Archiv für September 2013

Die Thermopylen-Gedanken an die antike Vergangenheit Griechenlands

Es gibt in Griechenland zahllose antike Monumente, die an sich allein schon eine Reise wert wären – die Akropolis, Olympia, Palast von Knossos – um nur einige zu nennen. Aber es gibt auch Ausgrabungen und Gedenkstätten, die etwas abseits von den großen Touristenrouten liegen und deshalb leider oftmals ein Schattendasein fristen.
So auch die

Thermopylen

Fährt man auf der Autobahn A1 (Europastraße E 75) von Athen in Richtung Norden wird der Regionalbezirk Fthiotida durchquert. Seit der Antike ist das Gebiet ständig besiedelt.
Es ist eine Landschaft, die durch Bergketten, Schluchten, zerklüftete Küsten und Heilquellen gekennzeichnet ist.
Insgesamt sieben Heilbäder befinden sich in Fthiotida.
Das Heilbad Kamena Vourla erreicht man nach etwa 180 Km, und nur zwanzig Kilometer weiter kommt man zu den Thermopylen. Der Name leitet sich von den hier befindlichen heißen Quellen ab.
Die Thermopylen sind ein sehr geschichtsträchtiges Gebiet.
Vor nunmehr etwa 2500 Jahren fand hier die bedeutungsvolle Schlacht zwischen den Persern und dem griechischen Heer unter seinem Feldherrn Leonidas I. statt. Der antike Geschichtsschreiber und Völkerkundler Herodot hat die Details dieses Kampfes niedergeschrieben. Die Thermopylen liegen am Golf von Malia auf der einen Seite und auf der anderen Seite am Fuße des Bergmassivs Kallidromo. Zwischen diesen beiden geographischen Gegebenheiten war in der Antike nur ein sehr schmaler Pfad vorhanden, der den Weg nach Athen freigab. Aber dieser Engpass war von besonderer Bedeutung für die Verteidigung gegen die von Norden einfallenden persischen Feinde. Im Zuge ihres Expansionsstreben in Europa führten die Perser mehere Kriege gegen die Griechen. Die Schlacht bei den Thermopylen fand im Jahr 480 v.Chr. statt. Nur wenige hundert griechische Kämpfer standen tausenden persischen Soldaten gegenüber. Die Schlacht dauerte drei Tage. Da ein Verräter die Perser über einen Bergpfad in den Rücken der Griechen führte und die dadurch umzingelt werden konnten, verloren die Griechen trotz heftigster Gegenwehr und heroischer Selbstaufopferung die Schlacht. Auch ihr Heerführer Leonidas I. fiel.
Bis heute hat sich der morphologische Zustand der Thermopylen wesentlich geändert – der historische Engpass ist nicht mehr zu erkennen. Das Meer hat sich zurückgezogen, und eine breite Landfläche ist entstanden.
Aber ein Denkmal des Leonidas erinnert an diese historische Schlacht.
Wer also einmal die beschriebene Strecke von Athen in nördliche Richtung fährt, sollte etwa zwanzig Kilometer nach Kamena Vourla am Denkmal der Thermopylen, am Denkmal des Heerführers Leonidas I. halt machen!

Athens berühmte Friedhöfe

Kerameikos - der bedeutendste antike Friedhof Athens
Es ist nicht möglich, alle Sehenswürdigkeiten Athens aufzuzählen – die Akropolis, das alte Olympiastadion, die Altstadt Plaka, zahlreiche Museen und so weiter. So auch Friedhöfe.Sie sagen viel über die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner aus.
Natürlich hat eine Millionenstadt wie Athen zahlreiche Friedhöfe, aber zwei davon sind besonders interessant, und die sollen hier vorgestellt werden.

Keramaikos-Friedhof

Die Akropolis war das einstige Zentrum der Stadt. Hier befanden sich die berühmten Theater, die Agora, und in nordwestlicher Richtung hatten Handwerker ihre Werkstätten. Steinmetze, Schmiede und auch die Töpfer (griech. Keramika). Nach dem Töpferviertel wurde auch der angrenzende damalige Hauptfriedhof der Stadt „Keramaikos“ genannt.
Ab 1863 begann man schon mit den Ausgrabungen des Friedhofs. Zahlreiche Funde wie z. B. Grabdenkmäler befinden sich im Nationalmuseum in Athen und können dort besichtigt werden.
Details zum Friedhof kann man dem nebenstehenden Foto entnehmen.

Erster Athener Friedhof

Auch er liegt im Prinzip im Stadtzentrum, etwa 2 Km südöstlich der Akropolis. Der Friedhof wurde 1834 angelegt und ist noch heute in Gebrauch. Bereits als Athen als neue Hauptstadt Griechenlands geplant wurde, wurde das heutige Gelände in parkähnlicher Form als Friedhofsgelände ausgewiesen. Imposant ist diese Anlage vor allem wegen seiner Grabdenkmäler. So befindet sich hier das Mausoleum des deutschen Archäologen Heinrich Schliemann, welches von dem Architekten Ernst Ziller entworfen wurde (s. auch eBook „Faszination Griechenland“. Der Fries zeigt Szenen der Ausgrabungsarbeiten von Schliemann in Griechenland. Viele bekannte Persönlichkeiten des griechischen lebens fanden hier ihre letzte Ruhestätte – Melina Merkouri, griechische Sängerin und Politikerin, Andreas Papandreou, Ministerpräsident, Theodoros Kolokotronis, griechischer Freiheitskämpfer, um nur einige zu nennen.

