Archiv für Oktober 2013

Herbsttouren in Griechenland

Blick von Makrinitsa auf VolosEs soll nicht gesagt werden, dass der Herbst in Griechenland keine Badefreuden mehr bereithält – das Wasser ist noch warm, und die Tagestemperaturen liegen auch im Oktober/November noch bei ca. 20°C. Aber das Leben auf den Inseln wird geruhsamer. Nach und nach schließen Souvenirgeschäfte und auch Tavernen. Die Besitzer ziehen sich auf ihre städtischen Wohnsitze zurück.
Es ist aber eine schöne Zeit für andere Aktivitäten, z.B. für die

Erkundung des Pilion

Das Gebirge gehört zur Präfektur Magnesia, im Nordwesten Griechenlands am Pagasäischen Golf. Der höchste Gipfel ist 1651 m.
Die Landschaft ist in vielerlei Hinsicht interessant.
Im Süden und Osten vom Meer begrenzt, sind durch dessen Einfluss die Winter mild und die Sommer frisch.
Das Piliongebirge ist mit einer artenreichen Flora bedeckt – Kiefern, Kastanien, Tannen, Heilkräuter der unterschiedlichsten Art. Interessant auch die zerklüftete Küstenlinie mit ihren schönen Stränden. Am eindrucksvollsten (so habe ich es empfunden) sind aber die malerischen Bergdörfer, wie z.B. Makrinitsa (s. eBook „Faszination Griechenland“), mit ihren engen Gassen.
Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum ist Volos. Auf Grund seiner Lage ist Volos der ideale Ausgangspunkt zur Erkundung des Pilion. Volos ist günstig über die Autobahn von Athen oder Thessaloniki zu erreichen oder aber per Flug. Von hier aus kann man mit der Pilionbahn, einer Schmalspurbahn mit Spurweite 600 mm, in das Pilion-Gebirge fahren (es ist eine Museumsbahn, die nur in der Touristenzeit verkehrt).
Um all die interessanten Punkte des Pilion zu erreichen, empfiehlt es sich, ab Volos zu einer Rundreise mit dem Pkw aufzubrechen.

Weitere interessante Sehenswürdigkeiten

– Zagora, das größte Piliondorf
– Milopotamos, Hafen von Tsangarada
– Strand von Fakistra
– Anilio, typisches Pilionbergdorf
– Milies, Endstation der Pilionbahn, lokales Museum
– Vizitsa, Wohntürme und Herrenhäuser unter Denkmalsschutz
– Platania, Fischerdorf
Darüberhinaus stößt man vielerorts auch auf die antike Vergangenheit,
z. B. im Archäologischen Museum in Volos oder in der Ausgrabungsstätte der alten Stadt Demetrios (Tempel, Palast, Theater).
Eine Herbsttour in Griechenland bietet also viele interessante Möglichkeiten!

Makedonien und seine touristischen Sehenswürdigkeiten – Kastoria – (III/III)

Herrenhaus in Makrinitsa/Pilion-Gebirge
Wenn man Thessaloniki als Ausgangspunkt der Erkundung Makedoniens nimmt und von hier aus in südwestlicher Richtung auf der neuen Autobahn A 2 knappe 150 Kilometer fährt, bei dem Ort Siatista abzweigt, erreicht man nach weiteren 50 Kilometern Kastoria.

Kastoria

wird als eine der schönsten Städte Makedoniens bezeichnet.
Es ist die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur. Kastoria ist zwar nicht mit der Eisenbahn zu erreichen, verfügt aber über einen nationalen Flughafen, der von Athen aus angeflogen wird.
Die Stadt liegt unmittelbar am Orestida-See, der es den vielen direkt am See gelegenen Tavernen ermöglicht, immer frischen Fisch anzubieten.
Mit einer Fläche von fast 30 Km² ist der See natürlich auch ideal geeignet für den Wassersport.
Wirtschaftlich erblühte Kastoria im 17./18. Jahrhundert. Kastoria war damals wie heute das Zentrum der Pelzverarbeitung Griechenlands. Die Kürschnerwaren werden weltweit vertrieben, und so findet man sie auch in den eleganten Geschäften in Athen. Neben Kastoria befanden sich auch in dem kleinen Ort Argos Orestiko (ca. 10 Kilometer von Kastoria) zahlreiche Werkstätten für Pelzverarbeitung. Gegen Ende der 1970er Jahre waren ca. 10000 Beschäftigte in der Pelzindustrie erfasst.
Was bietet Kastoria aber dem heutigen Touristen?
Interessant ist die Stadt vor allen Dingen wegen ihrer gut erhaltenen Altstadt. Sehenswert sind besonders die Herrenhäuser aus dem 18./19. Jahrhundert. Ähnliche Gebäude findet man in dem Bergdorf Makrinitsa im Pilion-Gebirge (s. eBook „Faszination Griechenland“). Im unteren Stockwerk befanden sich die Lagerräume, in den darüberliegenden Stockwerken die Wohnräume. Das Volkskundemuseum von Kastoria ist in einem solchen ehemaligen Herrenhaus untergebracht.
Heute leben etwa 37000 Einwohner in dem Regionalbezirk Kastoria, es gibt aber 70 byzantinische Kirchen, die teilweise als Kunstdenkmäler eingestuft wurden.
Auch im Spätherbst ist Kastoria eine Reise wert!

