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Ein Streifzug durch Delphi (I/II)

Delphi, Halle der Athener
Wem ist nicht Delphi – zumindest vom Namen her – bekannt?
Das Apollon-Heiligtum und die Orakelstätte liegen an den steilen Hängen des fast 2500 m hohen Parnass-Gebirgszuges in Mittelgriechenland.

Delphi ist eines der bedeutendsten Heiligtümer Griechenlands, sahen doch die Griechen in der Antike das Apollon-Heiligtum als Nabel der Welt.

Heute gehört es zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Tausende Touristen besuchen jährlich Delphi.

Das antike Delphi ist auf verschiedenen Wegen erreichbar:
– mit dem Auto von Athen, knapp 200 Km
– bei Nutzung der Fährverbindung Italien-Patras mit dem Auto von Patras über die Brücke    Rio-Antirrio, etwa 120 Km
– Kreuzfahrtschiffe legen im Hafen Itea an und befördern die Touristen von hier mit dem Bus nach    Delphi, etwa 20 Km

Westlich der Ausgrabungsstätte liegt die heutige Kleinstadt Delfi.

Für eine Übernachtung wird allerdings empfohlen, ein Hotel in dem malerischen Bergdorf Arachova zu buchen, die Entfernung zur Ausgrabungsstätte beträgt nur 10 Km.

Mit Delphi verbinden wir heute oftmals zuerst das berühmte Orakel (s. Blogartikel vom 6. Mai 2013
„Die Orakel Griechenlands“) und das Amphitheater (s. Blogartikel vom 16. Juli 2012
„Amphitheater von Delphi wird wiedereröffnet“).

Aber wie man auf einem Rundgang durch die Ausgrabungsstätte feststellen kann, bietet Delphi weitaus mehr.

Wie die 1892 begonnenen Ausgrabungen griechischer und französischer Archäologen zeigen, geht die Gründung von Delphi etwa auf das 14. bis 11. Jhdt. v. Chr. zurück.
Zunächst der Göttin Gaia, der Mutter aller Götter gewidmet, wurde es später dem Gott Apollon, dem Gott des Lichts und der Künste, gewidmet.

Delphi durchlebte turbulente Jahrhunderte – Brände 548 v. Chr., Erdbeben im Jahr 373 v. Chr., die den Apollontempel zerstörten, vier Heilige Kriege, Belagerungen durch die Gallier, Kaiser Nero entwandt 67 v. Chr. 500 Statuen aus dem Apollonheiligtum.

Die Ruinen des heutigen Delphi und die im Museum ausgestellten Fundstücke nötigen uns Achtung und Respekt vor den in der Antike erbrachten Leistungen ab.

Das Heiligtum ist am Abhang eines Felsens erbaut, und zu seiner Besichtigung sind etwa 300 m Höhe zu überwinden.
Von der heutigen Straße 48 Arachova – Delphi kann man durch das Haupttor das Heiligtum betreten.
Was kann man besichtigen?

Das Benaki-Museum in Athen

Athen, Vasillisis Sofias-AvenueDie Liste der Sehenswürdigkeiten in Athen ist lang und bietet jedem Touristen eine reiche Auswahlmöglichkeit (s. auch eBook „Faszination Griechenland“). Ohne Zweifel stehen die großen öffentlichen und privaten Museen der griechischen Hauptstadt an exponierter Stelle – das Archäologische Nationalmuseum, das Akropolismuseum, das Museum für kykladische Kunst und das Benaki-Museum.
Dieses Museum ist das größte private Museum Griechenlands. Es trägt den Namen seines Gründers Benakis und wurde 1931 in der prachtvollen neoklassizistischen Villa der Familie Benakis eröffnet. Das Museum ist nur wenige Schritte vom Syntagma-Platz entfernt und befindet sich in einer Seitenstraße der Vasilissis Sofias Avenue.
Die Exponate – Ikonen, Goldschmuck, griechische Volkskunst etc. – umfassen den Zeitraum von der Antike über das byzantinische und osmanische Reich bis zur Zeit der Könige Otto und Georg.
Das Museum wurde ständig erweitert. So gibt es heute auch Dependancen im Kerameikos-Bezirk im Stadtzentrum (Islamische Kunst), das Neue Benaki-Museum in der Pireosstraße.

Die Vollmondnacht 2013 in Griechenland

Wie in jedem Jahr wird es auch in diesem Jahr ein Erlebnis sein, am 21. August die Vollmondnacht in Griechenland zu erleben. Nach der Wettervorhersage wird einem sonnigen Tag (mit z.B. in Athen 32°C) eine klare Nacht folgen. In dieser Nacht werden etwa 100 archäologische Stätten und Museen im gesamten Land geöffnet sein. Gemäß der Entscheidung des Ministeriums für Kultur und Sport ist der Eintritt kostenfrei. Zahlreiche Theateraufführungen und musikalische Veranstaltungen vor historischer Kulisse sind die Highlights des Abends.
Ausgenommen sind allerdings die Akropolis und der Poseidon-Tempel in Sunion, die wegen z.Zt. laufender Bauarbeiten 20 Uhr geschlossen werden.

City Break – Athen

Blick vom Hymettos auf Athen

Griechenland hat aus Sicht eines Touristen auf Grund der Vielzahl der Inseln und einer Küstenlänge von fast 14000 Km sowie generell seiner Lage am Mittelmeer einen maritimen Charakter. Dabei hat das Land einen Gebirgsanteil von fast 80% und wird deshalb als Gebirgsland eingestuft. Es ist eine langgestreckte Halbinsel, die in West-Ost-Richtung eine maximale Ausdehnung (Luftlinie) von nur etwas unter 600 Km besitzt.
Diese Faktoren, in Verbindung mit der reichen geschichtlichen Vergangenheit, haben zur Folge, dass selbst die Städte, z.B. Athen, Thessaloniki, Patras, ideale Reiseziele für einen Kurzurlaub sind. Für einen Aufenthalt in

Athen

bieten sich zahlreiche Möglichkeiten einer abwechslungsreichen Gestaltung der Ferientage an
(s. auch eBook „Faszination Griechenland“).