Die Region Attica – Athen live!


Odeon des Herodes Atticus in Athen

Zweifelsohne steckt Griechenland noch tief in der wirtschaftlichen Krise. Aber in zumindest einem Sektor, nämlich dem Tourismus, sind beachtliche positive Entwicklungen zu verzeichnen. Besonders in Athen und der Region Attica.
Hier konnte die Belegung der Hotelzimmer im Zeitraum Januar bis August 2013 um etwa 8% gesteigert werden. Eine besonders positive Entwicklung verzeichnet der Hafen Piräus. Laut Statistiken, die der Chef der Hafenorganisation Piräus (OLP) bekanntgab, waren die Zahlen der Transit-Touristen bereits im I. Quartal 2013 um 25% gestiegen und jetzt bis August um 43%.
Aber auch die Museen und archäologischen Stätten verzeichnen beachtliche Besucherzuwächse und das nicht nur in Athen und Attica sondern im ganzen Land.
Die Pressestelle der HELLENIC STATISTICAL AUTHORITY gab am 11. September 2013 bekannt, dass im Mai 2013 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum 12,3% Besucher mehr in den Museen und 30,8% Besucher der archäologischen Stätten zu verzeichnen waren.
Um den Tourismus anzukurbeln wurden zahlreiche Massnahmen umgesetzt.
So z.B. eine reduzierte Mehrwertsteuer für die Gastronomie oder die Schaffung eines informativen Internetauftritts „Region of Attica – Athens live“. Es ist ein modernes Informationsportal in sechs Sprachen und wird wöchentlich aktualisiert.
Wer nach Griechenland reisen will, sollte sich also zuvor auf der website „Region of Attica – Athens live“ informieren!

Zakynthos – Insel der Schildkröten

Zakynthos

ist sowohl der Name der Insel als auch gleichzeitig der Name der Hauptstadt. Es ist eine Insel im Ionischen Meer (s. auch eBook Faszination Griechenland). Im Prinzip eine größtenteils bergige Insel, die jedoch auch fruchtbare Ebenen hat in denen Olivenbäume, Zitrusfrüchte und Weintrauben gedeihen.
Wie so viele griechische Inseln hat auch Zakynthos eine reiche Vergangenheit, die bis in die prähistorische Zeit von Homer zurückreicht.
Römer, Franzosen, Russen und Engländer hatten die Insel besetzt, erst seit 1864 gehört Zakynthos zu Griechenland.
Was bietet die Insel dem heutigen Touristen?
Zakynthos ist bei der Entwicklung des Tourismus sehr vorsichtig vorgegangen – die alte Kultur und Architektur wurden geschützt. Große Hotelkomplexe findet man nicht, wohl aber kleine bis mittlere Pensionen, die jeglichen Komfort bieten.

Die Stadt

liegt am Fuß der Venezianischen Festung, von der man einen herrlichen Blick auf Stadt und Meer hat. Zu empfehlen ist ein Besuch des Stadteils Bochalis mit seinen alten Häusern, stillen Gassen und typischen Kaffeehäusern und ein Bummel durch die malerischen Arkaden des Hauptplatzes Ajios Markos. Sehenswert auch die griechisch-orthodoxen Kirchen und die alten Herrschaftshäuser.

Die Strände

der Insel locken auch noch im Oktober zum Baden – Tagestemperatur ca. 23° C, Wassertemperatur ca. 21° C. Man kann die Vielzahl der Strände nicht aufzählen. Die bekanntesten Strände und Ferienorte findet man in Laganas, Argasi und Alikes. Aber auch die Felsenküsten mit ihren Grotten und Höhlen lohnen einen Besuch.
Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Schiffswrack in der Navagio-Bucht.Hier liegt das Küstenmotorschiff „Panagiotis“ auf dem Strand. Das Wrack ist jedoch nur vom Wasser aus erreichbar.

Die Wasserschildkröte

Caretta caretta genießt einen besonderen Schutz. Das wird auch verständlich, wenn man weiß, dass maximal 5 von 1000 jungen Schildkröten überleben. Um die Tiere zu schützen wurde in der Bucht von Naganas ein Nationalpark geschaffen.

Die Erreichbarkeit

der Insel ist in vielerlei Hinsicht gegeben. Autofähren verkehren regelmäßig zwischen Kyllini/Peloponnes und Zakynthos.
Auch die Busgesellschaft KTEL unterhält regelmäßige Busverbindungen zwischen Athen, Thessaloniki und Zakynthos.
Über den internationalen Flughafen Zakynthos „Dionysios Solomos“ ist die Insel an Athen angeschlossen und während der Touristensaison durch Charterverbindungen mit den wichtigsten Destinationen in Europa verbunden.

