Archiv für die Kategorie „Nordgriechenland“

Frühling in Griechenland

Anemonen im Frühling auf dem Peloponnes
Als eines der beliebtesten südeuropäischen Urlaubsländer ist Griechenland zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.
Besonders die Monate April und Mai sind für Aktivurlauber in Griechenland günstige Reisemonate. Die maximalen Temperaturen liegen zwischen 20° C und 23° C, Regentage sind sehr selten.
Der 20. März 2013 ist Frühlingsanfang. Es ist die Jahreszeit, in der die Natur erwacht.
Fast 6000 Pflanzen- und 200 Baumarten geben der Natur im Frühling ihren besonderen Reiz. Alles blüht und grünt – Anemonen, Olivenbäume, Pfingstrosen, Oleander, Hibiskus – man kann nicht alle Pflanzenarten aufzählen.
In diesem Jahr ist die Frühlingszeit für Touristen auch deshalb interessant, weil das griechische Osterfest erst Anfang Mai begangen wird. Es ist das wichtigste Fest in Griechenland.
Jeder Tourist ist herzlich eingeladen, gemeinsam mit den Griechen zu feiern (s. Blogartikel vom 2. April 2011 “2011 Ostern in Griechenland feiern”).
Der Reiseziele gibt es viele, zwei sollen wegen ihrer Gegensätzlichkeit vorgestellt werden.

Rhodos
-im Frühjahr ein wahres Blütenmeer – Hibiskus, Oleander, Pfingstrosen stehen in voller Blüte. Rhodos ist einer der Touristenmagnete Griechenlands. Es ist die Hauptinsel der Dodekanes-Inselgruppe in der südöstlichen Ägäis. An der Hafeneinfahrt stand einst eines der sieben Weltwunder der Antike – der Koloss von Rhodos. Heute werden die Touristen von der historischen Altstadt und der Kreuzritterburg angezogen. Es lohnt sich aber auch eine Fahrt in das Landesinnere. Eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten ist die Stadt Lindos mit der Akropolis. Die Ausgrabungen der antiken Stadt Kamiros an der Westküste der Insel sind ebenfalls sehenswert.
Von der Insel zum Gebirge.
In der Region Thessalien in Nordgriechenland liegt das
Pilion-Gebirge
Üppige Vegetation, dichtbewaldete Gebirge und mildes Klima zeichnen diese Gegend aus. Nicht nur Wintersportler lieben das Pilion-Gebirge (wegen des Skiressorts), auch für Urlauber, die zu Fuß oder auf dem Rücken der Pferde unterwegs sein wollen, ist es eine ideale Landschaft. Es gibt mehr als zwanzig alte Dörfer mit engen, gepflasterten Gassen. So z. B. das alte Dorf Milies mit seinen großen Apfelplantagen. Hier endet auch die heute als touristische Attraktion betriebene Bahnlinie, die sogenannte Pilion-Bahn
(s. Text und Foto im eBook “Faszination Griechenland”).
Sie kommt von Volos und überwindet einen Höhenunterschied von etwa 450 m. Bekannte Bergdörfer sind Makrinitsa, Zagora und das nur wenige Kilometer entfernte Choreftón. Im Frühjahr ist diese Gegend ein einziges Meer blühender Kirsch-, Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume.
Eine Unterkunft in Griechenland zu buchen, ist kein Problem. Hotels aller Kategorien, Pensionen und gemütliche Privatunterkünfte findet man überall. Günstig ist die Buchung von Last Minute Reisen.

Reiseziel Epirus

Im Nordwesten Griechenlands befindet sich die Region Epirus mit der Hauptstadt Ioannina.
Der Verwaltungsbezirk umfasst eine Fläche von 9200 Km². Er grenzt im Norden an Albanien und im Westen an das Ionische Meer.

