Archiv für Oktober 2014

Unwetter in Athen

Unwetter in Athen
Mit Griechenland werden in der Regel Gedanken an sonnige und schöne Ferientage verbunden. Aber wie überall gibt es natürlich auch in Griechenland Schattenseiten – Waldbrände, Erdbeben, Sturmfluten, Starkregen.

Erst am vergangenen Wochenende mussten wir das wieder zur Kenntnis nehmen. Der Tiefausläufer „Gonzalo“ tobte sich speziell in der Region Attika/Athen aus.

Schwere Überschwemmungen durch den Hurrikan „Gonzalo“ verwüsteten Wohnungen, Büros und trieben Autos durch die Straßen. In Tatoi, der ehemaligen Sommerresidenz des griechischen Königshauses (s. eBook „Faszination Griechenland“), fielen 64 Liter Regen pro Km²! Es ist erschreckend zu erleben, was eine solche Wetterfront anrichten kann.

Während meines Lebens in Griechenland wurde ich mehrfach damit konfrontiert.

So kam es im Dezember 1977 zu einer ähnlichen Wettersituation. In Kifisia, einem nördlichen Vorort von Athen, wandelten sich Strassen in reißende Bäche. Die extremen Ereignisse wurden noch dadurch begünstigt, daß große Flächen der Wälder des angrenzenden Berglandes abgeholzt waren und somit kein Mutterboden das Wasser aufnehmen konnte, ehemalige Bach- bzw. Flussläufe hatte man verlegt bzw. in zu klein dimensionierte Kanäle gezwungen. Die Folge – das Wasser suchte sich einen oberirdischen Weg mit fatalen Folgen. Abgesehen von den materiellen Schäden kamen viele Menschen ums Leben, vor allem die Bewohner von Souterrainwohnungen.

Diesem Unwetter folgte dann vom 6. bis 11. Januar 1978 eine extreme Kältewelle, die auch Athen einschneite. Auch 1986 waren außergewöhnlich starke Schneefälle besonders in Nord- und Mittelgriechenland, aber auch in Athen, zu verzeichnen. Zwei Meter hoher Schnee isolierte in Thessalien Bergdörfer.

Damals wie heute blieb das natürlich nicht ohne Auswirkungen auf den Schiffsverkehr, der in der Ägäis und im Ionischen Meer zeitweise eingestellt werden musste.

Ithaka und Homer

In den Prospekten der großen Reiseveranstalter findet man die Ionische Insel Ithaka nicht.
Nach der 2011 durchgeführten Volkszählung des Statistischen Amtes Griechenland (EL.STAT) lebten auf der Insel gerade einmal 3000 Einwohner.

Als der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann (s.auch eBook „Faszination Griechenland“)
1868 die Insel besuchte, waren es noch über 12000 Einwohner.

Der wichtigste Ort und gleichzeitig Hafen ist Vathy. Erreichbar ist die Insel mit Fährschiffen von Patras und Kefalonia. Berühmtheit erlangte die kleine Insel durch Homer, den berühmtesten Dichter der Antike. Ob Ithaka allerdings der Geburtsort von Homer ist, ist umstritten. Aber hier soll nach Homer der mythologische Held Odysseus gelebt haben. Er verließ Ithaka mit zwölf Schiffen und tausend Ithakern.

Schliemann glaubte, bei seinem o.e. Besuch auch die Reste des Palastes von Odysseus entdeckt zu haben – aber auch das ist umstritten.
Wenn man Patras als Ausgangspunkt für die Überfahrt nach Ithaka wählt, ist es empfehlenswert, in Patras einen Zwischenaufenthalt einzuplanen und Olympia, den Ort der antiken olympischen Wettspiele, zu besuchen.

Volos als Reiseziel

Volos, Kirche "Agios Konstantinos" Wenn die wichtigsten Städte Griechenlands erwähnt werden, muss man auch über Volos sprechen.

Mit etwa 85000 Einwohnern gehört die Stadt nicht zu den zehn größten Städten des Landes, ist aber trotzdem wirtschaftlich bedeutungsvoll.

