Archiv für die Kategorie „Vegetation“

Ökotourismus im griechischen Frühling

Frühling auf dem Peloponnes

Schon seit längerem ist Griechenland bemüht, einen Jahrestourismus zu entwickeln. Es entstand das Konzept des Thementourismus – Religionstourismus, Wandertourismus, Tauchtourismus und eben auch Ökotourismus. 80 % der Landschaft sind bergig mit Schluchten, Höhlen Seen, es gibt tausende Inseln, 16000 Km Küstenlänge, 6000 Pflanzenarten, zahlreiche geschützte Tierarten – eine seltene geomorphologische Einzigartigkeit in Europa.
Sowohl klimatisch als auch von den natürlichen Gegebenheiten her, sind also alle Voraussetzungen auch für einen Ökotourismus vorhanden. Gerade in der Frühjahrszeit sind die Bedingungen für einen erlebnisreichen Aufenthalt in der erwachenden Natur einmalig.
Aus der Vielzahl der möglichen Aktivitäten sollen vier interessante Ziele dargestellt werden.

Feuchtgebiete

Die bedeutendsten Feuchtgebiete sind durch die Ramsar-Konvention von 1971 geschützt. Hier kann man seltene Fische und Vögel in ihrem natürlichen Umfeld beobachten.
So z. B. an diesen Orten
- Delte des Flusses Axios, Regionalbezirk Thessaloniki
- Kerkini See, drittgrößter Stausee Griechenlands, Zentralmakedonien
- Kleiner Prespa-See, Florina

Naturschutzgebiete

Insgesamt sind 15 Naturschutzgebiete erfasst, so hier:
- Wald von Kafalanthiro, Iraklion, Kreta
- Olivenbäume von Nafplion
- versteinerter Wald auf der Insel Lesbos
- Zedernwald in Kyrunia, Peloponnes Ostküste

Vogelbeobachtungsgebiete

450 Vogelarten gibt es in Griechenland, so u. a. in
- Evros-Delta, bei Alexandropoulis
- Kerkini See, Zentralmakedonien
- Wald von Kaisariani, Athen

Schmetterlinge

in Griechenland wurden 236 Schmetterlingsarten gezählt, viele davon gibt es nur hier. Interessant sind diese Gebiete
- Samothraki, Ägäis
- Mount Psiloritis, Kreta

Ergänzt werden sollte, dass es bereits seit der Antike zwischen der griechischen Natur, ihrer Pflanzenwelt und den Menschen eine enge Beziehung gab. Man wusste schon damals die Kraft der Natur zu schätzen und sie zum Wohle der Menschen zu nutzen. Das berühmteste Beispiel ist die von Hippokrates, dem größten Arzt der Antike, entwickelte Heilkunde.

Peloponnes – Landschaft und Sehenswürdigkeiten (I/II)