Epirus

ist vom internationalen Tourismus noch nicht entdeckt. Es ist deshalb ein Eldorado für den individuellen Urlauber. Hier gibt es noch unberührte Waldgebiete mit Bären und Wölfen, verschiedene Raubvogelarten und eine Flora und Fauna, die man sonst nirgendwo in Europa findet.
Erreichbar ist das Gebiet über den Fährhafen Igoumenitsa, per Flug nach Ioannina oder mit Bussen der Organisation KTEL ab Athen und Thessaloniki. Wenn man mit dem Fährschiff aus Deutschland in Igoumenitsa ankommt, bietet die Autobah A 2 die beste Verbindung. (s. Blogartikel vom 1. November 2012 “Die griechische Autobahn A 2 – ihr Verlauf”).
Beeindruckend ist die Bergwelt des Epirus – das Pindos-Smolikas (2637 m) und das sich anschließende Grammos-Massiv. Durch diese Region führt auch der Europäische Fernwanderweg E 6.
Die grüne Landschaft des Epirus wird von vielen Flüssen durchzogen – dem Acheloos, der mit
255 Km der zweitlängste Fluss Griechenlands ist, den Flüssen Acheron und Arachthos, um nur die bedeutendsten zu nennen. Im Delta dieser Flüsse sind bis heute noch aus der Antike herrührende Moorstellen erhalten.
Große Gebietsteile des Epirus stehen heute unter Naturschutz bzw. sind Bestandteil des 1973 gegründeten Nationalparks Vikos-Aoos mit der berühmten Vikos-Schlucht. 1700 Pflanzen und 182 Tierarten sollen hier beheimatet sein.
Interessante Zeugen vergangener Zeiten sind auch die über die Flüsse führenden alten Bogenbrücken, z.B. die Brücke von Arta über den Fluss Arachthos oder die Templa-Steinbrücke über den Fluss Acheloos.
Berühmt ist die Provinz Epirus auch für die 46 uralten aus dem 14. Jahrhundert stammenden Zagora-Bauerndörfer, wie z.B. Monodendi ( 39 km von Ioannina entfernt). Auch Ioannina selbst bietet verschiedene Sehenswürdigkeiten, Volkskunstmuseen, Minarette, byzantische Kirchen und natürlich der Pamvotida-See, dessen Fläche 23 Km² mißt.
Sportarten vielfältigster Art sind im Epirus möglich:
- Reiten
- Kajak
- Rafting
- Wandern
- Bergsteigen
- Jeep-Safari
- Mountain Bike
Eine Unterkunft zu finden ist unproblematisch. Oftmals sind die Hotels und Pensionenin alten Natursteinhäusern untergebracht.
Details für die Urlaubsplanung sind hier hier erhältlich.
 

Eine Reiseempfehlung für den Valentinstag

Bergdorf Metsovo, Dorfstraße

Der 14. Februar ist der Valentinstag. Er wird in verschiedenen Ländern als Tag der Liebenden gefeiert. Im Allgemeinen schenkt man sich Blumen oder/und Süssigkeiten. Es ist aber auch ein Tag, den man in Harmonie, verbunden mit einem besonderen Erlebnis verbringen möchte. Ein stilvolles und gemütliches Hotel in interessanter Landschaft, die auch Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten bietet, ist da das richtige Reiseziel.
Griechenland mit seiner reizvollen und abwechslungsreichen Natur hat viele Möglichkeiten.
So z.B. das Bergdorf Metsovo inmitten des Pindos-Gebirges auf 1200m Höhe (s. auch eBook Faszination Griechenland.
Der Ort ist gut erreichbar über die Autobahn A2
- von der Westküste, Hafen Igoumenitsa, sind es ca. 130 km
- von der Ostküste, Thessaloniki, etwa 220 Km.
Zu dieser Autobahn wird auf den Blogartikel
„Die griechische Autobahn A2-ihr Verlauf” vom 1. November 2012 hingewiesen.
Neben den Einnahmen aus der Herstellung von Käse und dem Anbau von Wein erlangt Metsovo zunehmend auch in touristischer Hinsicht Bedeutung. So befindet sich auf 1600m Höhe ein Skigebiet, und da der Monat Februar statistisch gesehen die meisten Schneetage hat, ist es auch in dieser Hinsicht ein interessantes Reiseziel. Die wachsende touristische Bedeutung spiegelt sich auch darin wieder, dass sich hier die Hotellerie entwickelt. Bestes Beispiel ist das („aromadryos – ECO & DESIGN HOTEL“, gelegen im Zentrum von Metsovo. Das Hotel verbindet Luxus und Komfort. Es verfügt über 16 gemütliche Zimmer, die meisten mit Kamin und Balkon – das richtige Ambiente für den Valentinstag!

