich vor Ort, also in Olympia auf der Halbinsel Peloponnes, selbst ein Bild davon zu machen (s.Blogartikel vom 23.April 2012 Einige Gedanken zu den antiken Olympischen Spielen in Griechenland).
Die Grabungen, die im 18. Jahrhundert begannen und bis heute fortgeführt werden, brachten wahre Schätze ans Tageslicht. Aber auch ohne eine Reise nach Griechenland kann man sich ausführlich über Olympia informieren – im Martin-Gropius-Bau in Berlin, einem der bekanntesten Ausstellungsgebäude Deutschlands, kann man bis zum 7. Januar 2013 die Ausstellung „Mythos Olympia – Kult und Spiele in der Antike“ besichtigen. Das Heiligtum des Zeus wird dargestellt, die Ausgrabungsgeschichte dokumentiert und die antiken Sportarten vorgestellt. Mehrere hundert Exponate aus Griechenland, Frankreich, Deutschland und dem Vatikan vermitteln Eindrücke von Olympia.

Einige Bemerkungen zum griechischen Tourismus 2012

Dass Griechenland nach wie vor mit wirtschaftlichen und politischen Problemen und ihren Auswirkungen auf den Tourismus zu kämpfen hat, ist wohl unumstritten. Mehr Geld von der EU, weitere zwei Jahre Aufschub zum Sparen, ein eventueller Schuldenschnitt – all das wird sich aber positiv auf Wirtschaft und Tourismus auswirken.
Noch ist jedoch die Wirtschaftsleistung weiter im Sinkflug – 7,2 % liegt sie unter dem Vorjahres-Niveau. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Untersuchungsergebnissen des Informationsportals von Trivago wider.
Trivago ermittelte über eine Metasuchmaschine von weltweit 500000 Hotels die Preise. Im Ergebnis dessen wurde zur bevorstehenden Winterzeit eine fallende Hotelpreistendenz in den europäischen Ländern festgestellt.
Bezogen auf Griechenland trifft das auf fast alle bedeutenden Städte und auch auf die 19 Wintersportgebiete zu.
Die durchschnittlichen Übernachtungspreise für ein Doppelzimmer im Monat November 2012 wurden denen des November 2011 gegenübergestellt. So zeigten z.B. die Preise für Thessaloniki einen Rückgang von ca. 13 %, Athen ca. 8 % und Glyfada (s. eBook Faszination Griechenland), dem Nobelwohnviertel von Athen, sogar 19 %!
Diese Situation der gesunkenen Preise scheint sich andererseits jedoch positiv auf die Ankünfte internationaler Touristen auf den touristisch wichtigsten Flughäfen auszuwirken. Der Verband der Touristikunternehmens Griechenlands – SETE – hat in den ersten zehn Monaten 2012 steigende Ankünfte u.a. in Korfu mit plus 6% und Mykonos mit plus 7 % ermittelt.
Sorgenkind bleibt aber Athen mit minus 12 %. Hier könnte man annehmen, dass die aggressive Stimmung, Demonstrationen, Streiks, Krawalle die Touristen von einem Besuch der Hauptstadt abhalten. Schade, denn gerade Athen hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Interessant wird es sein, die Ergebnisse der internationalen Tourismus-Messe Philoxenia auszuwerten. Die Messe findet vom 22.-25. November 2012 im Thessaloniki International Exhibition Centre statt.

Das Archäologische Museum in Iraklio

Wandmalerei im Palast von Knossos
Auch im Monat November ist die Insel Kreta durchaus noch eine Reise wert, speziell die Nordküste, an der Iraklio liegt. Hier ist das Klima trockenwarm, die Tagestemperaturen liegen zwischen 14°C und 20°C, die Wassertemperaturen betragen etwa 20°C. Kreta bietet ja eine Unmenge sehenswerter Schätze.
Die Anfänge der Besiedlung der Insel reichen bis 6000 v.Chr. zurück, 2000 v.Chr. wurden dann die ersten Palastanlagen errichtet. So der Palast von Knossos, etwas später die Paläste von Phaistos und von Malia.
Am bekanntesten und größten ist der Palast von Knossos, der etwa 4 Km von Iraklio entfernt ist. Wie auch fast alle anderen Paläste Kretas wurde er etwa 1700 v.Chr. durch ein schweres Erdbeben zerstört. Wahrscheinlich war das Beben die Folge des gewaltigen Vulkanausbruchs auf der Kykladeninsel Santorini. Die zerstörten Paläste wurden später wieder aufgebaut, und davon stammen die Ruinen, die noch heute besichtigt werden können.
Die Sehenswürdigkeiten der Insel bieten für jedes touristische Interesse etwas – die Hafenfestung Koules, den Morosini-Brunnen, das erst 2005 eröffnete Aquarium oder die Wohnhöhlen im Dorf Matala und natürlich die Badestrände. Neben den ehemaligen Palastanlagen selbst findet man wertvolle Ausstellungstücke in den Museen. Den besten Überblick über die minoische Kultur, die prägend für die Insel war, erhält man im Archäologischen Museum im Stadtzentrum an der Platia Eleftherias.
Nach Reorganisation der Sammlungen des Museums wurde am 4.11.2012 eine Ausstellung eröffnet, die Funde aus den Palästen und Villen zeigt, u.a. Wandmalereien im Hauptgebäude des Museums, Sammlungen von Skulpturen, Darstellung der minoischen Welt.
Bis Ende November werden jeden Donnerstag und Freitag kostenlose Führungen durch Archäologen angeboten. Eine günstige Gelegenheit, die man wahrnehmen sollte.

