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Weiterer Ausbau der Athener Verkehrsinfrastruktur (I/II) – die METRO
Auch wenn offiziell die Einwohnerzahl Athens mit unter einer Million angegeben wird, leben im Ballungsraum Athen/Piräus nach offiziellen Angaben von 2009 2,8 Millionen Menschen. Durch die Lage am Saronischen Golf und die nach Osten, Norden und Westen angrenzenden Gebirge sind der flächenmäßigen Ausdehnung der Stadt Grenzen gesetzt. Die Folge ist eine hohe Einwohnerdichte. Schon immer hatte Athen deshalb Probleme mit der Verkehrsinfrastruktur.
Noch in den 1970er/1980er Jahren herrschte in der Stadt ein absolutes Verkehrschaos. Hunderte dieselgetriebene Busse, tausende Taxis und zahllose Lieferfahrzeuge sowie Pkw verstopften die Straßen.
Inzwischen hat sich die Situation jedoch entspannt – der Ausbau des U-Bahnnetzes wurde vorangetrieben, und auch ein Straßenbahnsystem aufgebaut (s.eBook Faszination Griechenland).
Für beide Verkehrssysteme gibt es langfristige Erweiterungspläne.
Größere Bedeutung hat dabei die Erweiterung des U-Bahnnetzes.
Bisher gibt es drei Linien
Linie 1 grün
Linie 2 rot
Linie 3 blau.
In den nächsten Monaten werden sieben neue Stationen auf verschiedenen Linien in Betrieb genommen. Die Linie 2 wird im April dieses Jahres in nördlicher Richtung bis zur Station Anthoupoli verlängert und bis Juli in südlicher Richtung bis zur Station Elliniko.
Die Linie 3 wird im September bis zur Station Agia Marina verlängert und bis 2017 bis zum Hafen Piräus.
Für den Bau dieser 2013 in Betrieb gehenden Stationen wurden etwa 700 Millionen Euro investiert.
Die positiven Ergebnisse liegen auf der Hand. Man geht von folgenden Schätzungen aus:
- die Station Agia Marina wird täglich 30000 weitere Passagiere abfertigen, von dieser Station aus ist dann der Flughafen Eleftherios Venizelos über den Syntagma-Platz in 40 Minuten zu erreichen
- durch Inbetriebnahme der Station Elliniko werden zusätzlich 80000 Passagiere abgefertigt und 50000 Fahrten mit Autos reduziert
- die Fahrtdauer mit der Metro von der Station Elliniki bis zur Station Syntagma im Zentrum Athens beträgt 14 Minuten, mit dem Pkw abhängig von der Verkehrsdichte ca. 1 Stunde.
Aber auch weitere positive Ergebnisse bringt der Ausbau der Infrastruktur, z.B. Verringerung der Luftverschmutzung, Einbindung weiterer Stadtteile in ein modernes Infrastruktursystem.
Der Generalplan für den Ausbau des U-Bahnnetzes in den nächsten Jahrzehnten sieht insgesamt 8 Linien mit einer Streckenlänge von
220 Km und 200 Stationen vor.
In Planung befindet sich derzeit der Bau der Linie 4 orange. Die Linie wird 29 Stationen haben und ein Streckennetz von von 33 Km Länge umfassen. Sie durchquert die Stadt in einer U-Form. Die ermittelten Investitionskosten liegen bei 3,3 Milliarden Euro.
Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg. Fest steht aber, dass nach Inbetriebnahme auch dieser Linie Athen über ein modernes weitverzweigtes U-Bahnnetz verfügt, welches die wichtigsten und bevölkerungsreichsten Stadtbezirke einschließt.
Ausbau des Tourismus mit Russland
Die wirtschaftliche Situation zwingt Griechenland dazu, zahlungskräftige Investoren aber auch Touristen zu suchen. Nachdem China bereits 2008 in den Containerhafen Piräus 4,8 Milliarden Euro investiert hat (s. eBook Faszination Griechenland) und die Zahl chinesischer Touristen anwächst, konzentrieren sich die Bemühungen auch zunehmend auf Russland. Hier ist zu beobachten, dass vermögende Russen Hotels kaufen, Landhäuser in der Ägäis erwerben und wie das Handelsblatt am 11.2.2013 mitteilt, auch griechische Gasunternehmen erwerben wollen (Gasversorger Depa und Netzbetreiber Desfa).