Kastoria – Zentrum der griechischen Pelzwirtschaft

Gedanken an Griechenland verbindet man in der Regel zunächst mit Sonne, Strand, Inseln, antiken Heiligtümern – wohl kaum aber mit Pelzen! Und trotzdem ist die Pelzwirtschaft in Griechenland ein nicht unbedeutender Wirtschaftsfaktor.
Bereits im 14./15. Jahrhundert hat sich in Kastoria, einer Stadt mit heute etwa 39000 Einwohnern in der Region Makedonien, die Pelz- und Lederwirtschaft entwickelt. In den Folgejahrzehnten sicherten staatliche Massnahmen der Stadt ihre Sonderstellung als Zentrum des Kürschnerhandwerks. Schwerpunkt ist dabei die Pelzresteverwertung, d.h. die Verarbeitung von Fellstücken, die bei der Verarbeitung der Felle anfallen. Die Pelzstückeproduktion umfasst mehr als zwei Drittel der Weltproduktion.
Die griechischen Pelzkaufleute waren und sind auch noch heute international tätig. Die damaligen Leipziger Messen wurden von ihnen regelmäßig besucht. Um ihre Interessen zu schützen, gründeten sie 1915 die „Kastorian Fur Association“. Sie hat 362 Mitglieder und ist die offizielle Vereinigung der Pelzhändler Griechenlands.
In der großen Zeit des Pelzbooms in den 1980er Jahren gab es in Kastoria über 2500 Pelzbetriebe mit etwa 10000 Beschäftigten.
Jährlich findet in Kastoria eine internationale Pelzmesse statt. Die Besucherzahlen unterstreichen die Bedeutung Kastorias für den Pelzhandel. An der 37. Messe 2012 waren 4550 Besucher aus
36 Ländern beteiligt.
Die 38. International Fur Fair of Kastoria findet vom 4. bis 7. April 2013 im neuerbauten
Ausstellungszentrum in Kastoria statt.
Die in Kastoria gefertigten Pelzwaren sind natürlich auch in Athen käuflich zu erwerben – kostbare Mäntel und Jacken aus Nerz, Fuchs, Zobel findet man in der vom Syntagma-Platz abgehenden Straße Mitropoleos; Jacken aus der Pelzstückeproduktion in den Souvenirgeschäften der Plaka.

Die griechischen Wintersportgebiete – ein Reiseziel

Makrinitsa, Winter 1986
Nachdem nun in Mitteleuropa ein vergleichsweise milder November seinem Ende entgegengeht und sich langsam winterliche Verhältnisse einstellen, kann man über einige Tage Wintersporturlaub nachdenken. Viele Urlauber richten dabei hauptsächlich ihre Blicke in die Alpenländer – Österreich, Schweiz, Frankreich. Aber warum einen Winterurlaub in herrlicher Bergwelt nicht mit der Möglichkeit verknüpfen, mit einem kleinen Abstecher antike Stätten, Ausgrabungen oder Klöster zu besichtigen?
Dafür bietet sich Griechenland an – Sonne, Strand und Badefreuden sind zwar die ersten Gedanken, wenn man von diesem Land spricht, aber Griechenland bietet mehr. Es bietet eben auch Möglichkeiten, einen interessanten Wintersporturlaub in einem von mehr als zwanzig Skigebieten zu verbringen. Die besten Voraussetzungen werden durch die Topographie des Landes geschaffen, denn etwa 80% der Landfläche sind Gebirge. Die Wintersportgebiete befinden sich in den Regionen Zentralgriechenland, Peloponnes, Thessalien, Epirus, Thrakien und Makedonien. Möglich sind sowohl Abfahrts-Ski als auch Langlauf. Die Gebiete liegen in Seehöhen zwischen 1170m (Pilion-Gebirge) und 2455m (Mount Parnassos). Das größte und bedeutendste Wintersportgebiet befindet sich auf dem Mount Parnassos (s. Blogartikel „Skigebiet Mount Parnassos“ vom 2. September 2011). Hier gibt es 13 Liftanlagen und 36 Km Pisten. Eine weitere große Anlage liegt in Zentralmakedonien auf dem Berg Vermio in der Präfektur Imathia mit 10 Liftanlagen und 15 km Pisten. Alle Wintersportgebiete haben zwar einen eigenen Webauftritt, allerdings nur in griechischer Sprache.
Informationen zu Wintersport- und Skigebieten sind auch erhältlich über diese website:

