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Die Strände Athens


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Athen ist nach drei Seiten von Gebirgszügen umgeben, und auf der vierten Seite öffnet sich die Ebene zum Saronischen Golf (s. auch eBook „Faszination Griechenland“).

Natürlich hat man von Piräus aus viele Möglichkeiten mit schnellen Booten nahegelegene Inseln zu erreichen, so z. B. Ägina, Salamis oder auch Hydra.

Aber auch Athen selbst hat naheliegende Badestrände – in dem noblen Vorort Glyfada, in Voula, Vouliagmeni und Lagonissi.

Sauberes klares Wasser und Auszeichnungen mit der Blauen Flagge sind kennzeichnend für diese Strände.
Die Strände reihen sich bis zum Kap Sunion aneinander.
Es ist eine sehr interessante Fahrt entlang der Küstenstraße bis zum Kap Sunion (Marmortempel des Meeresgottes Poseidon mit einem aufsehenerregenden Sonnenuntergang!) mit spektakulären Ausblicken auf das blaue Wasser des Saronischen Golfs (etwa 70 Km).

Wer sich jedoch mit einer Fahrt bis zum Strand des Vorortes Voula begnügt, dem sei auf jeden Fall die Benutzung der modernen Straßenbahn angeraten.
Die Fahrt beginnt im Zentrum Athens, führt an der Küste entlang durch zahlreiche Vororte und endet direkt am Strandbad von Voula.
Fahrtdauer etwa eine Stunde.

So sind auch die Strände von Athen interessante und erholsame Ausflugsorte!

Weiterer Ausbau der Athener Verkehrsinfrastruktur (II/II) – die Straßenbahn

In dem Blogartikel vom 17. März 2013 „Die Athener Straßenbahn“ wurden ja schon die Geschichte und die gegenwärtige Situation dieses innerstädtischen Verkehrsmittels dargestellt. Wie für die METRO gibt es aber auch für die Straßenbahn einen langfristigen Entwicklungsplan.
Mit Gesetz No. 4070 von 2012 wurde die Grundlage für die Erweiterung des Straßenbahnnetzes gelegt. Gegenwärtig besteht dieses Netz aus drei Linien. Die Linien 1 und 2 verbinden das Athener Stadtzentrum ab Syntagma-Platz mit der Küste bei Neo Faliro im Westen oder mit dem eleganten Vorort Glyfada im Osten. Die Fahrzeiten liegen bei etwa einer Stunde und werden zu 95% in einem eigenen Gleisbett zurückgelegt. Die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt 22 Km/h, die maximale Geschwindigkeit 70 Km/h. Die Bahnen verkehren Sonntag-Donnerstag von 5 Uhr 30 bis
1 Uhr und Freitag und Sonnabend von 5 Uhr 30 bis 2 Uhr 30.
Die bedeutungsvollste Erweiterung des Netzes ist die nach Piräus, die in vier Phasen erfolgen soll. Die Phase 1 sollte schon 2010 abgeschlossen sein, in der Phase 2 sollte bis 2013 die Innenstadt von Piräus einbezogen werden. Bis jetzt ist jedoch keine dieser Verlängerungen umgesetzt. Erst im Januar 2013 wurde der Vertrag für die Phase 1 unterzeichnet. Für die Arbeiten, die jetzt im Frühjahr 2013 beginnen, wurden 61,5 Millionen Euro bereitgestellt. Die Bauzeit wird mit 25 Monaten eingeschätzt. Mit Inbetriebnahme der neuen Strecke werden auch 25 neue Fahrzeuge eingesetzt.
Durch diese Verlängerung wird der Hafen Piräus erheblich aufgewertet. In den zeitlich noch nicht festgelegten Phasen 3 und 4 wird das Straßenbahnnetz ab Piräus verlängert zum nördlich gelegenen Stadtteil Kaminia und zur westlichen Gemeinde Keratsini.
Zwei weitere Verlängerungen wurden mit oe. Gesetz beschlossen und zwar zu den im Athener Zentrum gelegenen Stationen Argyroupoli und zum Volkspark Pedio Areos.

Die Athener Straßenbahn

Athen, Straßenbahn am Syntagma

Es mag zunächst verwunderlich erscheinen, Touristen, die Athen besuchen, eine Fahrt mit der Straßenbahn zu empfehlen. Warum also diese Empfehlung?
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Straßenbahnen in Europa in Dienst gestellt, zunächst noch als Pferdebahnen. Die erste Bahn fuhr 1839 in Frankreich, in Deutschland 1865 und in Griechenland/Athen 1882. Das Liniennetz der Stadt wurde kontinuierlich ausgebaut. Die Geschichte Athens kennt verschiedene Etappen der Bautätigkeit. Eine bemerkenswerte Entwicklung setzte nach dem zweiten Weltkrieg ein – die Stadt sollte modernisiert werden. Im Zuge dieser Modernisierung wurde fatalerweise auch das Straßenbahnnetz stillgelegt. Ab 1960 verkehrten dann in Athen keine Straßenbahnen mehr (ausgenommen eine Teilstrecke nach Perama, die 1977 eingestellt wurde). Die Folgen waren gravierend, denn die Einwohnerzahl wuchs sprunghaft und somit auch der Personennahverkehr. Die verfügbaren Transportmittel waren nicht ausreichend. Es gab nur eine einzige U-Bahn-Linie, hunderte Dieselbusse und mehrere tausend Taxis. Wer Athen in den 1960er/1980er Jahren besucht hat, kennt das Verkehrschaos und die unbeschreibliche Luftverschnutzung. Unter diesem Aspekt war die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2004 an Griechenland ein Segen. Denn nun wurden umfangreiche Infrastrukturmassnahmen in Angriff genommen. Der neue Flughafen „Eleftherios Venizelos“ wurde gebaut und 2001 in Betrieb genommen, das U-Bahn-Netz wurde erweitert, und seit 2004 – wenige Wochen vor Eröffnung der Olympischen Sommerspiele – verkehren in Athen auch wieder Straßenbahnen. Wie ich während meiner Rundreise feststellen konnte, führten all diese Massnahmen zu einer spürbaren Verbesserung des innerstädtischen Verkehrs. Die Bahn verbindet das Zentrum mit der Küste. Vom Syntagma-Platz kann man zu den Stränden von Glyfada und Voula fahren.
Die Strecke führt entlang der Athener Riviera, u. a. durch ehemalige Einwandererviertel und ist sehenswert. Es liegen Ausbaupläne für die Folgejahre vor, die eine Einbeziehung der Innenstadt von Piräus und der Industriehäfen vorsehen.
Das Straßenbahndepot befindet sich auf dem Gelände des alten Flughafens Ellinikon
(s. auch Faszination Griechenland).

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Kategorie: Reisen Griechenland