Peloponnes, Präfektur Arkadien

Die Landschaft des Peloponnes

Im Süden des griechischen Festlandes liegt eines der interessantesten und abwechslungsreichsten Urlaubsgebiete Griechenlands – die Halbinsel Peloponnes. Die Spuren der Antike, wie z.B. das Heiligtum der Hera, der Zeustempel in Korinth oder die Burgfestung auf Akrokorinth sind ein Beweis dafür, dass der Peloponnes schon in prähistorischer Zeit von Menschen besiedelt war. Etwa 1500 v. Chr. wurden die ersten Funde zum Nachweis menschlichen Lebens gemacht.
Der Peloponnes wird auf drei Seiten vom Meer umspült und hat zahllose Strände.
Vom Festland ist die Halbinsel durch den 1893 in Betrieb genommenen Kanal von Korinth getrennt.
Aufgeteilt ist der Peloponnes in sieben Präfekturen.
Die Landschaft des Peloponnes ist sehr unterschiedlich strukturiert. Die Präfektur Arkadien z.B. ist ein bergiges Hochland mit landwirtschaftlich genutzten Tiefebenen, die Präfektur Lakonien hingegen eine fruchtbare Tiefebene, die ringsum von hohen Gebirgszügen geschützt ist.
Von den mehr als 60 Gebirgen Griechenlands mit einer Höhe von über 2000 m befinden sich
5 Gebirge auf der Halbinsel Peloponnes. Der höchste Berg ist mit 2407 m der Profitis Elias im Gebirgszug des Taygetos-Gebirges.
Die gebirgigen Regionen sind eigentlich auch das Bestimmende, was den Peloponnes charakterisiert. Diese Regionen sind unwirtlich und schwer zugänglich. Tiefe Schluchten wie z.B. das Lousios-Tal, in Arkadien, sind kennzeichnend. Allerdings bieten die Gebirgsregionen auch Wintersportmöglichkeiten. So im Helmos Gebirge das Skigebiet von Kalavrita auf etwa 1700 m Höhe.
In den wenigen vorhandenen Ebenen dominiert der Weinanbau. Bekannt ist der Wein von Nemea in der Präfektur Korinth.
Das Schwemmland um die Mündungen der Flüsse Alfios (110 Km Länge, Arkadien) und Neda (45 Km Länge) ist sehr fruchtbar. Hier findet man Olivenhaine, Gemüsegärten, Maispflanzungen und große Kornfelder.
Das Klima des Peloponnes ist gekennzeichnet durch einen milden Winter und einen heißen trockenen Sommer. Die Frühlings- und Herbstmonate sind deshalb die beste Reisezeit für den Peloponnes.
Obwohl die wichtigsten Orte auf dem Peloponnes gut per Bahn, Bus, Flugzeug und Schiff zu erreichen sind, empfiehlt es sich doch, die herrliche Landschaft mit ihren Sehenswürdigkeiten mit dem Pkw zu erkunden!

Der Athener Nationalgarten

Athen, Leoforos Amalias

Der Nationalgarten gehört zu den wenigen Grünflächen der Athener Innenstadt. Wenn man auf dem Lykabettus, der mit knapp 300 m höchsten Erhebung im Athener Stadtzentrum steht, hat man von hier einen wunderbaren Blick auf Athen. Bei gutem Wetter geht der Blick bis zum Saronischen Golf. Das steinerne Häusermeer wird von nur wenigen Grünflächen unterbrochen – vom Nationalgarten und dem Gelände des Zappeion-Parks.
Als Otto I. König von Griechenland als Hauptstadt Griechenlands Athen festlegte, gab er den Bau des Schlosses, heute Sitz des Parlaments, am Syntagma-Platz in Auftrag (s. auch eBook “Faszination Griechenland”). 1836 wurde dafür der Grundstein gelegt. Im gleichen Jahr wurde auch mit der Anlage eines etwa 16 Hektar großen Parks, der das Schloss umgeben sollte, begonnen. Besonders Königin Amalia hat sich um die Gestaltung des Parks verdient gemacht.
Es war unbebautes Gelände, welches kultiviert werden musste. Einem Glücksumstand war es zu verdanken, dass man eine unterirdische Wasserader fand, mit deren Hilfe die Bewässerung der Kulturen ermöglicht wurde. Auch nur dadurch war es möglich, dass Pflanzen- und Baumarten angepflanzt werden konnten, die nicht im Mittelmeergebiet heimisch waren. Beispielsweise verschiedene Palmen und Agaven.
Die Pflege des Parks lag Jahrzehnte in den Händen des deutschen Botanikers Friedrich Schmidt.
Die Nutzung des Parks war im Prinzip der königlichen Familie vorbehalten. Für die Bevölkerung wurden die Tore nur stundenweise geöffnet. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Park dann für die Öffentlichkeit freigegeben.
Der Park mit seinen schattenspendenen großen Bäumen ist nach wie vor eine Oase der Ruhe in der Hektik der Großstadt. Er wird aber auch genutzt für öffentliche Veranstaltungen, wie das Athens Gardens Festival, was hier vom 15.6. bis 18.6.2013 stattfindet. An diesem Festival nehmen drei Orchester sowie zehn Musikensembles teil.
Der Haupteingang zum Park befindet sich in der Leoforos Amalias (auf obigem Foto am rechten Bildrand).