http://www.gtp.gr/TDirectoryDetails.asp?ID=585

über die man Anfragen an den Griechischen Ski-Verband „Hellenic Ski Federation“ senden kann.

Die griechische Autobahn A 2 – ihr Verlauf

Hafen Igoumenutsa

Die A 2 ist die erste Autobahn in Nordgriechenland. Sie verbindet die Hafenstadt Igoumenitsa mit Alexandroupoli und geht weiter bis zur türkischen Grenze. Diese Autobahn ersetzt die alte Nationalstraße 6.
Ich habe sie kurz nach ihrer Freigabe 2009 befahren und war von der landschaftlich interessanten Strecke begeistert.

Der Verlauf

Sie führt durch die Bergregion des Pindos-Gebirges und ist in ihrer gesamten Länge Bestandteil der Europastraße E 90 (von Lissabon bis zur türkisch-irakischen Grenze).
Igoumenitsa ist nach Vertiefung der Hafenbecken der wichtigste Hafen für Verbindungen nach Westeuropa. Für aus Deutschland mit dem Pkw anreisende Touristen aber auch deshalb interessant, weil es tägliche Fährschiffverbindungen von Italien nach Igoumenitsa gibt. Innergriechisch werden die Häfen Patras, Korfu und Paxos angelaufen. Die Strecke ab hier bis Alexandroupoli bietet für Touristen die Möglichkeit interessanter Zwischenstopps.

Die Sehenswürdigkeiten

Mit dem Pkw von Igoumenitsa kommend fährt man in einigen Kilometern Entfernung an Ioannina, Hauptstadt der Region Epirus, vorbei. Interessant ist das alte Zentrum der Stadt.
Über Ioannina fahrend erreicht man nach ca. 50 Km die berühmte Vikos-Schlucht im Pindos-Gebirge.
Wieder auf der A 2 ist das nächste interessante Ziel das Bergdorf Metsovo. Auf dieser Strecke wird die 540 km lange Metsovo-Brücke überfahren, die eine 120 m tiefe Schlucht überspannt.
Nach dem Dorf Metsovo die A 2 in Richtung Kalmpaka verlassend, befinden sich in einer Entfernung von ca. 60 km die weltberühmten Meteora-Klöster.
Im weiteren Verlauf der Strecke wird allerdings empfohlen, direkt nach Grevena auf der Nationalstraße 15 zu fahren und erst dort weiter auf der A 2, da diese Route kürzer ist. Am Abzweig Kozani dann wechseln auf die Autobahn A 72 nach Ptolemaida. Hier befindet sich das Energiezentrum Griechenlands mit großen Kraftwerken auf Braunkohlebasis. Die Tagebaugeräte wurden in den 1970er/1980er Jahren von deutschen Firmen in Kooperation mit griechischen Firmen geliefert und montiert. Nicht unbedingt für jeden Touristen interessant, wohl aber für Technikbegeisterte. Hier soll übrigens auch eines der weltgrößten Solarkraftwerke entstehen.
Wieder zurück auf der A 2 kann man über die Abfahrt nach Veria auf der Nationalstraße 4 das bekannte Weinanbaugebiet Naoussa erreichen
(24 km). Hier befinden sich die Weingüter Boutari und Tsantali. In Veria fließt auch der längste Fluss Griechenlands, der Aliakmonas.
Auf der A 2 weiter kommt man über Thessaloniki nach Kavala, Hafenstadt am Golf von Thassos. Verschiedene Sehenswürdigkeiten sind hier für den Touristen interessant – eine Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert, ein römisches Äquadukt sowie das alte Türkenviertel mit seinen engen Gassen.
Das Ziel dieser West-Ost-Querung Griechenlands ist Alexandroupoli, 1871 gegründete Hafenstadt mit knapp 70000 Einwohnern.
Natürlich konnten hier nur einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten erwähnt werden.
Weitere Details sind dem eBook Faszination Griechenland zu entnehmen.
Ersichtlich wird durch diese zusammengefassten Schilderungen aber auch, dass der Autobahnbau nicht nur unmittelbaren Nutzen für Industrie und Landwirtschaft, sondern auch für den Tourismus hat!