Makedonien und seine touristischen Sehenswürdigkeiten – Chalkidiki – (II/III)

Olymp-der Berg der Götter
Aber nicht nur die Hauptstadt Thessaloniki ist ein interessantes Reiseziel. Wohl am besten erschlossen ist

Chalkidiki

die Halbinsel mit Athos, der autonomen Mönchsrepublik auf dem Heiligen Berg. Ausführliche Informationen zur Mönchsrepublik kann man dem eBook „Faszination Griechenland“ entnehmen.
Auch die anderen beiden „Finger“ von Chalkidiki, die Halbinseln Kassandra und Sithonia bieten viele interessante touristische Ziele.
So z.B. die Tropfsteinhöhlen bei Petralona auf der Halbinsel Kassandra. Die Funde dieser Höhle sind in einem Museum direkt neben der Höhle zu besichtigen.
Sithonia, die mittlere Halbinsel von Chalkidiki, ist interessant wegen der malerischen Fischerhäfen und den ausgedehnten Sandstränden. Ein Abstecher zu alten Dörfern, wie z.B. Ormilia, ist lohnenswert, um die alten Häuser und Kirchen des Dorfes zu besichtigen.

Olymp

Fährt man von Thessaloniki etwa 90 Km in südlicher Richtung auf der Autobahn A1 erreicht man Litochoro, Ausgangspunkt für Wanderungen bzw. Bergbesteigung des Olymp. Der Olymp ist mit seinem Gipfel Mytikas mit einer Höhe von 2918 m das höchste Gebirge Griechenlands. Um den Olymp ranken sich zahlreiche Sagen. In der griechischen Mythologie war es der Berg der Götter. Hier sollen zwölf Götter gewohnt haben – u.a. Zeus mit seinen Kindern, Apollon, Aphrodite, Hermes.
Das Gebirgsmassiv des Olymp ist ein majestätisches Gebirge. An seinem Fuß befindet sich die antike Stadt Dion. Die Archäologen haben hier verschiedene Heiligtümer freigelegt – Tempel, Theater, das Heiligtum der Demeter. Das Museum von Dion beherbergt eine interessante Skulpturensammlung. Der Olymp ist heute ein Nationalpark, durch den der Europäische Wanderweg E 4 führt. Beeindruckend sind nicht nur die Felswelt, Fauna – wilde Akelei, Flockenblume, endemische Veilchenarten – und die etwa 32 Wildtierarten – Reh, Wildschwein, Steinmarder, Fuchs. Der Olymp wurde erstmals 1913 von zwei Bergsteigern aus Genf und dem Griechen Christos Kakalos bestiegen.
Heute ist der Olymp ein beliebtes Ziel für Wanderer, Bergsteiger und auch Skisportler. Es gibt ausgebaute Wanderwege, mehrere Schutz- und Berghütten sowie Skipisten und Schlepplifte.
Der Aufstieg zum Gipfel wird allerdings nur mit erfahrenen Bergsteigern empfohlen. Ausgangspunkt ist in der Regel wie schon erwähnt Litochoro.

Makedonien und seine touristischen Sehenswürdigkeiten – Thessaloniki – (I/III)

Der heutige griechische Staat ist in 13 Regionen mit Regionalbezirken untergliedert. Die flächen- und bevölkerungsmäßig größte Region ist die im Norden Griechenlands gelegene Region Zentralmakedonien. Es ist die nach der Region Attika flächen- und bevölkerungsmäßig zweitgrößte und m.E. auch die für Touristen interessanteste Region.
Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist Thessaloniki.
Wie überall in Griechenland findet man auch hier zahllose Zeugen der griechischen Geschichte und Kultur sowie atemberaubende Landschaften.
Einige besondere touristische Sehenswürdigkeiten sollen vorgestellt werden.