Am gestrigen Sonntag, 10.2.2013, fand im Akropolis-Museum in Athen das Griechisch-Russische Tourismusforum statt. Es war eine Veranstaltung der Hotelkammer Griechenlands in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Tourismus. Hochrangige Persönlichkeiten beider Seiten, z.B. der Bürgermeister von Athen sowie der russische Botschafter und die Vertreter von 48 führenden russischen Tourismusunternehmen nahmen an den Beratungen teil. Gegenstand der dreitägigen Veranstaltung war der Ausbau der touristischen Beziehungen beider Länder im Hinblick auf die Steigerung der Zunahme russischer Touristen. Nach Angaben der Bank von Griechenland haben 2012 875000 russische Touristen Griechenland besucht (2010 wurden 368700 russische Touristen gezählt). Das entsprach 9,6 Millionen Übernachtungen. Griechenlands Anstrengungen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Tourismus konzentrieren sich auf eine Verbesserung der Infrastruktur in Häfen, Flughäfen und archäologischen Stätten sowie auf vereinfachte Verfahren für die Visaerteilung für russische Touristen (Quelle: Travelling News).
Die bedeutendsten Kreuzfahrthäfen Griechenlands
Das zur Zeit bereits frühlingshafte Wetter in Griechenland mit 18°C in Athen und über 20°C auf der Insel Kreta, hervorgerufen durch heiße Saharawinde, beflügeln erste Urlaubsgedanken. Warum also nicht dem allgemeinen Trend der wachsenden Beliebtheit von interessanten aber doch auch gleichzeitig entspannenden Kreuzfahrten folgen?
Und gerade Griechenland ist ein beliebtes Ziel.
Seine wichtigsten Kreuzfahrthäfen sind
Piräus
Iraklion/Kreta
Korfu.
Laut Nachrichtenmagazin Travelling News vom 25.1.2013 frequentierten 2012 insgesamt 2925711 Passagiere diese Häfen. Spitzenreiter mit einem Anteil von 74% war Piräus, 85% davon wiederum waren ausländische Passagiere.
Der Präsident des Hafens Piräus, George Anomeritis, rechnet damit, dass in diesem Jahr
710 Kreuzfahrtschiffe mit 2,2 Millionen Touristen in Piräus ankommen werden.
Piräus ist nicht nur der größte Passagierhafen im Mittelmeerraum, er ist gleichzeitig der weltgrößte Fährhafen. Das ergibt sich aus der Vielzahl der griechischen Inseln, von denen die bewohnten alle per Fährschiff erreichbar sind (s. eBook Faszination Griechenland).
Die Kapazitäten des Hafens Piräus für den Kreuzfahrttourismus sollen auch 2013 weiter ausgebaut werden. Eine Summe von 420 Millionen Euro steht dafür bereit.
Der griechische Finanzminister sieht die ersten Anzeichen einer Erholung. Nach seiner Einschätzung wird Griechenland gegen Ende dieses Jahres zum Wachstum zurückkehren – sicherlich unter der Voraussetzung, dass der IWF die bis 2016 noch vorhandene Finanzlücke von 9,5 Milliarden Euro schließt.
Piräus und seine Reeder
Griechenland
ein Land auf drei Seiten von Meer umgeben, besitzt tausende Inseln und tausende Kilometer Küstenlänge. Schon in der Antike war es deshalb notwendig, sowohl zur Versorgung des Festlandes als auch der Inseln geeignete Transportmittel und Transportwege zu entwickeln. Die Schifffahrtsrouten befanden sich – auch aus navigatorischen Gründen – in Küstennähe.
Am Anfang der griechischen Schifffahrt stand deshalb der Bau von Handelsschiffen, erst später wurde der Bau von Kriegsschiffen zum Schutz des Landes und der Transportwege erforderlich. Einstmals in der Antike bedeutende Häfen, sind heute beliebte Touristenziele. So z.B. die Insel Delos, Nachbarinsel von Mykonos, Insel der Kykladen im Ägäischen Meer.