Die griechische Autobahn A 2 – ihre Geschichte (1/2)

Während in Deutschland die weltweit erste Autobahn, die AVUS im Berliner Grunewald – 1921 in Betrieb genommen wurde, setzte der Bau von Autobahnen in Griechenland erst Ende des 20. Jahrhunderts ein.

Das hatte verschiedene Gründe.

Während in Deutschland, England, Frankreich die sich entwickelnde Industrialisierung, die zunehmenden arbeitsteiligen Beziehungen und engeren Verflechtungen der Industriebetriebe geradezu eine Modernisierung des Transportwesens auf Schiene und Straße erforderten, befand sich Griechenland noch im Stadium eines landwirtschaftlich geprägten Wirtschaftssystems. Es gab also keine industriell bedingten Verflechtungen. Hinzu kam, dass Griechenland auch nicht so ein bedeutendes Transitland war, durch welches internationale Warenströme flossen. Der an der Westküste liegende Hafen Igoumenitsa ermöglichte nur das Einlaufen kleinerer Schiffe. Ein natürliches Hindernis für den Autobahnbau bildet darüberhinaus auch der 80%ige Anteil von Gebirgen an der Landesfläche Griechenlands.

Übergeordnete Fernstraßen

waren in Griechenland die Nationalstraßen. Die Straßen hatten eine Fahrbahnbreite von 14m und in jede Fahrtrichtung nur eine Spur. Mit Beginn der 1960er Jahre wurden diese Straßen ausgebaut.
Die Nationalstraße 1, heute Autobahn A 1, verläuft über 550Km von Evzoni im Norden nach dem Hafen Piräus im Süden. Sie führt durch die thessalische Tiefebene und verbindet die beiden größten Städte Griechenlands, Thessaloniki und Athen.
Die West-Ost-Verbindung wurde durch die Nationalstraße 6 ab Igoumenitsa erreicht.
Beginnend Ende des 20. Jahrhunderts wurden mit Hilfe von EU-Mitteln die Nationalstraßen in Autobahnen umgebaut und auch gleichzeitig neue Autobahnen gebaut. So z. B. die A 6 im Ballungsraum Athen und die mit 670 Km längste Autobahn Griechenlands, die A 2. In der griechischen Bezeichnung trägt sie den Namen „Egnatia Odos“. Sie wurde 2009 fertiggestellt.
Das heutige Autobahnnetz Griechenlands umfasst etwa 3300 Km.