Kreta – Eindrücke einer Rundreise

Kreta ist die größte aller griechischen Inseln und außerdem die fünftgrößte im Mittelmeer. Dementsprechend beliebt ist sie bei Touristen und zieht aufgrund ihrer Vielfältigkeit zahlreiche Besucher an. Etwa drei Millionen Menschen pro Jahr wählen die Insel als Urlaubsziel, wobei die Deutschen mit ca. 500 Millionen Euro noch vor den Russen am meisten Geld dort ausgeben.
Auch ich habe mich im Mai auf den Weg dorthin gemacht, um die vielumworbene Insel näher kennenzulernen. In sieben Tagen habe ich versucht möglichst viele Eindrücke zu sammeln und die bekanntesten Orte zu besuchen.
Zu den größeren Städten zählt neben Heraklion auch Chania und beide sind durchaus einen Besuch wert.
Heraklion liegt im mittleren Norden der Insel und ist mit rund 174.000 Einwohnern die Hauptstadt der Insel. Die meisten Besucher und Reisenden kommen am Flughafen oder am Hafen von Heraklion an.Im Jahre 1204 wurde die Stadt an die Venezianische Republik verkauft. Aus dieser langen venezianischen Epoche Stammen die Festung und die Festungsmauern am Hafen, sowie zahlreiche andere Gebäude die bis heute wunderbar erhalten sind.
Chania ist neben Heraklion die wohl bekannteste Stadt der Insel. Die 54.000 –Einwohnerstadt verfügt über den zweiten Flughafen Kretas und liegt etwas westlicher, ebenfalls an der Nordküste der Insel.Unter dem Einfluss der Ottomanen im 17. Jahrhundert verlor der Hafen in Heraklion an Bedeutung und ein Großteil des Schiffsverkehrs wurde nach Chania verlagert.
Die Landschaft Kretas ist sehr bergig und deshalb bietet die Insel nicht nur Badeurlaubern sondern auch Wanderern ideale Bedingungen. Die höchste Erhebung ist mit 2456 Metern das Ida-Gebirge. Besonders beliebt sind auch die vielen Schluchten die sich bis zu 17 Kilometer in die Landschaft furchen und neben einer Herausforderung für Wanderlustige auch wunderschöne Naturvielfalt bieten. Ich habe die Imbros-Schlucht im mittleren Süden erkundet, die zwar mit acht Kilometern nicht die längste ist, durch ihre Natur und die wunderschönen Ausblicke aber besticht.
Im Süden der Insel ragen steile Berge unmittelbar an der Küste aus dem stahlblauen Meer. Die einst üppig wachsenden Bäume auf Kreta sind schon vor Jahrhunderten durch Palast- und Schiffsbau verlorengegangen. Heute findet man hauptsächlich kultivierte Olivenbäume und Sträucher. Dank der im Frühjar blühenden Büsche und Kräuter gibt es noch relativ viele, teils wilde Bienen auf der Insel und im Hinterland finden sich viele malerische Dörfer in denen die Einwohner Olivenprodukte und schmackhaften Honig aus eigenem Anbau an Durchreisende verkaufen.
Die Kultur Kretas ist sehr reich und unterscheidet sich teilweise stark von der festlandgriechischen. Von ca 2700 bis 1420 v. Chr. war Kreta der Mittelpunkt der minoischen Kultur, die als erste hochentwickelte Kultur gilt und über ein eigenes, bis heute unentschlüsseltes Schriftsystem verfügte. Anschließend stand Kreta stark unter griechischem, venezianischem und osmanischem Einfluss.
Knossos, die wohl berühmteste Ausgrabungsstätte Kretas, befindet sich nahe Heraklion. Man hat über viele Jahrzehnte die Grundmauern des minoischen Palastes freigelegt und teilweise die Gebäude rekonstruiert.Besonders fasziniert haben mich die angeblich größten je gefundenen Vasen, die man dort bewundern konnte.
Es gibt hunderte von Sehenswürdigkeiten und Kulturstätten, z.B. Frangokastello (das venezianische Kastell) oder die dorische Siedlung in Lato. Aber auch die zahlreichen Klöster der Insel sind einen Besuch wert und haben meist eine lange, historisch relevante Vergangenheit.
Die Bewohner der Insel sind ausgesprochen gastfreundlich und Unterkünfte finden sich für jeden Geschmack und Preisbeutel. Der besondere Reiz Kretas liegt in der Vielfalt der Möglichkeiten seinen Urlaub zu verbringen. Egal ob Bootstouren, Faulenzen am Strand, Wandern, Klettern oder Kultururlaub, Langeweile wird nicht aufkommen und ich würde Kreta jedem Reiselustigen ans Herz legen.
Über die Autorin:
Maraike Thimm arbeitet für vouchercloud in Bristol und reist für Ihr Leben gern. Besonders Reiseziele mit einem reichen Kulturerbe haben es Ihr angetan. Du kannst mit Maraike über
Google + in Verbindung treten.

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Kategorie: Reisen Griechenland