Delos wurde 168 v.Chr. zum Freihafen und war ein bedeutendes Handelszentrum. Auf vielen Inseln findet man noch heute prächtige Kapitänshäuser, die in Hotels umgebaut wurden. Die Touristikunternehmen bieten diese Unterkunftsmöglichkeiten an.
Im Lauf der Jahrhunderte hat sich dann Piräus, Hafen der Hauptstadt Athen, als Haupthafen entwickelt (s. auch eBook Faszination Griechenland).
Griechenland kontrolliert etwa 15% des Weltseehandels.
Piräus
ist mit jährlich 20 Millionen Passagieren der größte Passagierhafen Europas und bezogen auf den Containerumschlag einer der zehn größten Container-Häfen in Europa. Hier haben fast alle bedeutenden griechischen Reedereien ihren Sitz. Bekannte Personen wie Onassis, Niarchos sind Stellvertreter für große Reedereien. Zu den größten Tanker-Reedereien der Welt gehört die 1970 in Piräus gegründete Tsakos Shipping Trading S.A. (TST), eine weitere große Reederei ist die 1947 gegründete und in Piräus ansässige Angelicoussis Shipping Group Limited.
Vielen Touristen bekannt sind auch Reedereien wie ANEK-Lines, Minoan-Lines und Superfast-Ferries, die sowohl auf innergriechischen routen als auch im Ausland fahren.
Die Schaltzentrale all dieser Reedereien ist Piräus.
Einige beeindruckende (ca.-)Zahlen – es gibt in Griechenland 700 Reederfamilien, 3800 Schiffe, von denen nur 900 Schiffe unter griechischer Flagge fahren und insgesamt 200000 Beschäftigte. Daraus wird ersichtlich, dass neben dem Tourismus der Seehandel einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist. Abgesehen von den unter griechischer Flagge fahrenden Schiffen sind die Gewinne aus der internationalen Schifffahrt steuerfrei – ein mögliches großes Potenzial für Steuereinnahmen des Staates! Diese Steuerbefreiung rührt übrigens aus einer Verfassungsfestlegung her, die von den Putschisten 1967 getroffen wurde.
Zum weiteren Ausbau des Hafens Piräus wurde ein Investmentplan für die Jahre 2012 bis 2016 erarbeitet.
Details sind hier ersichtlich: Investmentplan 2012 – 2016.
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Einige Bemerkungen zum griechischen Tourismus 2012
Dass Griechenland nach wie vor mit wirtschaftlichen und politischen Problemen und ihren Auswirkungen auf den Tourismus zu kämpfen hat, ist wohl unumstritten. Mehr Geld von der EU, weitere zwei Jahre Aufschub zum Sparen, ein eventueller Schuldenschnitt – all das wird sich aber positiv auf Wirtschaft und Tourismus auswirken.
Noch ist jedoch die Wirtschaftsleistung weiter im Sinkflug – 7,2 % liegt sie unter dem Vorjahres-Niveau. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Untersuchungsergebnissen des Informationsportals von Trivago wider.
Trivago ermittelte über eine Metasuchmaschine von weltweit 500000 Hotels die Preise. Im Ergebnis dessen wurde zur bevorstehenden Winterzeit eine fallende Hotelpreistendenz in den europäischen Ländern festgestellt.
Bezogen auf Griechenland trifft das auf fast alle bedeutenden Städte und auch auf die 19 Wintersportgebiete zu.
Die durchschnittlichen Übernachtungspreise für ein Doppelzimmer im Monat November 2012 wurden denen des November 2011 gegenübergestellt. So zeigten z.B. die Preise für Thessaloniki einen Rückgang von ca. 13 %, Athen ca. 8 % und Glyfada (s. eBook Faszination Griechenland), dem Nobelwohnviertel von Athen, sogar 19 %!
Diese Situation der gesunkenen Preise scheint sich andererseits jedoch positiv auf die Ankünfte internationaler Touristen auf den touristisch wichtigsten Flughäfen auszuwirken. Der Verband der Touristikunternehmens Griechenlands – SETE – hat in den ersten zehn Monaten 2012 steigende Ankünfte u.a. in Korfu mit plus 6% und Mykonos mit plus 7 % ermittelt.