Volos liegt am Pagasäischen Golf, auch als Golf von Volos bezeichnet und gleichzeitig auch am Fuß des Pilion-Gebirges (s. Blogartikel vom 3. April 2014 „Reiseziele im Pilion-Gebirge“).

In der mythologischen Geschichte Griechenlands sollen in diesem Gebirge die Zentauren, eine Mischung aus Pferd mit Menschenkopf, gelebt haben.

Verglichen mit anderen griechischen Städten gibt es in Volos leider keine historische Altstadt. Sie wurde bei einem Erdbeben 1955 zerstört. Heute findet man an dieser Stelle moderne Gebäude. Besonders deutlich wird das, wenn man die lange Uferpromenade entlang spaziert, an der sich ein Restaurant an das andere reiht. Hier genießt man zum frischen Fisch den bekannten Schnaps „Tsipouro“, der aus den Pressrückständen von Weintrauben gewonnen wird.

Dem Touristen bieten sich Möglichkeiten zur Besichtigung bzw. zum Besuch von Sehenswürdigkeiten
» Kirche Agios Konstantinos
» Türme und Mauerreste des Schlosses
» verschieden Museen
» der große direkt am Pagasäischen Golf gelegene Park
» der alte Bahnhof von Volos
» der Hafen (nur geeignet für Schiffe bis zu etwa 150m Länge).
» Pilionbahn (verkehrt nur im Sommer)

Der Tourist, der sich Volos als Reiseziel wählt, kann die Stadt sowohl per Bahn, Flug, Schiff oder Auto (Entfernung von Athen ca. 320 Km) erreichen. Das Interessante an diesem Reiseziel ist aber die Vielfalt der Erlebnismöglichkeiten. Neben der unmittelbaren Stadt findet man sowohl Strände als auch das Pilion-Gebirge mit seinen malerischen Dörfern und dem Skicenter. Das Gebiet ist vom Pauschaltourismus bisher verschont geblieben. Das liegt sicher auch daran, dass man, außer in Volos, keine größeren Hotels findet. Empfehlenswert ist es, eine Unterkunft in einem der wunderschön restaurierten malerischen Herrenhäuser (Archontiko) zu buchen.

Angistri – eine Insel im Saronischen Golf

Die Lage der Inseln im Saronischen Golf bietet für die Touristen viele Vorteile. Zum Einen die Nähe zu Athen und Attikas archäologischen Stätten und zum Anderen die geringen Entfernungen der Inseln im Golf zueinander. Auf einer Tageskreuzfahrt kann man z. B. problemlos drei Inseln besuchen. Ab Athen/Piräus bestehen oft mehrmals am Tag Verbindungen per Katamaran, Fähren oder Tragflügelbooten zu den Inseln. Jede Insel hat ihre Besonderheiten und geschichtlichen Hintergründe – Salamis, bekannt durch die Seeschlacht mit den Persern 480 v. Chr., Ägina hat Europas größtes Anbaugebiet für Pistazien, Hydra ist eine autofreie Insel, die Prominente und Künstler aus aller Welt anlockt. Natürlich hat die wachsende Beliebtheit gerade der beiden letztgenannten Inseln auch ihre Schattenseiten – in der Saison werden sie von Touristenströmen heimgesucht. Wer es etwas beschaulicher liebt, dem sei die Insel Angistri empfohlen. Es ist eine kleine Nachbarinsel von Ägina, und von dort aus auch per Boot nach 6 Kilometern erreichbar. Auf der Insel leben etwa 1000 Einwohner, auch hier wächst allerdings ständig in den Sommermonaten die Zahl der Touristen. Von einem Pauschaltourismus kann aber noch nicht die Rede sein. Die Insel ist bewaldet und leicht hügelig. Es gibt ein Netz von Wanderwegen, sodass Wanderfreunde auf ihre Kosten kommen und dabei die herrliche Landschaft genießen können. Die Flora von Angristi ist beeindruckend – Pinienwälder, Kamille, Rosmarin Oregano und Kapern prägen das Bild. Und auch jetzt noch im Oktober kann man in dem glasklaren Wasser interessante Tauchgänge durchführen. Die Tagestemperaturen liegen zwischen 14°C und 24°C, die Wassertemperaturen bei 22°C.

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Kategorie: Reisen Griechenland