Die griechische Autobahn A 2 – ihr Verlauf

Hafen Igoumenutsa

Die A 2 ist die erste Autobahn in Nordgriechenland. Sie verbindet die Hafenstadt Igoumenitsa mit Alexandroupoli und geht weiter bis zur türkischen Grenze. Diese Autobahn ersetzt die alte Nationalstraße 6.
Ich habe sie kurz nach ihrer Freigabe 2009 befahren und war von der landschaftlich interessanten Strecke begeistert.

Der Verlauf

Sie führt durch die Bergregion des Pindos-Gebirges und ist in ihrer gesamten Länge Bestandteil der Europastraße E 90 (von Lissabon bis zur türkisch-irakischen Grenze).
Igoumenitsa ist nach Vertiefung der Hafenbecken der wichtigste Hafen für Verbindungen nach Westeuropa. Für aus Deutschland mit dem Pkw anreisende Touristen aber auch deshalb interessant, weil es tägliche Fährschiffverbindungen von Italien nach Igoumenitsa gibt. Innergriechisch werden die Häfen Patras, Korfu und Paxos angelaufen. Die Strecke ab hier bis Alexandroupoli bietet für Touristen die Möglichkeit interessanter Zwischenstopps.

Die Sehenswürdigkeiten

Mit dem Pkw von Igoumenitsa kommend fährt man in einigen Kilometern Entfernung an Ioannina, Hauptstadt der Region Epirus, vorbei. Interessant ist das alte Zentrum der Stadt.
Über Ioannina fahrend erreicht man nach ca. 50 Km die berühmte Vikos-Schlucht im Pindos-Gebirge.
Wieder auf der A 2 ist das nächste interessante Ziel das Bergdorf Metsovo. Auf dieser Strecke wird die 540 km lange Metsovo-Brücke überfahren, die eine 120 m tiefe Schlucht überspannt.
Nach dem Dorf Metsovo die A 2 in Richtung Kalmpaka verlassend, befinden sich in einer Entfernung von ca. 60 km die weltberühmten Meteora-Klöster.
Im weiteren Verlauf der Strecke wird allerdings empfohlen, direkt nach Grevena auf der Nationalstraße 15 zu fahren und erst dort weiter auf der A 2, da diese Route kürzer ist. Am Abzweig Kozani dann wechseln auf die Autobahn A 72 nach Ptolemaida. Hier befindet sich das Energiezentrum Griechenlands mit großen Kraftwerken auf Braunkohlebasis. Die Tagebaugeräte wurden in den 1970er/1980er Jahren von deutschen Firmen in Kooperation mit griechischen Firmen geliefert und montiert. Nicht unbedingt für jeden Touristen interessant, wohl aber für Technikbegeisterte. Hier soll übrigens auch eines der weltgrößten Solarkraftwerke entstehen.
Wieder zurück auf der A 2 kann man über die Abfahrt nach Veria auf der Nationalstraße 4 das bekannte Weinanbaugebiet Naoussa erreichen
(24 km). Hier befinden sich die Weingüter Boutari und Tsantali. In Veria fließt auch der längste Fluss Griechenlands, der Aliakmonas.
Auf der A 2 weiter kommt man über Thessaloniki nach Kavala, Hafenstadt am Golf von Thassos. Verschiedene Sehenswürdigkeiten sind hier für den Touristen interessant – eine Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert, ein römisches Äquadukt sowie das alte Türkenviertel mit seinen engen Gassen.
Das Ziel dieser West-Ost-Querung Griechenlands ist Alexandroupoli, 1871 gegründete Hafenstadt mit knapp 70000 Einwohnern.
Natürlich konnten hier nur einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten erwähnt werden.
Weitere Details sind dem eBook Faszination Griechenland zu entnehmen.
Ersichtlich wird durch diese zusammengefassten Schilderungen aber auch, dass der Autobahnbau nicht nur unmittelbaren Nutzen für Industrie und Landwirtschaft, sondern auch für den Tourismus hat!

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Kategorie: Reisen Griechenland