Frühling in Griechenland

Anemonen im Frühling auf dem Peloponnes
Als eines der beliebtesten südeuropäischen Urlaubsländer ist Griechenland zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.
Besonders die Monate April und Mai sind für Aktivurlauber in Griechenland günstige Reisemonate. Die maximalen Temperaturen liegen zwischen 20° C und 23° C, Regentage sind sehr selten.
Der 20. März 2013 ist Frühlingsanfang. Es ist die Jahreszeit, in der die Natur erwacht.
Fast 6000 Pflanzen- und 200 Baumarten geben der Natur im Frühling ihren besonderen Reiz. Alles blüht und grünt – Anemonen, Olivenbäume, Pfingstrosen, Oleander, Hibiskus – man kann nicht alle Pflanzenarten aufzählen.
In diesem Jahr ist die Frühlingszeit für Touristen auch deshalb interessant, weil das griechische Osterfest erst Anfang Mai begangen wird. Es ist das wichtigste Fest in Griechenland.
Jeder Tourist ist herzlich eingeladen, gemeinsam mit den Griechen zu feiern (s. Blogartikel vom 2. April 2011 “2011 Ostern in Griechenland feiern”).
Der Reiseziele gibt es viele, zwei sollen wegen ihrer Gegensätzlichkeit vorgestellt werden.

Rhodos
-im Frühjahr ein wahres Blütenmeer – Hibiskus, Oleander, Pfingstrosen stehen in voller Blüte. Rhodos ist einer der Touristenmagnete Griechenlands. Es ist die Hauptinsel der Dodekanes-Inselgruppe in der südöstlichen Ägäis. An der Hafeneinfahrt stand einst eines der sieben Weltwunder der Antike – der Koloss von Rhodos. Heute werden die Touristen von der historischen Altstadt und der Kreuzritterburg angezogen. Es lohnt sich aber auch eine Fahrt in das Landesinnere. Eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten ist die Stadt Lindos mit der Akropolis. Die Ausgrabungen der antiken Stadt Kamiros an der Westküste der Insel sind ebenfalls sehenswert.
Von der Insel zum Gebirge.
In der Region Thessalien in Nordgriechenland liegt das
Pilion-Gebirge
Üppige Vegetation, dichtbewaldete Gebirge und mildes Klima zeichnen diese Gegend aus. Nicht nur Wintersportler lieben das Pilion-Gebirge (wegen des Skiressorts), auch für Urlauber, die zu Fuß oder auf dem Rücken der Pferde unterwegs sein wollen, ist es eine ideale Landschaft. Es gibt mehr als zwanzig alte Dörfer mit engen, gepflasterten Gassen. So z. B. das alte Dorf Milies mit seinen großen Apfelplantagen. Hier endet auch die heute als touristische Attraktion betriebene Bahnlinie, die sogenannte Pilion-Bahn
(s. Text und Foto im eBook “Faszination Griechenland”).
Sie kommt von Volos und überwindet einen Höhenunterschied von etwa 450 m. Bekannte Bergdörfer sind Makrinitsa, Zagora und das nur wenige Kilometer entfernte Choreftón. Im Frühjahr ist diese Gegend ein einziges Meer blühender Kirsch-, Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume.
Eine Unterkunft in Griechenland zu buchen, ist kein Problem. Hotels aller Kategorien, Pensionen und gemütliche Privatunterkünfte findet man überall. Günstig ist die Buchung von Last Minute Reisen.

Reiseziel Epirus

Im Nordwesten Griechenlands befindet sich die Region Epirus mit der Hauptstadt Ioannina.
Der Verwaltungsbezirk umfasst eine Fläche von 9200 Km². Er grenzt im Norden an Albanien und im Westen an das Ionische Meer.