Sorgenkind bleibt aber Athen mit minus 12 %. Hier könnte man annehmen, dass die aggressive Stimmung, Demonstrationen, Streiks, Krawalle die Touristen von einem Besuch der Hauptstadt abhalten. Schade, denn gerade Athen hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Interessant wird es sein, die Ergebnisse der internationalen Tourismus-Messe Philoxenia auszuwerten. Die Messe findet vom 22.-25. November 2012 im Thessaloniki International Exhibition Centre statt.
Die griechische Autobahn A 2 – ihre Geschichte (1/2)
Während in Deutschland die weltweit erste Autobahn, die AVUS im Berliner Grunewald – 1921 in Betrieb genommen wurde, setzte der Bau von Autobahnen in Griechenland erst Ende des 20. Jahrhunderts ein.
Das hatte verschiedene Gründe.
Während in Deutschland, England, Frankreich die sich entwickelnde Industrialisierung, die zunehmenden arbeitsteiligen Beziehungen und engeren Verflechtungen der Industriebetriebe geradezu eine Modernisierung des Transportwesens auf Schiene und Straße erforderten, befand sich Griechenland noch im Stadium eines landwirtschaftlich geprägten Wirtschaftssystems. Es gab also keine industriell bedingten Verflechtungen. Hinzu kam, dass Griechenland auch nicht so ein bedeutendes Transitland war, durch welches internationale Warenströme flossen. Der an der Westküste liegende Hafen Igoumenitsa ermöglichte nur das Einlaufen kleinerer Schiffe. Ein natürliches Hindernis für den Autobahnbau bildet darüberhinaus auch der 80%ige Anteil von Gebirgen an der Landesfläche Griechenlands.
Übergeordnete Fernstraßen
waren in Griechenland die Nationalstraßen. Die Straßen hatten eine Fahrbahnbreite von 14m und in jede Fahrtrichtung nur eine Spur. Mit Beginn der 1960er Jahre wurden diese Straßen ausgebaut.
Die Nationalstraße 1, heute Autobahn A 1, verläuft über 550Km von Evzoni im Norden nach dem Hafen Piräus im Süden. Sie führt durch die thessalische Tiefebene und verbindet die beiden größten Städte Griechenlands, Thessaloniki und Athen.
Die West-Ost-Verbindung wurde durch die Nationalstraße 6 ab Igoumenitsa erreicht.
Beginnend Ende des 20. Jahrhunderts wurden mit Hilfe von EU-Mitteln die Nationalstraßen in Autobahnen umgebaut und auch gleichzeitig neue Autobahnen gebaut. So z. B. die A 6 im Ballungsraum Athen und die mit 670 Km längste Autobahn Griechenlands, die A 2. In der griechischen Bezeichnung trägt sie den Namen „Egnatia Odos“. Sie wurde 2009 fertiggestellt.
Das heutige Autobahnnetz Griechenlands umfasst etwa 3300 Km.
Kreta und die Russen

Kreta, die größte Insel Griechenlands, ist ein herrliches Ferienparadies – Gebirge mit tiefen Schluchten und fruchtbaren Ebenen sowie sehenswerten Ausgrabungen wie die Paläste von Knossos und Phaistos und wird von Touristen aus aller Welt besucht. Die durchschnittlichen Jahrestemperaturen liegen zwischen 15°C und 22°C, und selbst die Wintermonate sind noch eine angenehme Reisezeit ( s. Artikel vom 27.9.2012 Kreta-Sonniger Urlaub im Mittelmeer).