Thessaloniki

Es ist eine lebendige Stadt mit mehr als einer Million Einwohnern, die sich in eine lebhafte geschäftige Unterstadt und eine beschauliche Oberstadt mit malerischen Gassen und blühenden Gärten gliedert.
Wahrzeichen der Stadt ist der Weisse Turm, Teil der ehemaligen Stadtbefestigung. Die Infrastruktur wird verbessert, die neue U-Bahn soll 2014 in Betrieb gehen (s. Blogartikel „Archäologische Funde beim U-Bahn-Bau in Thessaloniki“ vom 17. Juli 2012).
Die Stadt hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten, in denen sich auch ihre jahrtausendealte Geschichte widerspiegelt:
-Archäologisches Museum
-Volkskundemuseum
-Galeriusbogen, zum Sieg von Galerius 305 n. Chr. über die Perser
-Ahiropiitos-Kirche
-Vlatadon-Kloster
um nur einige zu nennen.
Universität, Industrie und Hafenwirtschaft prägen das Gesicht der Stadt.
Alljährlich findet im September die Internationale Messe statt, anschließend das Griechische Filmfestival.
Auch in der näheren Umgebung findet man interessante Ziele – Panorama-Hügel, Fischerdörfer am Thermaischen Golf, Strandbäder.
Vor einem Besuch der Stadt sollte man sich jedoch bei der Griechischen Zentrale für Fremdenverkehr detaillierte Informationen einholen. Das ist hier möglich:
Tsimiski 136, P.C. 54621, Thessaloniki
Information Office
Tel : +30 2310 2211000
Fax : +30 2310 221380
E-mail : tour-the@otenet.gr

Die Ausgrabungen von Mykene auf dem Peloponnes

Burg Mykene
Griechenland ist bekanntermassen reich an antiken Schätzen und Ausgrabungen. Und das macht auch den Reiz dieses Landes für den Touristen aus – neben kilometerlangen Sandstränden, zahllosen Inseln, hohen Gebirgen, Klöstern stösst man fast in jeder Ferienregion auch auf Zeugen der Vergangenheit.
Im Süden des griechischen Festlands befindet sich die Halbinsel Peloponnes, ein beliebtes Feriengebiet. Neben dem Hafen Patras ist die alte griechische Hauptstadt Nafplio ein bedeutungsvolles wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Von hier erreicht man nach etwas mehr als zwanzig Kilometern

Mykene

das Zentrum der Mykenischen Kultur.
In dem Zeitraum 1600 – 1400 v.Chr. waren zwar weitere Zentren entstanden, so z.B. Tiryns und Pylos, aber für den heutigen Touristen ist sicher Mykene das interessanteste Ziel.
1876 hatte der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann (s. Blogartikel Griechenland und „Der Griechische Schatz“ vom 5. Januar 2012) zusammen mit seiner Frau mit den Ausgrabungen begonnen.
Mykene ist ein schroffer grauer Felshügel, auf dem sich die Ausgrabungsstätte befindet. Die Ruinen der Burg, das Löwentor als ehemaligen Haupteingang der Burg und die Schachtgräber kann man noch heute besichtigen. Schliemann legte fünf Königsgräber frei und fand dabei unermessliche archäologische Schätze – goldene Totenmasken, verschiedenste Schmuckstücke, Schwerter, goldene Becher und weitere Grabbeigaben. Man gibt die Goldfunde mit 14 Kilogramm an. Im Mykenischen Saal des Athener Nationalmuseums kann man diese Schätze besichtigen.
Die Grabungen und natürlich die nachfolgenden Forschungen, brachten zahlreiche weitere interessante Details zum Bau der Burg, ihrer Anlage und Größe, zu den Häusern innerhalb und ausserhalb der Burg und zu ihren Bewohnern ans Tageslicht. Als vorteilhaft erwies es sich dabei, dass es inzwischen gelungen war, die Linear-B-Schrift, die erste griechische Schrift auf kleinen Tontafeln zu entschlüsseln.
Die Geschichtsforschung hat erbracht, dass der Verfall der Mykenischen Kultur zwischen 1200 – 1100 v. Chr. stattfand.
Die Besichtigung der Ausgrabungen von Mykene kann jedem Touristen nur empfohlen werden – man steht den steinernen Zeugen vergangener Jahrhunderte ganz nah gegenüber!

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Kategorie: Reisen Griechenland