Epirus

ist vom internationalen Tourismus noch nicht entdeckt. Es ist deshalb ein Eldorado für den individuellen Urlauber. Hier gibt es noch unberührte Waldgebiete mit Bären und Wölfen, verschiedene Raubvogelarten und eine Flora und Fauna, die man sonst nirgendwo in Europa findet.
Erreichbar ist das Gebiet über den Fährhafen Igoumenitsa, per Flug nach Ioannina oder mit Bussen der Organisation KTEL ab Athen und Thessaloniki. Wenn man mit dem Fährschiff aus Deutschland in Igoumenitsa ankommt, bietet die Autobah A 2 die beste Verbindung. (s. Blogartikel vom 1. November 2012 “Die griechische Autobahn A 2 – ihr Verlauf”).
Beeindruckend ist die Bergwelt des Epirus – das Pindos-Smolikas (2637 m) und das sich anschließende Grammos-Massiv. Durch diese Region führt auch der Europäische Fernwanderweg E 6.
Die grüne Landschaft des Epirus wird von vielen Flüssen durchzogen – dem Acheloos, der mit
255 Km der zweitlängste Fluss Griechenlands ist, den Flüssen Acheron und Arachthos, um nur die bedeutendsten zu nennen. Im Delta dieser Flüsse sind bis heute noch aus der Antike herrührende Moorstellen erhalten.
Große Gebietsteile des Epirus stehen heute unter Naturschutz bzw. sind Bestandteil des 1973 gegründeten Nationalparks Vikos-Aoos mit der berühmten Vikos-Schlucht. 1700 Pflanzen und 182 Tierarten sollen hier beheimatet sein.
Interessante Zeugen vergangener Zeiten sind auch die über die Flüsse führenden alten Bogenbrücken, z.B. die Brücke von Arta über den Fluss Arachthos oder die Templa-Steinbrücke über den Fluss Acheloos.
Berühmt ist die Provinz Epirus auch für die 46 uralten aus dem 14. Jahrhundert stammenden Zagora-Bauerndörfer, wie z.B. Monodendi ( 39 km von Ioannina entfernt). Auch Ioannina selbst bietet verschiedene Sehenswürdigkeiten, Volkskunstmuseen, Minarette, byzantische Kirchen und natürlich der Pamvotida-See, dessen Fläche 23 Km² mißt.
Sportarten vielfältigster Art sind im Epirus möglich:
- Reiten
- Kajak
- Rafting
- Wandern
- Bergsteigen
- Jeep-Safari
- Mountain Bike
Eine Unterkunft zu finden ist unproblematisch. Oftmals sind die Hotels und Pensionenin alten Natursteinhäusern untergebracht.
Details für die Urlaubsplanung sind hier hier erhältlich.
 

Kreta einmal anders erleben

Die größte griechische Insel Kreta ist eines der beliebtesten Reiseziele für ausländische Touristen. Kreta bietet die vielfältigsten Möglichkeiten für eine interessante Urlaubsgestaltung. Die Voraussetzungen sind gegeben – eine artenreiche Flora, die bewaldeten Gebirgszüge der Weißen Berge und des Ida-Gebirges, den an der Ostküste gelegenen Palmenstrand von Vai, antike Ausgrabungsstätten, ausgedehnte Strände und ca. 300 Tage Sonnenschein! Unterkunftsmöglichkeiten sind für jeden Anspruch vorhanden, vom Luxushotel bis zu den Mitatas.
Und auf Letzere soll die Aufmerksamkeit gelenkt werden.
In Zentralkreta befindet sich das Ida-Gebirge mit dem Mount Psiloritis und der Hochebene von Nida (1400m). Der Psiloritis ist nicht nur Skizentrum, er bietet auch sehr gute Wandermöglichkeiten. GPS-Tour beschreibt die „Tour #90700: Psiloritis (2459m)“, die auch über die Hochebene von Nida führt, auf der im Sommer Schafe gezüchtet werden. Deshalb findet man hier die Mitata-Käsehütten. Man bezeichnet sie auch als die Iglus des Mount Psiloritis. Es sind gewölbte Steinhütten mit einem Kuppeldach, die an die monoische Zeit erinnern. Die kleine Eingangstüre, einzige Öffnung der Hütte, ist immer gen Süden ausgerichtet, um einen Schutz gegen die kalten Nordwinde zu bieten. Die erste dieser Hütten soll 1841 gebaut worden sein, sie wird noch heute benutzt. Einige Mitatas dienen den heutigen Wanderern als Schutzhütten und bieten – wenn auch spartanisch – die Möglichkeit einer Übernachtung.