Wandern im Pindos-Gebirge

Griechenland bietet auf Grund seiner Eigenschaft als Gebirgsland zahlreiche Möglichkeiten für ausgedehnte Wander- und Klettertouren. Fast 78% der Landfläche sind gebirgig. Zahlreiche Berge sind über 2000m. Ein ausgedehntes Gebirgsmassiv befindet sich im Norden des Landes – das Pindos-Gebirge (s. eBook Faszination Griechenland). Mit einer Länge von 160Km erstreckt es sich bis nach Süd-Albanien. Der höchste Berg ist mit 2637m der Mount Smolikas. Im Pindos gefriert im Winter förmlich das Leben. In einigen Dörfern, wie z.B. den Dörfern Spileo und Smixi, bleiben nur noch Wächter zurück. Bären, Wildkatzen und Wölfe sind dann keine Seltenheit. Einige Gästehäuser sind jedoch für die Touristensaison, die man bis Oktober rechnen kann, auch hier vorhanden. Inmitten des Pindos liegt die Hochebene von Ioannina, die von der westlich liegenden Hafenstadt Igoumenitsa über die neue Autobahn A 2, die Egnatia Odos (führt weiter bis Istanbul), erreichbar ist. Für Wander- und Klettertouren ist die Gegend ideal. Es gibt eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt, uralte steinerne Bogenbrücken. Besonders der Vikos Nationalpark eignet sich für ausgedehnte Wandertouren. Die Vikos-Schlucht soll lt. Guiness Buch der Rekorde die tiefste Schlucht der Welt sein. In diesem Gebiet liegen auch die Dörfer der Zagoria, deren Entstehung teilweise bis ins 10. Jh. zurückgehen soll.
Trekkingtouren werden von vielen Veranstaltern angeboten. Man kann sowohl eigene Touren machen oder sich aber – was weniger geübten Wanderern zu empfehlen ist – geführten Wanderungen anschließen. Die Schwierigkeitsgrade können entsprechend den eigenen Möglichkeiten gewählt werden. Entsprechend der verfügbaren Zeit ist es auch empfehlenswert, die Trekkingtour auf den Olymp und die Meteoraklöster auszudehnen. Informationen zu Trekkingrouten und -anbietern und Listen der Wanderführer kann man sich beim Griechischen Bergsteiger-Verband EOOA (Hellenic Federation of Mountaineering and Climbing) oder den Tourismusbüros vor Ort einholen. Zum Wandern auf dem Olymp wird auf den Blog-Artikel vom 4. Mai 2012
Ein Reisetipp-Wandern auf dem Olymp verwiesen.

Schmalspurbahnen in Griechenland

Kloster Iera Moni Megalou Spilaiou, Peloponnes

Wer seinen Urlaub in Griechenland verbringt, denkt nicht unbedingt daran, dort mit dem Zug zu fahren. Aber es gibt zwei Bahnstrecken, die auch für Touristen sehr interessant sind.
Die Eisenbahntransporte liegen in den Händen des Staatsunternehmens TRAINOSE AG. Das gesamte Schienennetz umfaßt 2450 Km. Das Normalspurnetz erstreckt sich geographisch bedingt hauptsächlich in Nord-Süd-Richtung. Verbindungen existieren zu den Ländern Türkei, Serbien, Rumänien und Bulgarien.
Im innergriechischen Bahnverkehr gibt es interessante Schmalspurstrecken. Und zwar auf dem Peloponnes und in Thessalien.
Die Schmalspurbahnen sind besonders in gebirgigen Gegenden wichtig – auf Grund der geringeren Spurweite können engere Kurvenradien gefahren werden.

Peloponnes

Die Strecke Athen-Korinth wurde inzwischen auf Normalspur umgebaut. Auf dem Peloponnes aber verkehrt auf der Strecke Diakopto-Kalavrita durch die Vouraikos-Schlucht eine Schmalspurbahn mit Spurweite 750 mm. Die 22 Km lange Trasse wurde bereits 1896 in Betrieb genommen. Ausgangspunkt ist die Hafenstadt Diakopto am Golf von Korinth, Endstelle die in etwa 750 m Höhe liegende Stadt Kalavrita. Die Fahrt mit dieser Bahn ist eine beeindruckende Touristenattraktion. In einer romantischen Bergwelt geht es zwischen den Felsen steil bergauf, vorbei am Kloster Iera Moni Megalou Spilaiou. Einige Kilometer erfolgt der Antrieb der Bahn mit Zahnrädern. Die engste Stelle mißt etwa zwei Meter. In Kalvrita kann man das griechische Nationalheiligtum, das Kloster Agia Lávra besichtigen. Es ist eine Gedenkstätte des griechischen Freiheitskampfes.

Thessalien

Eine weitere 28 Km lange interessante Schmalspurstrecke ist die Pilionbahn. Die Spurweite beträgt 600 mm. Auch diese Bahn wurde 1896 in Betrieb genommen. Sie verbindet die Hafenstadt Volos mit dem Ort Milies und überwindet einen Höhenunterschied von ca. 450 m. Die Bahn wurde in den 1970er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt. Seit 1996 werden in den Sommermonaten Museumsfahrten durchgeführt. Die Fahrt führt durch eine herrliche Waldlandschaft. Der Ort Milies ist denkmalgeschützt und sehenswert.
(s.auch eBook Faszination Griechenland)

