Die Orakel Griechenlands


Haus des Dionysos, Delos

Im antiken Griechenland spielten die Orakel, Wahrsager und Seher im privaten wie öffentlichen Leben eine große Rolle und waren hoch angesehen. Besonders die Orakel, also Wahrsagungen der Götter, wurden zu wichtigen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Entscheidungen herangezogen. Die größte Bedeutung hatte Apollon, der Gott des Lichts , der Künste und der Wahrsagungen.
So ist Delphi als wichtigster Kultort des Gottes Apollon auch in unserer Wahrnehmung das berühmteste Orakel des antiken Griechenland.

Es gab in Griechenland mehrere

Orakelstätten

deren antike Reste noch heute besichtigt werden können. So z.B.
Delphi/Mittelgriechenland
Dodona/Epirus, Nordwestgriechenland
Olympia/Peloponnes
Delos/Ägäisches Meer
um nur die wichtigsten zu nennen.
Interessant ist, dass selbst heute noch Ausgrabungen durchgeführt werden, die die Reste antiker Orakelstätten ans Tageslicht bringen – Opfergegenstände aus Keramik und Bronze.
So berichtete „Die Welt“ in ihrer Ausgabe vom 12. Mai 2011 unter der Überschrift „Wer zerstörte das Orakel von Abai“ über die Grabungserfolge eines internationalen Archäologenteams unter deutscher Leitung von der sensationellen Freilegung der Reste des Orakelheiligtums Apollo. Bei dem in Mittelgriechenland liegenden Ort Kalapodi wurden zwei Tempel freigelegt, in denen über mehr als zweitausend Jahre Orakel prophezeit wurden.

Orakelprozedur

Das Orakel war eine Priesterin oder ein Priester, die in einem Trancezustand Antworten auf gestellte Fragen gaben und so einen Blick in die Zukunft warfen. Über die Priesterin bzw. den Priester glaubten die Menschen Kontakt zu Gott aufnehmen zu können. Sowohl die Tempelanlagen als auch die heilige Handlung sowie deren Ergebnisse bezeichnet man heute gemeinhin als Orakel.
Der Ablauf einer Orakelprozedur wird meistens am Beispiel des Orakels von Delphi geschildert.
Hier war das Orakel eine Priesterin, die Pythia. Nur an bestimmten festgelegten Tagen konnte das Orakel befragt werden.
Nach Reinigung an einer heiligen Quelle ging die Pythia in Begleitung von Priestern in den Apollontempel und trat vor den Altar. Hier sollen aus einer Quelle Dämpfe ausgetreten sein, die die Pythia in einen Trancezustand versetzten.
Die Antworten waren oft rätselhaft und mehrdeutig.
Die griechischen antiken Dichter sollen übrigens geteilter Meinung zu der Wahrhaftigkeit der Orakel Griechenlands gewesen sein – Sophokles hat den Wahrheitsgehalt der Sprüche verteidigt, Euripides hat sie bezweifelt, Aristophanes hat sie verspottet.

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Kategorie: Reisen Griechenland