Die Flora Griechenlands

Akropolis, April 2009

Es ist natürlich verwegen,sich in einem kurzen Blogartikel zur Pflanzenwelt Griechenlands zu äußern. Aber der Tourist kann sich bei seinen Reisen selbst einen Überblick verschaffen
(s. auch eBook Faszination Griechenland).
Wer einen Urlaub in Griechenland verbringt und eine subtropische Pflanzenwelt erwartet, wird enttäuscht sein, denn die gibt es nicht. Fliegt man z.B. Mykonos an oder erreicht per Schiff die Insel Hydra hat man den Eindruck einer kahlen Landschaft. Das ist jedoch nur der erste Eindruck, denn bei näherem Betrachten stellt man fest, auch hier ist eine vielfältige Pflanzenwelt entstanden.
Durch den hohen Anteil an Gebirgen, Tälern, Meeresbuchten und Inseln konnten sich zahlreiche Pflanzen ungestört entwickeln. Man hat ermittelt, dass es heute in Griechenland mehr als sechstausend Pflanzenarten gibt. Will man diese Pflanzenwelt entdecken, ist der Frühling die schönste Jahreszeit – für einige Wochen sind die Wiesen grün und mit einem bunten Blütenteppich versehen.
In den Gebirgen, wie dem Parnass, hat sich eine alpine Flora erhalten.
Bereits in der Antike spielte die Pflanzenwelt eine wichtige Rolle für die Menschen. Besonders die Kraft der Heilkräuter wurde als göttliches Geschenk angesehen.
Der Waldbestand – leider durch zahlreiche Brände vielerorts dezimiert – war Voraussetzung für den Bau von Häusern, Palästen (so wurde festgestellt, dass die Palastbauten von Knossos auf der Insel Korfu, Holzsäulen gehabt hatten), Arbeitsgeräten und Kriegsschiffen.
Philosophen, Ärzte und Naturwissenschaftler des antiken Griechenland beschäftigten sich eingehend mit der Natur und den Wechselbeziehungen zum menschlichen Leben.
Zum Beispiel Hippokrates. Er wurde auf der Ägäisinsel Kos geboren und war der berühmteste Arzt des Altertums. Intensiv befasste er sich mit der Verwendung von Pflanzen für die Heilung von Krankheiten.
Oder Theophrast von Eressos, der sich in seinem Buch „Naturgeschichte der Gewächse“ mit der Pflanzenwelt beschäftigte.
Frühzeitig erkannte man, dass viele der Gewächse den Menschen als Nahrung dienen können:
– Früchte des Johannisbrotbaumes
– Lupinien
– Feigen, Wein, Oliven
Aber auch fremdländische Kulturen aus anderen Erdteilen haben in Griechenland Fuß gefasst – Agaven, Palmen, Eukalyptus.
Griechenlands reiche Pflanzenwelt – ein Erlebnis für die Sinne!

Was wird aus Tatoi – ehemalige Residenz des Königs von Griechenland?