Es wundert deshalb nicht, dass Kreta diese günstigen Bedingungen in die Waagschale wirft, um den Tourismus anzukurbeln. Wie im Prinzip jede Region Griechenlands kämpft auch Kreta um wirtschaftlichen Aufschwung und stellt deshalb eine enge Verbindung zwischen Wirtschaft und Tourismus her. Auf dem diesjährigen Welttourismustag vom 27.9.2012 bis zum 29.9.2012 fanden in Iraklion und anderen Städten zahlreiche Veranstaltungen unter breiter Beteiligung von Bevölkerung, Künstlern, Tourismusorganisationen und Vertretern des Wirtschaftslebens statt (s. travelling news vom 2.10.2012). Gleichzeitig gab es erfolgreiche Gespräche und Verhandlungen zwischen kretischen und russischen Unternehmen, die am 1.10.2012 zu insgesamt vier über fünf Jahre laufenden Verträgen führten. Gegenstand ist die Lieferung kretischer Landesprodukte wie Honig, Olivenöl, Marmelade, Süßigkeiten. Auch der Tourismus von Russland nach Griechenland soll angekurbelt werden. Während sich die Einreise deutscher und britischer Touristen rückläufig entwickelt hat, sind die Zahlen russischer Touristen in den letzten Jahren rasant gestiegen. Waren es 2044 nur 140000 russische Touristen, erhöhte sich diese Zahl 2011 auf etwa 740000, und 2012 wird damit gerechnet, dass die Millionengrenze in Kreta überschritten wird.
Griechenland – Aspekte von Wirtschaft und Tourismus
Griechenland befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Situation.
Wirtschaftliche Aspekte
Die griechische Regierung hat das neue Sparpaket vorgelegt – bis Ende 2013 sind Einsparungen von 12 Milliarden Euro geplant. Die vorgesehenen Einsparungen sind jedoch nur die eine Seite. Wichtig ist vor allen Dingen, dass die Wirtschaftsleistung der griechischen Industrie wieder steigt und der Staat dadurch wieder über wachsende Steuereinnahmen verfügt. Für 2012 erwartet die Regierung zunächst noch einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von ca. 7%. Der bedeutendste Anteil am griechischen Bruttoinlandsprodukt sind die Einnahmen aus dem Tourismus.
Die von der Bank von Griechenland am 23. August 2012 veröffentlichten Zahlen belegen auch hier mit Stand Juni 2012 im Vergleich zum Juni 2011 einen Rückgang der Einnahmen um 7,1%. Die Anzahl einreisender Touristen ist im gleichen Zeitraum um 11,6% zurückgegangen, wobei die Ausgaben für den Urlaub um 0,7% gesunken sind.
Touristische Aspekte
Um den Tourismus anzukurbeln, unternehmen die zuständigen Ministerien und Institutionen eine Reihe von Massnahmen.
Unter der Schirmherrschaft der Präsidenten Griechenlands und Deutschlands, Karolos Papoulias und Joachim Gauck, findet im Rahmen der Berliner Festspiele vom 31. August 2012 bis zum
7. Januar 2013 im Martin-Gropius-Bau in Berlin die Ausstellung „Mythos Olympia – Kult und Spiele“ (Berliner Festspiele) statt. Initiatoren sind die Griechische Kulturstiftung Berlin und das Griechische Kultusministerium. Über 500 wertvolle Ausstellungsstücke werden von griechischen und deutschen Museen zur Verfügung gestellt.
Aber auch solche Veranstaltungen wie die „Griechische Woche in Hellersdorf“ vom
3. – 8. September 2012 sind Massnahmen, um bei den deutschen Touristen wieder das Interesse an Griechenland ( s. auch eBook Faszination Griechenland und Griechenland-Urlaub-Blog)zu wecken. Bei einer Tasse griechischen Kaffees und in Verbindung mit einer Reisemesse wird den Besuchern griechischer Lebensstil durch Tanz, Puppentheater und eine Fotoausstellung beigebracht. Höhepunkt der Veranstaltung ist am Samstag, 8. September 2012, das Klavierkonzert von Alexandra Gravas.
Auch hier erwartet uns Griechenland!
Die Markthallen von Athen
Wenn man als Tourist Athen bereist, imponieren natürlich zunächst die Akropolis oder das Nationalmuseum. Aber es gibt darüberhinaus viele weitere Sehenswürdigkeiten, so z.B. die Markthallen. Man findet sie, vom Omonia-Platz kommend, linkerhand in der Athinas-Straße. Die Markthallen wurden 1886 eröffnet. Seitdem sind sie eine Institition Athens. Im Prinzip gliedern sie sich in zwei große Bereiche – in einer Halle wird Fleisch angeboten, in der anderen Fisch. An der Außenfront der Hallen, speziell in der Athinas-Straße, haben zahlreiche kleine Händler ihre Stände, und bieten Obst, Gemüse, Nüsse und Süßigkeiten an.