Die Stadt und ihre Museen

Ein Musss ist natürlich die Besichtigung der Akropolis und der Altstadt „Plaka“.

Intensiver kann man sich mit der Geschichte der Stadt und des Landes vertraut machen in einem der großen Museen:
– Archäologisches Nationalmuseum ( hier ist übrigens bis zum 31. August 2013 die Ausstellung zu dem legendären Schiffswrack von Antikythera aus den Jahren 60-50 v.Chr. zu besichtigen – Skulpturen, Münzen, Teile des Schiffes selbst und sogar Nahrungsmittelreste).
– Akropolis-Museum
– Museum für Kykladische Kunst
Die warmen Sommerabende laden ein zu einem Besuch von Aufführungen im Herodes Atticus-Theater oder zu einem Besuch der Szeneviertel Gazi und Psirri.

Gebirge

Sie umgeben Athen von drei Seiten. Der höchste Berg ist mit 1413 m der Parnes. Dieses Bergmassiv ist Nationalpark und ein hervorragendes Wandergebiet. Hier fanden während der Olympischen Sommerspilele 2004 die Mountain Bike-Wettkämpfe statt.
Ein weiterer hoher Bergrücken ist der Hymettos (1027 m). An der Nordseite des Berges befindet sich das orthodoxe Kloster Kaisariani. Wenn man vom Parkplatz hinauf zum Kloster wandert, hat man einen herrlichen Blick auf Athen.

Badestrände

Obwohl Athen am Saronischen Golf liegt und ringsum von Wasser umgeben ist, findet man hier direkt keine Strände. Schöne Strände mit sauberem Wasser und ausgezeichnet mit der blauen Flagge sind jedoch günstig mit dem Bus oder der Straßenbahn zu erreichen. So z.B. Vouliagmeni, Vari und der Luxusvorort Glyfada mit seinen Stränden.

City Breaks werden immer beliebter – sie bieten die Möglichkeit, von allem etwas zu erleben und werden inzwischen von vielen Reisebüros angeboten.

Industriemuseum im Athener Stadtteil Thissio

Athen, im Stadtteil Thissio
Überall in Europa setzt sich der Trend fort, alte Industrieanlagen nicht abzureißen, sondern einer neuen Nutzung zuzuführen. Das beste Beispiel ist die jetzige Nutzung der 125 Jahre alten Leipziger Baumwollspinnerei – nach Einstellung der Produktion fanden hier – international beachtet – viele Künstler mit ihren Ateliers eine Heimstätte.
Auch die Athener Stadtverwaltung hat sich im Hinblick auf die Stadtentwicklung diesem Trend angeschlossen.
Die Plaka, die Altstadt Athens, ist vielen Besuchern bekannt und ein interessanter Anziehungspunkt. In den letzten Jahren haben sich jedoch auch andere Stadtteile zu regelrechten Szenevierteln entwickelt.
Das eBook Faszination Griechenland gibt einen Überblick. Der in dieser Hinsicht wahrscheinlich interessanteste Stadtteil ist

Thissio

Mit der Industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden hier die ersten Athener Industriebetriebe – so 1857 das erste Athener Gaswerk. Der Betrieb wurde 1984 eingestellt. Nach diesem Gaswerk wird das Viertel auch als Gazi bezeichnet. Gazi liegt südlich der Straße Ermou und grenzt an das Gelände der Akropolis und Plaka an. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts wandelte sich der Charakter des ehemaligen Industrieviertels – es entstanden Theater, Bars, Nachtclubs, zahlreiche Straßencafés und Restaurants. Und es entstand Technopolis! Die ehemalige Gasfabrik wurde zu einem Kulturzentrum umgewidmet. Ab Januar 2013 hat der Komplex jedoch noch eine zweite Funktion, er beherbergt nämlich das erste Industriemuseum Griechenlands und zwar das Gas-Museum. 2011 begann man dieses Projekt zu entwickeln. Die Arbeiten sind nun abgeschlossen, und das Museum öffnet am 27.1.2013 seine Pforten für die Öffentlichkeit. Es wird sicher ein hochinteressantes Erlebnis sein, die alten Produktionsanlagen und -mittel zu besichtigen und sich so in ein vergangenes Jahrhundert zu versetzen!

Museum für Unterwasserantiquitäten in Piräus

Nach einstimmiger Entscheidung eines Fachgremiums hat das Ministerium für Kultur und Tourismus den Bau eines Museums für Unterwasserantiquitäten in Piräus genehmigt. Unter dem Projektnamen „Cultural Coast Piräus“ soll das erste Museum dieser Art in Griechenland gebaut werden. Als Bauhülle wird ein ehemaliger Getreidespeicher von 1930 genutzt. Etwa 2000 Ausstellungsstücke werden auf einer Fläche von 5000m² präsentiert. Die Reichtümer bisheriger archäologischer Unterwasseruntersuchungen finden hier ihre Heimstatt – Schiffswracks, Waffen, Werkzeuge, Statuen, Amphoren, Alltagsgegenstände etc. von der Antike bis zur Neuzeit.
Das Museum wird eine wertvolle Bereicherung des kulturellen und musealen Angebot Griechenlands sein.
Die Planungen werden jetzt zügig vorangetrieben.

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Kategorie: Reisen Griechenland