Tatoi - ehemalige Residenz der griechischen Königsfamilie, 1985

Nordwestlich von Athen liegt das Parnis-Gebirge. Die mit 1413m höchste Erhebung ist der Karavola-Gipfel. Die dichte Bewaldung des Gebiets wurde leider durch die starken Waldbrände 2007 erheblich reduziert. Hier in Tatoi befindet sich die ehemalige Residenz der griechischen Könige.
Griechenland war Königreich von 1832-1924 und von 1935-1974. Als 1832 König Otto von Bayern zum ersten König Griechenlands ausgerufen wurde, war Nafplion auf dem Peloponnes die erste Hauptstadt des Landes und somit auch gleichzeitig Wohnsitz der königlichen Familie
(s. eBook Faszination Griechenland).
Bald zeigte sich jedoch, dass die Stadt den Anforderungen einer modernen Hauptstadt nicht entsprechen konnte. Deshalb wurde 1834 Athen als Hauptstadt Griechenlands ausgerufen. König Otto ließ im Zentrum der Stadt, am heutigen Syntagma-Platz das Stadtschloß erbauen. Es wurde von der Königsfamilie bis 1910 genutzt und ist heute Sitz des griechischen Parlaments. Nach einem Brand wurde dann in Tatoi die Sommerresidenz als königlicher Wohnsitz genutzt. Bereits 1871 hatte die königliche Familie hier Grundbesitz erworben, der Ende der 1870er Jahre 4500 Hektar betragen haben soll. Als Schloß oder gar Palast konnte man das Bauwerk jedoch kaum bezeichnen. Es mutete eher wie der Sitz eines Landadeligen an. Was auch noch dadurch unterstrichen wurde, dass neben dem eigentlichen Wohngebäude bäuerliche Gehöfte vorhanden waren und Landwirtschaft betrieben wurde. In der Nähe befindet sich der königliche Friedhof mit Gräbern von Mitgliedern der Königsfamilie. Als die Militärjunta unter Georgios Papadopoulos 1967 an die Macht kam, ging die Königsfamilie ins Exil. Seitdem ist Tatoi verschlossen, ungenutzt und dem Verfall preisgegeben. Eine Volksabstimmung 1974 ergab eine deutliche Ablehnung der Monarchie. Infolgedessen wurde das königliche Grundeigentum verstaatlicht und die Königsfamilie in einem gewissen Rahmen entschädigt.
Die heutige wirtschaftliche Situation zwingt Griechenland dazu, zur Verbesserung der Zahlungsbilanz Staatseigentum zu verkaufen und in Privateigentum zu wandeln. Neben Staatsbetrieben wie z.B. Eisenbahngesellschaft, Gas- und Wasserversorger und Häfen der Inseln Rhodos, Mykonos, Zakynthos soll nun auch über den Verkauf von Tatoi nachgedacht werden. Erste Überlegungen sehen einen Hotelbau und eine Wiederbelebung der Landwirtschft vor
(s. Griechenland Zeitung vom 5.9.2012).
Die Investitionssumme wird auf 4 Mio. Euro geschätzt.

Magiritsa, die griechische Ostersuppe

Am 15. April 2012 wird in Griechenland der >Ostersonntag gefeiert und damit das Ende der griechisch-orthodoxen Fastenzeit. Der Osterbraten – Lamm auf Holzkohle gegrillt – steht im Mittelpunkt der österlichen Völlerei. Eine Spezialität ist die Magiritsa, die traditionelle griechische Ostersuppe. Sie ist dicklich, schmeckt säuerlich und ist die erste Fleischspeise nach der Fastenzeit. Bestandteile der Suppe sind die Därme und Innereien des Lamms, wie Herz, Leber, Lunge sowie Gewürze und Fleischbrühe. Die Innereien werden sorgfältig gewaschen, einige Minuten in Essig eingelegt und zusammen mit den Kräutern gekocht. Nach dem mitternächtlichen Ostergottesdienst wird die Magiritsa am frühen Ostersonntag serviert. Obwohl die grundsätzlichen Bestandteile überall gleich sind, variiert die Zubereitung von Ort zu Ort. Aber gleich, ob man sie auf einer Insel, z.B. Kreta, in Athen oder in einem der Bergdörfer wie Arachova bei Delphi genießt – uns hat sie immer geschmeckt!

Ausstellung im Olivenmuseum in Sparta/Peloponnes

Olivenzweig, Handwerkskunst, Kreta

Der Olivenbaum (auch bezeichnet als Ölbaum) und das aus seinen Früchten gewonnene Öl sind Grundlage einer der wichtigsten landwirtschaftlichen Kulturen Griechenlands. Griechenland gehört weltweit zu den vier wichtigsten Erzeugerländern. Es ist deshalb interessant, sich einmal das Museum der Olive und des Olivenöls in Sparta auf dem Peloponnes anzusehen. Das Museum gehört zur Unternehmensgruppe der Piräus-Bank. Eine besondere Ausstellung widmet sich vom
20. Januar bis zum 6. Mai 2012 der Kultur und Technologie des Anbaus und der Verarbeitung der Oliven.
Die Ausstellung ist täglich – außer Dienstags – von 10°° Uhr bis 17°° Uhr geöffnet.

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Kategorie: Reisen Griechenland