Kastoria – Zentrum der griechischen Pelzwirtschaft

Gedanken an Griechenland verbindet man in der Regel zunächst mit Sonne, Strand, Inseln, antiken Heiligtümern – wohl kaum aber mit Pelzen! Und trotzdem ist die Pelzwirtschaft in Griechenland ein nicht unbedeutender Wirtschaftsfaktor.
Bereits im 14./15. Jahrhundert hat sich in Kastoria, einer Stadt mit heute etwa 39000 Einwohnern in der Region Makedonien, die Pelz- und Lederwirtschaft entwickelt. In den Folgejahrzehnten sicherten staatliche Massnahmen der Stadt ihre Sonderstellung als Zentrum des Kürschnerhandwerks. Schwerpunkt ist dabei die Pelzresteverwertung, d.h. die Verarbeitung von Fellstücken, die bei der Verarbeitung der Felle anfallen. Die Pelzstückeproduktion umfasst mehr als zwei Drittel der Weltproduktion.
Die griechischen Pelzkaufleute waren und sind auch noch heute international tätig. Die damaligen Leipziger Messen wurden von ihnen regelmäßig besucht. Um ihre Interessen zu schützen, gründeten sie 1915 die „Kastorian Fur Association“. Sie hat 362 Mitglieder und ist die offizielle Vereinigung der Pelzhändler Griechenlands.
In der großen Zeit des Pelzbooms in den 1980er Jahren gab es in Kastoria über 2500 Pelzbetriebe mit etwa 10000 Beschäftigten.
Jährlich findet in Kastoria eine internationale Pelzmesse statt. Die Besucherzahlen unterstreichen die Bedeutung Kastorias für den Pelzhandel. An der 37. Messe 2012 waren 4550 Besucher aus
36 Ländern beteiligt.
Die 38. International Fur Fair of Kastoria findet vom 4. bis 7. April 2013 im neuerbauten
Ausstellungszentrum in Kastoria statt.
Die in Kastoria gefertigten Pelzwaren sind natürlich auch in Athen käuflich zu erwerben – kostbare Mäntel und Jacken aus Nerz, Fuchs, Zobel findet man in der vom Syntagma-Platz abgehenden Straße Mitropoleos; Jacken aus der Pelzstückeproduktion in den Souvenirgeschäften der Plaka.

Kommentieren

Bitte die Rechnung vervollständigen (Spamschutz)!

Werbung
Link-Empfehlung
Auszeichnung

Kategorie: Reisen Griechenland