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Ausbau des Tourismus mit Russland

Die wirtschaftliche Situation zwingt Griechenland dazu, zahlungskräftige Investoren aber auch Touristen zu suchen. Nachdem China bereits 2008 in den Containerhafen Piräus 4,8 Milliarden Euro investiert hat (s. eBook Faszination Griechenland) und die Zahl chinesischer Touristen anwächst, konzentrieren sich die Bemühungen auch zunehmend auf Russland. Hier ist zu beobachten, dass vermögende Russen Hotels kaufen, Landhäuser in der Ägäis erwerben und wie das Handelsblatt am 11.2.2013 mitteilt, auch griechische Gasunternehmen erwerben wollen (Gasversorger Depa und Netzbetreiber Desfa).
Am gestrigen Sonntag, 10.2.2013, fand im Akropolis-Museum in Athen das Griechisch-Russische Tourismusforum statt. Es war eine Veranstaltung der Hotelkammer Griechenlands in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Tourismus. Hochrangige Persönlichkeiten beider Seiten, z.B. der Bürgermeister von Athen sowie der russische Botschafter und die Vertreter von 48 führenden russischen Tourismusunternehmen nahmen an den Beratungen teil. Gegenstand der dreitägigen Veranstaltung war der Ausbau der touristischen Beziehungen beider Länder im Hinblick auf die Steigerung der Zunahme russischer Touristen. Nach Angaben der Bank von Griechenland haben 2012 875000 russische Touristen Griechenland besucht (2010 wurden 368700 russische Touristen gezählt). Das entsprach 9,6 Millionen Übernachtungen. Griechenlands Anstrengungen im Zusammenhang mit dem Ausbau des Tourismus konzentrieren sich auf eine Verbesserung der Infrastruktur in Häfen, Flughäfen und archäologischen Stätten sowie auf vereinfachte Verfahren für die Visaerteilung für russische Touristen (Quelle: Travelling News).

Einige Bemerkungen zum griechischen Tourismus 2012

Dass Griechenland nach wie vor mit wirtschaftlichen und politischen Problemen und ihren Auswirkungen auf den Tourismus zu kämpfen hat, ist wohl unumstritten. Mehr Geld von der EU, weitere zwei Jahre Aufschub zum Sparen, ein eventueller Schuldenschnitt – all das wird sich aber positiv auf Wirtschaft und Tourismus auswirken.
Noch ist jedoch die Wirtschaftsleistung weiter im Sinkflug – 7,2 % liegt sie unter dem Vorjahres-Niveau. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Untersuchungsergebnissen des Informationsportals von Trivago wider.
Trivago ermittelte über eine Metasuchmaschine von weltweit 500000 Hotels die Preise. Im Ergebnis dessen wurde zur bevorstehenden Winterzeit eine fallende Hotelpreistendenz in den europäischen Ländern festgestellt.
Bezogen auf Griechenland trifft das auf fast alle bedeutenden Städte und auch auf die 19 Wintersportgebiete zu.
Die durchschnittlichen Übernachtungspreise für ein Doppelzimmer im Monat November 2012 wurden denen des November 2011 gegenübergestellt. So zeigten z.B. die Preise für Thessaloniki einen Rückgang von ca. 13 %, Athen ca. 8 % und Glyfada (s. eBook „Faszination Griechenland“), dem Nobelwohnviertel von Athen, sogar 19 %!
Diese Situation der gesunkenen Preise scheint sich andererseits jedoch positiv auf die Ankünfte internationaler Touristen auf den touristisch wichtigsten Flughäfen auszuwirken. Der Verband der Touristikunternehmens Griechenlands – SETE – hat in den ersten zehn Monaten 2012 steigende Ankünfte u.a. in Korfu mit plus 6% und Mykonos mit plus 7 % ermittelt.
Sorgenkind bleibt aber Athen mit minus 12 %. Hier könnte man annehmen, dass die aggressive Stimmung, Demonstrationen, Streiks, Krawalle die Touristen von einem Besuch der Hauptstadt abhalten. Schade, denn gerade Athen hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Interessant wird es sein, die Ergebnisse der internationalen Tourismus-Messe Philoxenia auszuwerten. Die Messe findet vom 22.-25. November 2012 im Thessaloniki International Exhibition Centre statt.

Auszeichnung

Kategorie: Reisen Griechenland