Griechenland – einige Empfehlungen für den Touristen

Bewohner des Bergdorfes Metsovo

Das griechische Volk ist in seinen Traditionen und dem über die Jahrtausende gewachsenen Brauchtum tief verwurzelt. Uralte Sitten und Bräuche haben sich bis heute erhalten. Sprichwörtlich ist vor allen Dingen die griechische Gastfreundschaft. Jeder Gast ist gern gesehen und wird freundlich und höflich empfangen. Natürlich sollten sich auch die Gäste auf ihre Gastgeber etwas einstellen und wenigstens in typischen Alltagssituationen die griechischen Gepflogenheiten respektieren. Jeder Grieche freut sich auch, wenn man als Tourist einige Worte der Landessprache versteht.

Was sollte man als Tourist also beachten, um den berühmten Tritt ins Fettnäpfchen zu vermeiden?

Ähnlich wie in Deutschland begrüßt man sich mit Handschlag und mit „Sie“. Nur bei sehr engen freundschaftlichen Beziehungen ist ein angedeuteter leichter Kuß auf die Wange gestattet. Man sollte also auch hierbei die Höflichkeiten im Ausland pflegen.
Ein Tavernenbesuch ist ja eine Selbstverständlichkeit. Dabei sollte man bedenken, dass es als ungehörig angesehen wird, sich ohne Aufforderung an einen bereits belegten Tisch zu setzen. Die Griechen essen und genießen ihre Speisen in Ruhe und sehen dies als ein gewisses Ritual an, um auch der Geselligkeit zu frönen. Ist man als Gast zu einem solchen Tavernenbesuch eingeladen, ist Schnelligkeit beim Essen nicht zu empfehlen.
Anders als in Deutschland stellt der Kellner oftmals die Rechnung für den gesamten Tisch aus. Wird das nicht erwünscht, sollte man den Kellner vorher darauf aufmerksam machen. Obwohl in der Regel in der Rechnung ein Bedienungsgeld bereits enthalten ist, wird ein zusätzliches Trinkgeld (5%-10% des Rechnungspreises) mit Freude angenommen.
Politische Diskussionen sollte man vermeiden. Unverfänglicher sind Gespräche über die geschichtliche Vergangenheit des Landes, dessen Schönheit und die antiken Schätze.
Wie auch bei uns üblich, sollte man seinen griechischen Gastgeber nicht unangemeldet aufsuchen. Schon gar nicht zwischen 14 Uhr und 17 Uhr, diese Zeit – in der übrigens auch die meisten Geschäfte geschlossen sind, bleibt der persönlichen Ruhepause vorbehalten. Über ein kleines Geschenk freut sich der Gastgeber, zumal wenn es aus Deutschland mitgebracht wurde.
Die vielfältigen Motive, die die griechische Landschaft bietet, zwingen regelrecht dazu, zum Fotoapparat zu greifen. Aber Achtung bei Aufnahmen in Kirchen, Klöstern oder von Personen. Man muss sich vorher erkundigen, ob es gestattet ist. Und einen Griechen kann man gerne ansprechen, so wie ich es in dem Gebirgsdorf Metsovo im Pindos-Gebirge getan habe (s. Foto).
Oft besucht, weil sehenswert die herrlichen alten Klöster und Kirchen.
Beim Besuch von heiligen Stätten muß man sich angemessen verhalten und auch kleiden. So verlangen verbindliche Vorschriften, dass die Frauen beim Besuch eines Klosters von den Schultern bis zum Knie durchgehend bedeckt sein müssen und über Hosen ggf. noch einen Rock tragen. Da nicht jeder Tourist in seiner Kleidung darauf eingestellt ist, werden an den Eingängen zum Kloster Tücher zur Bedeckung von Blößen bzw. zur Umwicklung als Rock kostenlos bereitgestellt. Für Männer gibt es keine speziellen Regelungen, aber generell gilt, dass keine betont freizügige bzw. provokante Kleidung getragen werden sollte.
Nun noch ein letzter Ratschlag zu „Handzeichen“. Niemals „Daumen hoch“, „Victory-Zeichen“ oder „Handfläche nach außen“ – das sind für den Griechen schwere Beleidigungen!
Also, viel Spaß in Griechenland und „chérete“.

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Kategorie: Reisen Griechenland