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Makedonien und seine touristischen Sehenswürdigkeiten – Kastoria – (III/III)

Herrenhaus im Pelion-Gebirge
Wenn man Thessaloniki als Ausgangspunkt der Erkundung Makedoniens nimmt und von hier aus in südwestlicher Richtung auf der neuen Autobahn A 2 knappe 150 Kilometer fährt, bei dem Ort Siatista abzweigt, erreicht man nach weiteren 50 Kilometern Kastoria.

Kastoria

wird als eine der schönsten Städte Makedoniens bezeichnet.
Es ist die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur. Kastoria ist zwar nicht mit der Eisenbahn zu erreichen, verfügt aber über einen nationalen Flughafen, der von Athen aus angeflogen wird.
Die Stadt liegt unmittelbar am Orestida-See, der es den vielen direkt am See gelegenen Tavernen ermöglicht, immer frischen Fisch anzubieten.
Mit einer Fläche von fast 30 Km² ist der See natürlich auch ideal geeignet für den Wassersport.
Wirtschaftlich erblühte Kastoria im 17./18. Jahrhundert. Kastoria war damals wie heute das Zentrum der Pelzverarbeitung Griechenlands. Die Kürschnerwaren werden weltweit vertrieben, und so findet man sie auch in den eleganten Geschäften in Athen. Neben Kastoria befanden sich auch in dem kleinen Ort Argos Orestiko (ca. 10 Kilometer von Kastoria) zahlreiche Werkstätten für Pelzverarbeitung. Gegen Ende der 1970er Jahre waren ca. 10000 Beschäftigte in der Pelzindustrie erfasst.
Was bietet Kastoria aber dem heutigen Touristen?
Interessant ist die Stadt vor allen Dingen wegen ihrer gut erhaltenen Altstadt. Sehenswert sind besonders die Herrenhäuser aus dem 18./19. Jahrhundert. Ähnliche Gebäude findet man in dem Bergdorf Makrinitsa im Pilion-Gebirge (s. eBook „Faszination Griechenland“). Im unteren Stockwerk befanden sich die Lagerräume, in den darüberliegenden Stockwerken die Wohnräume. Das Volkskundemuseum von Kastoria ist in einem solchen ehemaligen Herrenhaus untergebracht.
Heute leben etwa 37000 Einwohner in dem Regionalbezirk Kastoria, es gibt aber 70 byzantinische Kirchen, die teilweise als Kunstdenkmäler eingestuft wurden.
Auch im Spätherbst ist Kastoria eine Reise wert!

Kastoria – Zentrum der griechischen Pelzwirtschaft

Gedanken an Griechenland verbindet man in der Regel zunächst mit Sonne, Strand, Inseln, antiken Heiligtümern – wohl kaum aber mit Pelzen! Und trotzdem ist die Pelzwirtschaft in Griechenland ein nicht unbedeutender Wirtschaftsfaktor.
Bereits im 14./15. Jahrhundert hat sich in Kastoria, einer Stadt mit heute etwa 39000 Einwohnern in der Region Makedonien, die Pelz- und Lederwirtschaft entwickelt. In den Folgejahrzehnten sicherten staatliche Massnahmen der Stadt ihre Sonderstellung als Zentrum des Kürschnerhandwerks. Schwerpunkt ist dabei die Pelzresteverwertung, d.h. die Verarbeitung von Fellstücken, die bei der Verarbeitung der Felle anfallen. Die Pelzstückeproduktion umfasst mehr als zwei Drittel der Weltproduktion.
Die griechischen Pelzkaufleute waren und sind auch noch heute international tätig. Die damaligen Leipziger Messen wurden von ihnen regelmäßig besucht. Um ihre Interessen zu schützen, gründeten sie 1915 die „Kastorian Fur Association“. Sie hat 362 Mitglieder und ist die offizielle Vereinigung der Pelzhändler Griechenlands.
In der großen Zeit des Pelzbooms in den 1980er Jahren gab es in Kastoria über 2500 Pelzbetriebe mit etwa 10000 Beschäftigten.
Jährlich findet in Kastoria eine internationale Pelzmesse statt. Die Besucherzahlen unterstreichen die Bedeutung Kastorias für den Pelzhandel. An der 37. Messe 2012 waren 4550 Besucher aus
36 Ländern beteiligt.
Die 38. International Fur Fair of Kastoria findet vom 4. bis 7. April 2013 im neuerbauten
Ausstellungszentrum in Kastoria statt.
Die in Kastoria gefertigten Pelzwaren sind natürlich auch in Athen käuflich zu erwerben – kostbare Mäntel und Jacken aus Nerz, Fuchs, Zobel findet man in der vom Syntagma-Platz abgehenden Straße Mitropoleos; Jacken aus der Pelzstückeproduktion in den Souvenirgeschäften der Plaka.

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Kategorie: Reisen Griechenland