Noch in den 1970er Jahren war in jeder Halle ein Stand der Marktpolizei, die den korrekten Handelsablauf überwachte und ggf. auch Beschwerden entgegennahm. In dieser Gegend findet man noch ein Stück des alten Athen. Die Markthalle hat auch heute noch eine wichtige Funktion. Sie dient der Bevölkerung des umgebenden Zentrums sowie dem dort ansässigen Einzelhandel und den zahlreichen Tavernen als Lieferant frischer Lebensmittel. Was viele Touristen nicht wissen – es gibt in den Hallen drei Tavernen, die 24 Stunden geöffnet haben. Ein besonderes Erlebnis ist ein Tavernenbesuch um Mitternacht. Die Fleisch- und Fischstände sind geschlossen, die Waren in großen Kühlschränken verstaut und die Gänge mit dem Wasserschlauch sauber gespritzt. In den Tavernen werden typisch griechische Speisen angeboten, wie man sie nicht überall bekommt. So die legendäre Patsá, eine aus Innereien (Kutteln) in großen Alu-Töpfen gekochte und mit Essig gesäuerte Suppe – sehr schmackhaft!
Den Markthallen sollte man also zwei Besuche abstatten – einmal bei Tag und einmal bei Nacht!
Athen – der Omonia-Platz und seine Wandlung

Athen hat zwei bekannte Plätze von denen man sagt, dass sie die Stadt in zwei Welten „teilen“ – den Omonia-Platz, Platz der Einheit, der für das Morgenland steht und den Syntagma-Platz, Platz der Verfassung, der für das Abendland steht. Beide Plätze werden durch die fast parallel verlaufenden Einbahnstrassen Panepistimiou und Stadiou verbunden. Beide Straßen haben auch ihre Sehenswürdigkeiten – die Panepistimiou die ehemalige Villa Heinrich Schliemanns
(s. Blogartikel Die antiken Schätze Griechenlands vom 20. Juni 2012), die Stadiou das ehemalige Parlamentsgebäude.
Der Omonia-Platz
Unter dem Omonia-Platz befindet sich die 1895 in Betrieb genommene Station der Metro. Ende der 1960er Jahre habe ich den Omonia mit seinem Kreisverkehr erstmals befahren. Ein quirliger Betrieb, der nicht immer nach nachvollziehbaren Verkehrsregeln ablief, gestaltete die Fortbewegung sowohl als Kraftfahrer wie auch als Fußgänger schwierig. In nordwestlicher Richtung vom Omonia und damit in Richtung Plaka verläuft die Straße Athinás. Eine stark frequentierte Einkaufsstraße mit zahllosen kleinen Geschäften und Handwerksbetrieben aller Art. Sehenswert sind hier auch heute noch die Markthallen. Der Omonia strotzte vor Lebendigkeit – Geschäfte, Restaurants, Cafés, Zeitungsstände, Hotels, Büros. Tag und Nacht konnte man hier bedenkenlos bummeln! Während meiner letzten Besuche in Athen mußte ich jedoch leider gravierende Veränderungen feststellen. Das ehemals unbeschwerte Leben gibt es am Omonia nicht mehr. Viele Geschäfte und auch große Hotels sind geschlossen. Der wirtschaftliche und kulturelle Niedergang ist nicht zu übersehen. Heute sind es kaum noch Touristen, die sich hierher wagen. Straßenhändler, Kleinkriminelle, Bettler, Drogenabhängige und Prostituierte frequentieren den Omonia – ein schöner Abendbummel? Auch architektonisch hat sich der Platz geändert. Früher befand sich in der Mitte des Kreisverkehrs eine Grünfläche mit einem Wasserspiel. Heute gibt es den Kreisverkehr nicht mehr und auf der ehemaligen Grünfläche befindet sich eine große Betonplatte. Leider ist ein Stück Athen verschwunden!




eBook über Griechenland 