Archiv für Mai 2014

Die Schmalspurbahn von Diakopto

Schmalspurbahn Diakopto-Kalavrita
Wer den Peloponnes bereist, erreicht die Halbinsel in der Regel per Schiff oder Auto über die Hafenstadt Patras. Von hier aus sind es über die Straße E 65 etwa 50 Km bis zu dem an der Küste liegenden Ort Diakopto ( von Athen 160 Km). Der Ort ist deshalb von Interesse, weil sich hier der Bahnhof der Schmalspurbahn nach Kalavrita befindet.
Die bereits Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Schmalspurbahnstrecke war zum damaligen Zeitpunkt eine technische Meisterleistung. Es wird ein Höhenunterschied von 720 m überwunden. Die Spurweite beträgt 750 mm, der Antrieb erfolgt wegen der Steigung stellenweise mittels Zahnrädern. Der Endpunkt der Bahnstrecke ist die in einem Hochtal liegende Kleinstadt Kalavrita mit dem berühmten Kloster Megaspiläon. Hier begann die griechische Revolution 1821.
Die Bahnfahrt ist spektakulär. Von Diakopto aus führt die Strecke nur ein kurzes Stück über die Ebene, schon nach wenigen Kilometern beginnt die Steigung. Stellenweise überquert die Bahn die Schlucht des Flusses Vouraikos.
Ursprünglich wurde die Bahn mit Dampflokomotiven betrieben. Ein restauriertes Exemplar kann man im Bahnhof von Diakopto besichtigen (s. Foto). Ab 1959 wurden elektrische Triebwagen eingesetzt.
Obwohl die Strecke heute keine wirtschaftliche Bedeutung mehr besitzt, wurde die Strecke saniert und neue Triebwagen eingesetzt. Betreiber ist die griechische Staatsbahn.
Da die Bahn nicht täglich fährt, sollte man sich zuvor bei Tourismusbüros über den aktuellen Fahrplan informieren.

Das Museum der Elektrobahn Athen – Piräus

Bahnhof Piräus
Die heutige U-Bahnlinie 1 verband erstmals 1869 Athen mit dem Hafen Piräus. Damals waren es Dampflokomotiven, die die Wagen zogen. Ab 1904 erfogte der elektrische Betrieb. Das Stadtzentrum wurde jedoch erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts untertunnelt. Das Bahnhofsgebäude der Endstation in Piräus ist noch heute ein architektonisches Schmuckstück – s. Foto.
Hier findet man das „Museum of the Athens-Piräus Electric Railways“.

Es lohnt sich, dieses Museum zu besichtigen. Es stellt die historische Entwicklung dieser Schienenverbindung seit 1869 dar. 1995 wurde mit dem Aufbau des Museums begonnen. Zahllose Ausstellungsstücke wurden zusammengetragen, katalogisiert und zur Schau ausgestellt – insgesamt 1250 Gegenstände. Die Eröffnung erfolgte 2005. Durch Einbeziehung des ersten und zweiten Stocks des Gebäudes standen 2011 insgesamt 6000 Ausstellungsstücke einschließlich Fotos und Printmaterial zur Verfügung.

Die Ausstellung erstreckt sich über fünf Geschosse:
Kellergeschoss:
hauptsächlich Instrumente für Betrieb, Kontrolle und Antrieb der Züge
Erdgeschoss:
ein Originalwagen mit Holzverkleidung, Ticketschalter, Maschinen und   Werkzeuge zu Bau und Wartung der Gleisanlagen
Zwischengeschoss:
Darstellung der Geschichte der Betriebsgesellschaft von 1869 bis 2011, Sammlung von Uniformen und Bürogegenständen
erstes Geschoss:
der zentrale Schauraum ist der Fabrik der Gesellschaft gewidmet, – Fotografien dokumentieren die geschichtliche Entwicklung der Stationen, gezeigt werden Werkzeuge und Instrumente, die während der Bauarbeiten genutzt wurden
zweites Geschoss:
fotografische Ausstellung zum Omonia-Platz, Sammlung von Gemälden.

Aufgebaut wurde das Museum von der „Retired Electric Railways Worker`s Union“.
Zu besichtigen ist das Museum der Elektrobahn Athen – Piräus Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 14 Uhr.

Ein Streifzug durch den nördlichen Pindos-Nationalpark

Pindos, Kokoris-Brücke
Fast 80 % der griechischen Landfläche sind von Gebirgszügen bedeckt. Die daraus entspringende Reichhaltigkeit und Einmaligkeit der Natur veranlasste die griechische Regierung, insgesamt 12 Nationalparks einzurichten. Im Norden Griechenlands, in der Region Epirus, befindet sich der fast 2000 Km² große Pindos-Nationalpark (Angaben gemäß Infobroschüre der Präfektur Trikala). Es ist der größte Nationalpark des griechischen Festlands, er erstreckt sich bis in die Region von Grevena. Der Pindos selbst ist ein gewaltiges Gebirgsmassiv von etwa 250 Km Länge mit dem nach dem Olympmassiv zweithöchsten Berg Griechenlands, dem Smolikas (2637 m).
Diesen Nationalpark zu durchstreifen ist ein einmaliges Erlebnis. Er ist gekennzeichnet durch tiefe Schluchten, schroffe Berghänge und undurchdringliche Wälder. Hier leben Wölfe, Bären, Wildziegen, Steinadler, und es gibt eine reichhaltige Flora.
Bekannt sind im Nord-Pindos die 46 Zagorochoria-Dörfer, die etwa um 1400 entstanden. Aus grauen Steinen erbaut, mit Schieferplatten gedeckt, ist es eine für uns ungewöhnliche Architektur. Die engen Gassen haben noch ihre ursprüngliche alte Steinpflasterung. Ganzjährig sind nur die wenigsten Häuser bewohnt. Abgesehen von einigen Wächtern sind die „Winterbewohner“ Wölfe und Bären. Vielfach findet man auch noch die alten steinernen Bogenbrücken.
Die Gegend ist touristisch wenig erschlossen. Aber nach und nach werden einige der ehemaligen Herrenhäuser (Archontiko) in Hotels bzw. Pensionen umgebaut.
Der Nationalpark ist ein für Individualtouristen zu empfehlendes Reiseziel.
Neben den o.e. Dörfern ist auch die Vikos-Schlucht sehenswert. Sie ist 10 Km lang und bis zu 900m tief, im Guiness-Buch der Rekorde als tiefste Schlucht der Welt eingetragen. Im Frühjahr und Sommer ein ideales Wandergebiet. Unter dem Aspekt der Durchwanderung der Vikos-Schlucht sollte man das Dorf Monodendri, was auch über gute Hotels/Pensionen verfügt, als Ausgangspunkt nehmen.
Wenn man mit dem Auto von Ioannina anreist, wird empfohlen, bei Aspraggeli das Informationszentrum der Ranger aufzusuchen und sich dort das Kartenmaterial des Nationalparks geben zu lassen. Hier erhält man auch jederzeit freundliche und hilfsbereite Auskünfte über den nördlichen Pindos-Nationalpark!

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Kategorie: Reisen Griechenland